
Europas Säbelrasseln gegen den Iran: Wenn Papiertiger mit Krieg drohen

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit auf der weltpolitischen Bühne entfaltet. Die drei europäischen Schwergewichte – oder besser gesagt: die drei Staaten, die sich noch immer für Schwergewichte halten – haben dem Iran mit nichts Geringerem als militärischer Intervention gedroht. Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärten in einem gemeinsamen Statement, man werde „die notwendigen Maßnahmen ergreifen", um die eigenen Interessen und die der Verbündeten in der Region zu verteidigen. Dies könne auch „verhältnismäßige militärische Defensivmaßnahmen" einschließen, um die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, „an der Quelle zu zerstören".
Große Worte, kleine Kapazitäten
Man muss sich diese Formulierung auf der Zunge zergehen lassen: Angriffsfähigkeiten „an der Quelle zerstören" – das bedeutet nichts anderes als direkte Schläge gegen iranische Raketen- und Drohnenstellungen. Ein Akt, der in jeder militärischen Doktrin als offensiver Angriff gewertet würde, verpackt in das Wortkleid der „Defensivmaßnahme". George Orwell hätte seine helle Freude an dieser sprachlichen Akrobatik gehabt.
Während die Franzosen immerhin ihren Flugzeugträger Charles De Gaulle bereits aus dem schwedischen Malmö ins Mittelmeer beordert haben – wo das Flaggschiff eigentlich als Teil der NATO-Abschreckung gegen Russland im Ostseeraum stationiert war –, stellt sich die Frage, was Deutschland eigentlich zum Tisch bringt. Die ernüchternde Antwort: praktisch nichts. Sowohl der Bundeskanzler als auch Bundesaußenminister Johann Wadephul haben eingeräumt, dass Deutschland für einen nennenswerten Angriff auf den Iran schlicht keine Kapazitäten besitze.
Deutschland ohne Mandat und ohne Mittel
Die Bundeswehr ist in Jordanien lediglich im Rahmen der NATO-Missionen „Counter Daesh" und „Capacity Building Iraq" tätig – mit Tankflugzeugen, wohlgemerkt, nicht mit Kampfjets. Für jede darüber hinausgehende militärische Aktion wäre ein Bundestagsmandat erforderlich. Wadephul stellte unmissverständlich klar, dass deutsche Soldaten sich zwar „defensiv verteidigen" würden, wenn sie angegriffen werden sollten, eine darüber hinausgehende Beteiligung aber „aus bundesdeutscher Sicht nicht" stattfinden werde.
Aus Regierungskreisen verlautete gegenüber der Bild-Zeitung, das gemeinsame Statement werde von jeder Nation nach eigenem Ermessen ausgelegt. Deutschland sehe darin lediglich eine „Ermächtigung für unsere Soldaten, sich defensiv verteidigen zu dürfen, wenn sie angegriffen werden" – was, wie die Quelle selbst einräumte, „eigentlich eine Selbstverständlichkeit" sei. Die Briten hingegen hätten das Statement gebraucht, um ihre Stationierungshilfen für die USA auszuweiten. Man fragt sich unwillkürlich: Wozu unterschreibt ein deutscher Kanzler ein Dokument, das militärische Schläge androht, wenn er weder die Mittel noch den politischen Willen hat, diese durchzuführen?
Die Geister der Vergangenheit
Bereits im vergangenen Juni hatte allein der Verdacht, die Bundeswehr könnte sich an den Luftschlägen gegen das iranische Atomprogramm beteiligt haben, für erhebliche Unruhe gesorgt. Das Verteidigungsministerium dementierte damals mit Nachdruck. Dass nun erneut der Eindruck einer deutschen Kriegsbeteiligung entsteht, während die Bundeswehr bekanntlich nicht einmal genügend funktionsfähige Hubschrauber für den Heimatschutz aufbieten kann, grenzt an politische Realsatire.
Briten und Franzosen: Fähig und willens?
Anders sieht die Lage bei den beiden anderen Unterzeichnern aus. Die Briten verfügen über Militärbasen auf Zypern – einer Insel, die selbst bereits unter Beschuss steht – und sind damit unmittelbar am Geschehen. Die französische Marine dürfte mit der Charles De Gaulle in etwa einer Woche das östliche Mittelmeer erreichen. Beide Staaten wären grundsätzlich in der Lage, offensive Operationen durchzuführen. Ob sie es tatsächlich tun werden, steht auf einem anderen Blatt.
Das NATO-Kommando in Europa unter US-Luftwaffengeneral Alexus Grynkewich erklärte derweil, die Allianz passe ihre Streitkräfteaufstellung an, um sich gegen potenzielle Bedrohungen durch Raketen aus der Region zu verteidigen. Ob dies auch offensive Gegenangriffe umfassen würde, ließ man bewusst offen – eine Ambiguität, die in der Diplomatie gewollt sein dürfte, in der Realität aber gefährliche Eskalationsdynamiken entfachen kann.
Ein Iran im Chaos – und Europa ohne Plan
Besonders brisant ist die Lage auf iranischer Seite. Der iranische Außenminister selbst habe eingeräumt, dass die Kommandostruktur der Streitkräfte und der Revolutionsgarden kaum noch intakt sei. Ein unkontrolliertes Militär, das „erratisch in alle Richtungen" feuere, könnte jederzeit den Anlass für eine europäische Intervention liefern – gewollt oder ungewollt. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass sich Briten und Franzosen zunächst auf die Abwehr von Flugkörpern beschränken würden, eine Praxis, die beide Luftwaffen bereits während der kriegerischen Auseinandersetzungen 2025 erfolgreich durchgeführt hätten.
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Drei europäische Regierungschefs, deren Zustimmungswerte im eigenen Land teilweise im einstelligen Bereich dümpeln, drohen einem Regime am anderen Ende der Welt mit militärischer Gewalt. Macron liegt bei elf Prozent Zustimmung, Starmer bei fünfzehn. Und Merz? Der hatte noch vor wenigen Monaten versprochen, keine neuen Schulden zu machen – bevor er ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchs Parlament peitschte, das Generationen von Steuerzahlern belasten wird.
Die eigentlichen Baustellen liegen vor der Haustür
Während man in Berlin, Paris und London über Militärschläge gegen den Iran philosophiert, türmen sich die Probleme im eigenen Land. Die deutsche Wirtschaft stagniert, die Infrastruktur bröckelt, die Kriminalität erreicht Rekordwerte, und eine mögliche Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten – ausgelöst durch genau jene Eskalation, an der man sich nun beteiligen möchte – könnte Europa erneut an den Rand der Belastbarkeit bringen. Man erinnere sich an 2015: Die Folgen jener unkontrollierten Migrationswelle spürt Deutschland bis heute, in Form von Messerattacken, überlasteten Sozialsystemen und einer tief gespaltenen Gesellschaft.
Statt sich in geopolitische Abenteuer zu stürzen, für die man weder die militärischen Mittel noch ein demokratisches Mandat besitzt, täte die Bundesregierung gut daran, sich auf die Sicherung der eigenen Grenzen und die Stabilisierung der heimischen Wirtschaft zu konzentrieren. Doch das würde Mut erfordern – den Mut, unpopuläre Wahrheiten auszusprechen und Prioritäten zu setzen. Eigenschaften, die in der aktuellen politischen Klasse Europas offenbar Mangelware sind.
Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
In Zeiten geopolitischer Eskalation und wachsender Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle. Während Aktienmärkte bei jeder neuen Kriegsmeldung nervös zucken und Währungen unter dem Druck astronomischer Staatsschulden ächzen, erweist sich Gold seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher. Wer sein Vermögen in Zeiten wie diesen absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen.
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