Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
18.02.2026
06:43 Uhr

Familienunternehmerin zerlegt SPD-Rhetorik: „Wir sind nicht die da oben"

Es ist ein Konflikt, der tief ins Mark der deutschen Wirtschaftsordnung trifft. Die Chefin des Wormser Schmierstoffherstellers Rowe, Alexandra Kohlmann, hat in einem bemerkenswerten Interview mit dem Handelsblatt scharf gegen Arbeitsministerin Bärbel Bas und die Wirtschaftspolitik der SPD geschossen. Der Anlass: eine Rede der SPD-Co-Vorsitzenden beim Juso-Bundeskongress im vergangenen November, die in Unternehmerkreisen bis heute nachwirkt wie ein Paukenschlag.

Bas' Kampfansage gegen die eigene Wirtschaft

Was war geschehen? Bärbel Bas hatte beim Juso-Bundeskongress den kurz zuvor stattgefundenen Arbeitgebertag als „Schlüsselerlebnis" bezeichnet – und zwar nicht etwa, weil sie dort konstruktive Gespräche geführt hätte. Nein, die Ministerin erklärte ihren jungen Parteigenossen vielmehr, dort sei „besonders deutlich geworden, gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen". Eine bemerkenswerte Wortwahl für eine Bundesministerin, die eigentlich im Dienste aller Bürger stehen sollte – auch jener, die Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen.

Besonders pikant: Beim Arbeitgebertag selbst hatte Bas bereits für Kopfschütteln gesorgt, als sie allen Ernstes behauptete, die Verlängerung der Haltelinie beim Rentenniveau belaste die Beitragszahler nicht, weil sie aus Steuermitteln finanziert werde. Als ob Steuermittel vom Himmel fielen und nicht ebenfalls aus den Taschen der arbeitenden Bevölkerung und der Unternehmen stammten. Solche Aussagen offenbaren ein erschreckendes Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen – oder, schlimmer noch, eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit.

„Die Industrie ist das, woran alles hängt"

Alexandra Kohlmann, 38 Jahre alt und seit zwei Jahren an der Spitze ihres Familienunternehmens, findet deutliche Worte der Gegenwehr. „Die Industrie ist das, woran alles hängt. Wir sind nicht die da oben", stellt sie klar. Während Politiker den Eindruck erweckten, Unternehmer seien „pauschal reich", investierten diese in Wahrheit viel Kapital in dieses Land und gingen dabei erhebliche Risiken ein. Ein Satz, der sitzt. Denn tatsächlich sind es gerade die mittelständischen Familienunternehmen – das vielzitierte Rückgrat der deutschen Wirtschaft –, die in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, explodierender Energiekosten und zunehmender Bürokratie um ihre Existenz kämpfen.

Bas hingegen zeichnete beim Juso-Kongress ein ganz anderes Bild. Sie beschrieb die Unternehmer beim Arbeitgebertag als „Herren" in „bequemen Sesseln" und „Maßanzügen", deren „Ablehnung deutlich zu spüren" gewesen sei. Diese hätten gelacht, während sie an die Menschen gedacht habe, „die auf unsere Solidarität angewiesen sind". Man fragt sich unwillkürlich: Ist das die Sprache einer verantwortungsvollen Regierungspolitikerin – oder die einer Klassenkämpferin, die bewusst Gräben in der Gesellschaft vertieft?

Der Streit um die Erbschaftsteuer als Zündfunke

Besonders brisant wird die Auseinandersetzung beim Thema Erbschaftsteuer. Die SPD hatte Mitte Januar mit einem Reformvorschlag unter dem Motto „#FairErben" überrascht, der unter anderem einen Unternehmensfreibetrag von fünf Millionen Euro vorsieht. Was auf den ersten Blick moderat klingt, birgt für größere Familienunternehmen enormen Sprengstoff: Betriebsvermögen sollen künftig nicht mehr in dem Maße verschont werden wie bisher. Für sehr große Unternehmensvermögen schwebt den Sozialdemokraten eine progressive Besteuerung vor.

Die aktuelle Regelung erlaubt einen Verschonungsabschlag von 85 Prozent, wenn der Erbe das Unternehmen mindestens fünf Jahre behält und bestimmte Lohnsummen einhält. Bei sieben Jahren Haltefrist und entsprechend höherer Lohnsumme können sogar 100 Prozent verschont werden. Eine Regelung, die Kohlmann ausdrücklich verteidigt: „Ich finde die jetzige Regelung richtig, auch wenn es vielleicht vereinzelt schwarze Schafe, Schlupflöcher und Ungerechtigkeiten gibt." Es sei schlicht falsch, allen Unternehmerinnen „das pauschale und populistische Narrativ der Gier zu unterstellen".

Droht das Ende der Familienunternehmen?

Die Warnung der Unternehmerin könnte kaum drastischer ausfallen: Sollte der SPD-Plan Realität werden, werde Deutschland „nur noch große Unternehmen haben, die nicht in Familienhand liegen". Eine düstere Prognose, die man nicht leichtfertig abtun sollte. Denn wenn die Erbschaftsteuer Unternehmen Liquidität entzieht, so Kohlmann, dann habe das Konsequenzen für die Betriebe selbst – nicht für die Nachfolger persönlich. Im Klartext: Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, Investitionen werden zurückgefahren, Standorte möglicherweise verlagert.

Bas verteidigt den SPD-Plan derweil mit dem Argument, der effektive Steuersatz auf Multimillionen- und Milliardenvermögen habe zwischen 2021 und 2024 im Schnitt bei lediglich 1,8 Prozent gelegen, während Erbschaften unter 20 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch belastet worden seien. Es gehe um die „Grundfrage, ob Lebenschancen in Deutschland stärker von eigener Leistung oder von Herkunft geprägt werden".

Doch genau hier liegt der fundamentale Denkfehler der SPD-Argumentation: Familienunternehmen sind keine passiven Vermögenswerte, die einfach vererbt und konsumiert werden. Sie sind lebendige Organismen, die täglich geführt, entwickelt und gegen internationale Konkurrenz verteidigt werden müssen. Wer sie behandelt wie Immobilien oder Bankguthaben, verkennt ihre Natur – und gefährdet damit den Wohlstand des gesamten Landes.

Klassenkampf-Rhetorik statt konstruktiver Wirtschaftspolitik

Was an dieser Debatte besonders beunruhigt, ist der Ton. Wenn eine Bundesministerin vor der Parteijugend zum „Kampf" gegen Unternehmer aufruft, dann ist das mehr als nur ein rhetorischer Ausrutscher. Es ist Ausdruck einer politischen Haltung, die Leistungsträger zu Feindbildern stilisiert und damit genau jene Menschen verprellt, auf deren Engagement und Risikobereitschaft der deutsche Wohlstand seit Jahrzehnten aufgebaut ist. In einer Zeit, in der Deutschland ohnehin mit Deindustrialisierung, Fachkräftemangel und internationaler Wettbewerbsschwäche kämpft, ist solche Klassenkampf-Rhetorik nicht nur deplatziert – sie ist gefährlich.

Das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Urteil zur aktuellen Erbschaftsteuerregelung fällen. Es wird befürchtet, dass Karlsruhe die geltende Regelung in Teilen für verfassungswidrig erklären könnte. Umso wichtiger wäre es, dass die Politik eine Reform mit Augenmaß angeht – und nicht mit ideologischen Scheuklappen. Doch danach sieht es bei der SPD derzeit leider nicht aus.

Für Anleger und Unternehmer, die angesichts solcher politischen Unwägbarkeiten nach Stabilität suchen, bleibt der Blick auf bewährte Werte wie physische Edelmetalle eine überlegenswerte Option. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Vermögensschutz bewährt – unabhängig davon, welche steuerpolitischen Experimente gerade in Berlin ausgebrütet werden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

Wissenswertes zum Thema

Magazin
19.03.2025
13 Min.

Wer ist: Hans Werner Sinn

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn ist die bekannte Stimme der wirtschaftlichen Vernunft in Deutschland. Als Wirtschaftswissenschaftler und Präsident des ifo Instituts hat er stets die Politik zu Wirtschafts…
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen