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Kettner Edelmetalle
09.09.2026
11:34 Uhr
KI-generiert

Exportwelle aus Peking: Deutschland verliert das Duell

Exportwelle aus Peking: Deutschland verliert das Duell
Symbolbild: KI-generiert

Chinas Außenhandel läuft heiß. Die Zollbehörde in Peking meldete am Dienstag ein Exportplus von 25 Prozent im August gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten acht Monaten türmte sich der Handelsüberschuss der Volksrepublik damit auf 805,5 Milliarden US-Dollar – ein Rekord.

Allein im August lag der Überschuss Medienberichten zufolge bei rund 119 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das ist mehr, als manche EU-Staaten in einem ganzen Jahr an Waren ausführen.

Chips und Autos: Die neuen Zugpferde

Der Boom speist sich nicht mehr aus Billigtextilien. Treiber sind heute Halbleiter, KI-Hardware und Fahrzeuge. Im August verschifften Chinas Hersteller 1,05 Millionen Autos ins Ausland, seit Jahresbeginn sind es 7,45 Millionen Einheiten.

Gleichzeitig kauft China selbst kräftig zu: Die Einfuhren lagen im Jahresvergleich auf Dollarbasis 28,2 Prozent im Plus. Auffällig sind die Importsprünge aus Singapur (+28,7 Prozent) und Hongkong (+111,3 Prozent) – ein Indiz dafür, dass High-End-Chips weiterhin über Umwege ihren Weg ins Reich der Mitte finden.

Der US-Ökonom Brad Setser ordnet den Monat nüchtern ein:

„kein außergewöhnlich starker Monat – gemessen an dem gegenwärtigen chinesischen Standard“, aber ein „schwacher Monat für Importe“.

Das Mutterland des Automobils fällt zurück

Für die deutsche Industrie liest sich die Statistik wie ein Befund. Chinas Einfuhren aus Deutschland sanken um 0,3 Prozent, während die chinesischen Lieferungen nach Deutschland um 17,5 Prozent zulegten. Das bilaterale Ungleichgewicht vertiefte sich im August um 5,3 Prozent.

Deutschland schneidet damit schlechter ab als der EU-Durchschnitt: Die Gemeinschaft insgesamt steigerte ihre Ausfuhren nach China immerhin um 6,2 Prozent. Wer jahrelang auf ein Geschäftsmodell aus billiger Energie und offenen China-Märkten gesetzt hat, spürt jetzt die Quittung – während Berlin und Brüssel Industriepolitik vor allem als Klimapolitik buchstabieren.

Brüssel hat Peking bis Mitte Oktober eine Frist gesetzt, Vorschläge zum Abbau des Ungleichgewichts vorzulegen. Dem Bericht zufolge weigern sich die chinesischen Unterhändler jedoch, zentrale europäische Forderungen überhaupt anzuerkennen.

Öl, Gold und die russische Verbindung

Interessant ist ein Detail am Rande der Zolldaten: Bei den kräftig gestiegenen Importen über Hongkong spielen laut dem Bericht auch russische Goldlieferungen eine maßgebliche Rolle. Moskau nutze das Edelmetall, um Waren zu bezahlen oder Devisen zu beschaffen, die für Rubel nicht zu bekommen seien.

Gold als Zahlungsmittel dort, wo das Vertrauen in Papierwährungen endet – ein Lehrstück über die Funktion physischer Werte in Krisenzeiten. Beim Rohöl kaufte China im August 37,93 Millionen Tonnen und zahlte dabei rund zehn Prozent unter dem Brent-Weltmarktpreis, weil verstärkt russische Ware fließt.

Zwei Fronten gegen den roten Boom

Doch das Modell hat Schwachstellen. Dem starken „externen Kreislauf“ steht kein tragfähiger Binnenkonsum gegenüber. Zwei Risiken zeichnen sich ab: die anstehenden US-Zwischenwahlen mit möglichen Mehrheitsverschiebungen im Kongress – und eine Eskalation des Handelskonflikts mit der EU, bei dem vor allem Chinas Autobauer ins Visier geraten dürften.

Für Europa bleibt die unbequeme Frage: Wer schützt hier eigentlich noch die eigene Wertschöpfung?

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheidet selbst über seine Investitionen.

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