
Französischer Wein im freien Fall: Exporte stürzen auf 20-Jahres-Tief
Was einst als Kronjuwel der französischen Wirtschaft galt, versinkt nun in einer Krise historischen Ausmaßes. Die Exporte französischer Weine und Spirituosen sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten gefallen – ein Desaster, das nicht nur die malerischen Weinberge von Bordeaux erschüttert, sondern auch ein Schlaglicht auf die verheerenden Folgen globaler Handelskonflikte wirft.
Handelskriege und Generationenwandel als doppelter Todesstoß
Gabriel Picard, Präsident der FEVS – der französischen Föderation der Wein- und Spirituosenexporteure – sprach auf der Pariser Weinmesse am Dienstag Klartext: Die Exportvolumina befänden sich in einem regelrechten Einbruch und hätten den tiefsten Stand seit mindestens 20 Jahren erreicht. Seit 2022 gehe es mit den Weinverkäufen bergab. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte, Wechselkursschwankungen und der Verlust des Verbrauchervertrauens hätten allesamt schwer auf den Exporten gelastet, so Picard.
Die nackten Zahlen sind ernüchternd: Die FEVS-Daten zeigen für 2025 einen Rückgang des Exportwerts um acht Prozent auf rund 17 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die Volumina schrumpften um etwa drei Prozent. Und es könnte noch schlimmer kommen. Picard warnte ausdrücklich, dass 2026 eine weitere Volumenkorrektur drohe – insbesondere auf dem US-Markt, wo der Rückgang besonders dramatisch ausfalle.
Trumps Zollpolitik trifft Frankreichs Winzer ins Mark
Man muss kein Sommelier sein, um zu erkennen, woher der Wind weht. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle von 20 Prozent auf EU-Importe treffen die französische Weinindustrie mit voller Wucht. Was einst ein lukrativer Absatzmarkt war, wird zunehmend zum Minenfeld für europäische Exporteure. Während Trump seine „America First"-Handelspolitik konsequent durchsetzt, stehen Frankreichs Winzer vor den Trümmern ihrer transatlantischen Geschäftsbeziehungen.
Doch die Zölle sind nur ein Teil des Problems. Ein tiefgreifender Generationenwandel im Konsumverhalten verschärft die Lage zusätzlich. Der renommierte Weinkritiker Bernard Burtschy brachte es auf den Punkt: Vor zwanzig Jahren hätten die Menschen kräftige Rotweine mit hohem Alkoholgehalt bevorzugt, heute suchten sie nach frischeren, leichteren Weinen. Die Produzenten in Bordeaux müssten sich grundlegend umorientieren.
Paris greift zu drastischen Maßnahmen
Die Krise hat mittlerweile solche Dimensionen angenommen, dass sich Präsident Macron persönlich einschaltet. Die Pariser Weinmesse diente als Plattform, um Lösungen für die Branchenkrise zu suchen. Und die Maßnahmen, die bereits ergriffen werden, sprechen Bände über die Verzweiflung: Die französische Regierung bezahlt Winzer in Bordeaux dafür, ihre Rebstöcke herauszureißen – ein drastischer Schritt, um das Überangebot zu reduzieren. Man stelle sich das vor: Ein Land, das seinen kulturellen Stolz buchstäblich entwurzelt.
Der Liv-ex Fine Wine 50, ein Benchmark-Index, der die täglichen Preisbewegungen der Bordeaux-Spitzenweine abbildet, zeichnet das Bild einer Branche im Niedergang. Seit dem Höhepunkt Anfang 2023 geht es stetig bergab.
Ein Lehrstück über die Fragilität globaler Lieferketten
Die Misere der französischen Weinindustrie ist mehr als nur eine Branchenkrise – sie ist ein Symptom einer Welt, die sich in einem fundamentalen Umbruch befindet. Handelskriege, geopolitische Verwerfungen und sich wandelnde Konsumgewohnheiten bilden einen toxischen Cocktail, der ganze Wirtschaftszweige in die Knie zwingt. Für den aufmerksamen Beobachter ist dies ein weiteres Warnsignal: Wer sein Vermögen ausschließlich in volatile Märkte und konjunkturabhängige Branchen investiert, spielt ein gefährliches Spiel.
In Zeiten, in denen selbst jahrhundertealte Industrien ins Wanken geraten, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Während Weinpreise fallen und Handelsbarrieren steigen, bleibt das gelbe Metall das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Wertaufbewahrungsmittel, das keiner Regierung und keinem Zollbeamten Rechenschaft schuldet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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