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06.01.2026
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Friedensgipfel in Paris: Merz verhandelt mit Trump-Schwiegersohn über Ukraine-Waffenstillstand

Friedensgipfel in Paris: Merz verhandelt mit Trump-Schwiegersohn über Ukraine-Waffenstillstand

Die diplomatischen Räder drehen sich mit ungewohnter Geschwindigkeit. Am heutigen Dienstag versammelt sich in der französischen Hauptstadt eine illustre Runde von Vertretern aus 35 Nationen, um über das zu sprechen, was vor wenigen Monaten noch undenkbar schien: ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges. Bundeskanzler Friedrich Merz reist gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Paris, wo sie auf die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner treffen werden – letzterer bekanntlich der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.

Die „Koalition der Willigen" nimmt Gestalt an

Was sich hinter dem martialischen Namen verbirgt, ist nichts Geringeres als der ambitionierteste Versuch seit Kriegsbeginn, einen tragfähigen Waffenstillstand zu erreichen. Die Gespräche sollen sich auf zwei zentrale Punkte konzentrieren: die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands und den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe. Bereits am vergangenen Samstag hatten nationale Sicherheitsberater der beteiligten Staaten sowie Vertreter von EU und NATO über Sicherheitsgarantien für Kiew und konkrete Ansätze für einen Friedensplan beraten.

Merz selbst hatte in einem Schreiben an die Regierungsfraktionen deutliche Worte gefunden. Die Ukraine befinde sich „am Rande einer humanitären Energiekrise", so der Kanzler. Er erhob schwere Vorwürfe gegen Russlands Präsident Wladimir Putin, der im vierten Kriegswinter keinen Waffenstillstand anstrebe, sondern die „bisher schwersten Angriffe auf die zivile Infrastruktur" befohlen habe.

Russlands Verluste erreichen erschreckende Dimensionen

Die Zahlen, die der ukrainische Generalstab meldet, sind schwindelerregend. Allein am gestrigen Tag soll Russland 940 Soldaten verloren haben. Die Gesamtverluste seit Kriegsbeginn hätten damit die Marke von 1,2 Millionen toten Soldaten überschritten. Hinzu kommen massive Materialverluste: fünf Panzer, 46 Artilleriesysteme und sage und schreibe 879 unbemannte Kampfdrohnen an einem einzigen Tag. Freilich lassen sich diese Angaben nicht unabhängig verifizieren – doch selbst wenn man einen erheblichen Propagandaanteil einkalkuliert, zeichnen sie das Bild eines Krieges, der Russland teuer zu stehen kommt.

Die Ukraine ihrerseits hat ihre Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen intensiviert. In der vergangenen Nacht wurden mehrere Raffinerien in verschiedenen russischen Regionen attackiert. Diese Strategie zielt auf das Herz der russischen Kriegsfinanzierung – die Öleinnahmen, ohne die Moskau seinen kostspieligen Feldzug kaum aufrechterhalten könnte.

Geheimdienst-Umbau in Kiew

Präsident Selenskyj hat unterdessen den Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, abgelöst. Der soll sich künftig verstärkt auf Kampfeinsätze konzentrieren. „Es muss mehr ukrainische asymmetrische Operationen gegen den Besatzer und den russischen Staat geben", erklärte Selenskyj unmissverständlich. Eine Ansage, die verdeutlicht: Auch während der Friedensgespräche denkt Kiew nicht daran, den militärischen Druck zu verringern.

Unionspolitiker mahnen zur Vorsicht gegenüber Trump

Interessant ist die Zurückhaltung, die führende CDU-Politiker gegenüber der US-Administration an den Tag legen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, warnte explizit davor, in Streit mit Trump zu geraten – man wolle ihn schließlich „gewinnen". Auch der frühere Kanzlerkandidat Armin Laschet mahnte, Europa dürfe seinen Einfluss bei den Ukraine-Gesprächen nicht durch vorschnelle Kritik an Washington verspielen.

Diese diplomatische Vorsicht erscheint durchaus nachvollziehbar. Trump hat bereits mit massiven Zöllen gedroht – nicht nur gegen die EU, sondern auch gegen Indien, sollte das Land weiterhin russisches Öl beziehen. Senator Lindsey Graham sprach gar von möglichen Zöllen bis zu 500 Prozent. „Wer billiges russisches Öl kauft, hält Putins Kriegsmaschinerie am Laufen", so seine unmissverständliche Botschaft.

Sabotage in der Ostsee – Russlands Schattenkrieg

Während in Paris über Frieden verhandelt wird, mehren sich die Hinweise auf russische Sabotageaktionen in der Ostsee. Litauische Behörden haben eine weitere Beschädigung an einem Unterseekabel bestätigt – bereits der dritte Vorfall binnen eines Monats. Experten vermuten hinter diesen Vorfällen hybride Angriffe durch Russlands sogenannte Schattenflotte. Ein Muster, das zeigt: Der Kreml führt seinen Krieg längst nicht mehr nur auf ukrainischem Boden.

Ob die Pariser Gespräche tatsächlich den Durchbruch bringen werden, bleibt abzuwarten. Eines jedoch ist gewiss: Nach fast vier Jahren Krieg, nach Hunderttausenden Toten und unermesslichem Leid ist jeder ernsthafte Versuch, diesen Konflikt zu beenden, ein Hoffnungsschimmer – auch wenn die Skepsis angesichts der bisherigen Erfahrungen mit Moskauer Zusagen mehr als berechtigt erscheint.

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