
FDP-Machtkampf: Höne lockt Rivalen Kubicki mit Vize-Posten

Die FDP, einst stolze Partei des wirtschaftlichen Liberalismus, ringt weiter um ihre Zukunft – und um die Frage, wer das angeschlagene Schiff durch die stürmische See der politischen Bedeutungslosigkeit steuern soll. Der nordrhein-westfälische FDP-Politiker Henning Höne hat nun einen bemerkenswerten Schachzug gewagt: Sollte er zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt werden, wolle er seinen direkten Konkurrenten Wolfgang Kubicki als stellvertretenden Parteivorsitzenden in sein Team holen.
Taktisches Kalkül oder echte Versöhnungsgeste?
Gegenüber dem „Spiegel" erklärte Höne, er freue sich, wenn Kubicki im Falle seiner Wahl als Stellvertreter Teil des Teams werde. Kubicki sei ein wichtiger Teil der Partei und müsse auch weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Man befinde sich in einem „fairen, sportlichen Wettbewerb" und stehe im Austausch miteinander. Klingt harmonisch. Fast zu harmonisch für eine Partei, die sich in den vergangenen Jahren durch interne Grabenkämpfe und spektakuläres Scheitern auf der politischen Bühne hervorgetan hat.
Doch hinter den versöhnlichen Worten dürfte knallhartes Kalkül stecken. Höne weiß genau, dass er die Basis der Kubicki-Anhänger braucht, um die Partei überhaupt noch zusammenhalten zu können. Kubicki, der streitbare Urgestein aus Schleswig-Holstein, verfügt nach wie vor über eine treue Gefolgschaft – und über jene Medienpräsenz, die der FDP in diesen Tagen so schmerzlich fehlt.
Eine Partei auf der Suche nach sich selbst
Man muss sich die Dimension dieses parteiinternen Ringens vor Augen führen. Die FDP flog bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 aus dem Bundestag – ein Debakel historischen Ausmaßes, das unmittelbar auf das Zerbrechen der Ampelkoalition im November 2024 folgte. Christian Lindner, der die Partei jahrelang als Alleinherrscher geführt hatte, musste die Konsequenzen ziehen. Seitdem sucht die FDP verzweifelt nach einem Neuanfang, nach einem Gesicht, das Aufbruch signalisiert, ohne die verbliebene Stammwählerschaft zu verprellen.
Dass ausgerechnet Höne und Kubicki nun um den Vorsitz konkurrieren, ist symptomatisch für den Zustand der Partei. Hier der jüngere Höne, der für einen generationellen Neustart steht. Dort der erfahrene Kubicki, der mit seiner markanten Art zwar polarisiert, aber immerhin noch Aufmerksamkeit generiert. Beide wissen: Wer diese Wahl verliert, könnte in der politischen Versenkung verschwinden.
Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet
Was bei all dem taktischen Geplänkel allerdings auf der Strecke bleibt, ist die inhaltliche Neuausrichtung. Wofür steht die FDP im Jahr 2026? Für Steuersenkungen, die sie in der Ampel nicht durchsetzen konnte? Für Bürokratieabbau, den sie in der Regierung selbst nicht hinbekam? Für wirtschaftliche Vernunft, die sie im entscheidenden Moment dem Koalitionsfrieden opferte?
Deutschland bräuchte dringend eine starke marktwirtschaftliche Kraft, die den ausufernden Staatsapparat in die Schranken weist, die das 500-Milliarden-Euro-Schuldenprogramm der neuen Großen Koalition kritisch hinterfragt und die den Bürgern wieder mehr Freiheit und weniger Bevormundung verspricht. Ob die FDP unter Höne oder Kubicki diese Rolle ausfüllen kann, darf bezweifelt werden. Denn das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, erfordert mehr als geschickte Personalrochaden – es erfordert Glaubwürdigkeit. Und genau daran mangelt es der einstigen Partei der Freiheit derzeit am meisten.

WeltsystemwechselÖlschock, Kollaps & der Griff nach deinem Vermögen
Kostenloses Live-Webinar: Dominik Kettner und 6 hochkarätige Gäste enthüllen, wie Ölschock, Finanzkollaps und globale Machtverschiebungen Ihr Vermögen bedrohen – und welche konkreten Schritte Sie jetzt unternehmen müssen, um sich zu schützen.
Die Experten

Tim
Kellner
Politischer YouTuber

Ernst
Wolff
Bestseller-Autor

Peter
Hahne
Ex-ZDF-Moderator

Prof.
Dr. Polleit
Honorarprofessor Uni Bayreuth

Prof.
Dr. Werner
Bankenprofessor Oxford

Dr.
Elsässer
Fondsmanager
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











