
Fed tritt auf die Bremse: Kommt im Dezember der nÀchste Zins-Hammer?

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch eine Pause eingelegt. Der Leitzins bleibt in der Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Ganz geschlossen stand das Gremium aber nicht hinter der Entscheidung: Zwei Mitglieder wollten die Zinsen sofort weiter anheben. An den MÀrkten wetten deshalb schon fast alle auf den nÀchsten Schritt im Dezember.
Zwei Abweichler wollten mehr
Fed-Gouverneurin Lisa Cook und Beth Hammack, Chefin der regionalen Notenbank in Cleveland, stimmten gegen die Mehrheit. Beide hÀtten den Leitzins gern um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöht. Medienberichten zufolge fiel das Votum mit 10 zu 2 Stimmen aus.
Bemerkenswert ist das allemal. Erst im September hatte die Fed die Zinsen angehoben, zum ersten Mal seit 2023. BegrĂŒndet wurde das mit einer hartnĂ€ckig hohen Inflation, die laut Berichten vor allem von den steigenden Energiepreisen infolge des Nahost-Konflikts angetrieben wird. Schon damals hatte die Notenbank in ihren Projektionen eine zweite Erhöhung noch in diesem Jahr angedeutet.
MĂ€rkte hatten die Pause eingepreist
Ăberrascht hat die Entscheidung niemanden. Vor der Sitzung hatten weniger als zehn Prozent der HĂ€ndler eine Erhöhung erwartet. FĂŒr den 9. Dezember, die letzte Sitzung des Jahres, sieht es ganz anders aus: Rund 86 Prozent der Marktteilnehmer rechnen dann mit einer weiteren Zinserhöhung, die den Preisauftrieb bremsen soll.
Warum dann nicht gleich jetzt? Beobachter verweisen auf den Kalender. In wenigen Tagen wÀhlen die Amerikaner bei den Midterms einen neuen Kongress. Eine Zinserhöhung so kurz vor der Wahl wÀre ein politisches Erdbeben gewesen, zumal die hohen Lebenshaltungskosten das Wahlkampfthema Nummer eins sind.
Warsh schweigt lieber
Fed-Chef Kevin Warsh wollte seine Entscheidung am Abend deutscher Zeit auf einer Pressekonferenz erlĂ€utern. GroĂe Hinweise auf den kĂŒnftigen Zinskurs dĂŒrften Anleger von ihm allerdings nicht erwarten. Warsh hĂ€lt nach eigenem Bekunden wenig davon, die Markterwartungen mit Worten in eine bestimmte Richtung zu schieben. HĂ€ndler sollten stattdessen auf die Wirtschaftsdaten schauen, heiĂt es aus seinem Umfeld.
Das ist ein deutlicher Bruch mit der Ăra seiner VorgĂ€nger, in der jede Silbe des Fed-Chefs auf die Goldwaage gelegt wurde. Ob die MĂ€rkte da mitspielen? Berichten zufolge orientieren sich die HĂ€ndler trotz allem weiter vor allem an den Signalen der Notenbank.
Ărger mit dem WeiĂen Haus
Dazu kommt die Politik. PrĂ€sident Donald Trump fordert seit Langem niedrigere Zinsen. Warsh hĂ€lt bislang dagegen, wie Medien berichten. Ausgerechnet Lisa Cook, die nun fĂŒr eine Erhöhung stimmte, steht zudem seit Langem im Visier des PrĂ€sidenten, der versucht hatte, sie aus dem Amt zu entfernen. Die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbank wird damit zur Belastungsprobe, und zwar mitten in einer Phase, in der die Teuerung wieder anzieht.
Was das fĂŒr Sparer bedeutet
FĂŒr Anleger in Deutschland ist das mehr als ein Thema aus Ăbersee. Die Fed gibt den Takt fĂŒr die globalen KapitalmĂ€rkte vor, auch fĂŒr den Dollar und damit fĂŒr viele Rohstoffpreise. Der Goldpreis war vor der Sitzung kurzzeitig unter die Marke von 4.000 US-Dollar gerutscht, bevor er sich laut Marktberichten wieder darĂŒber erholte.
Die eigentliche Lehre geht aber tiefer. Eine Notenbank, die erst die Zinsen erhöhen muss, um die Inflation wieder einzufangen, gibt damit zu, dass sie die Geldentwertung nicht im Griff hat. Wer sein Erspartes ĂŒber Jahre gegen schleichenden Kaufkraftverlust schĂŒtzen will, sollte sich nicht allein auf Notenbanker verlassen. Physisches Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als Wertspeicher bewĂ€hrt und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein.
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