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12.06.2026
16:10 Uhr

Europas Rüstungs-Luftschlösser bröckeln: Nach dem Kampfjet-Aus jetzt auch Zoff um die Eurodrohne

Europas Rüstungs-Luftschlösser bröckeln: Nach dem Kampfjet-Aus jetzt auch Zoff um die Eurodrohne

Es ist das altbekannte Schauspiel auf der europäischen Bühne: Große Worte, gewaltige Versprechen – und am Ende ein zänkisches Gerangel um Anteile, Geld und nationale Eitelkeiten. Während die Welt brennt, der Ukraine-Krieg kein Ende findet und der Nahe Osten in Flammen steht, gelingt es Berlin und Paris offenbar nicht einmal, ein gemeinsames Drohnenprojekt sauber über die Ziellinie zu bringen. Willkommen in der Realität europäischer Verteidigungspolitik.

Erst der Kampfjet, jetzt die Drohne – ein Trümmerfeld der guten Absichten

Nachdem Deutschland Anfang der Woche beim gemeinsamen Kampfflugzeug FCAS die Reißleine gezogen habe, geraten der französische Flugzeugbauer Dassault und der europäische Konzern Airbus nun offenbar auch beim Drohnenprojekt Eurodrone aneinander. Wie mit dem Vorgang vertraute Personen berichten, fordere Dassault von Airbus eine Entschädigung. Der Grund: Das französische Unternehmen solle einen geringeren Anteil an dem Vorhaben erhalten.

Der Hintergrund dieses Streits offenbart die ganze Misere. Die französische Regierung habe nämlich entschieden, bis 2035 schlicht kein Geld für den Kauf der Drohnen bereitzustellen. Man stelle sich das einmal vor: Ein Land entwickelt mit, will aber nicht kaufen. So entstehen Projekte, die von Anfang an auf tönernen Füßen stehen.

Eurodrone – die europäische Antwort, die keiner so recht will

Eigentlich klang die Idee verheißungsvoll. Die Eurodrone, gemeinsam entwickelt von Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, sollte eine schlagkräftige europäische Alternative zum amerikanischen Reaper darstellen. Endlich unabhängig vom großen Bruder jenseits des Atlantiks – so der Traum. Doch dieser Traum droht nun, wie so vieles in der europäischen Rüstungskooperation, an der Realität nationaler Interessen zu zerschellen.

Das Projekt werde „wahrscheinlich in einem etwas anderen Rahmen“ fortgesetzt, ließ Airbus-Chef Guillaume Faury bereits im April durchblicken – eine Formulierung, die in der diplomatischen Sprache der Konzerne meist nichts Gutes verheißt.

Dassault habe eine Stellungnahme abgelehnt, das französische Verteidigungsministerium habe zunächst gar nicht reagiert. Schweigen im Walde, während die Verträge im Feuer stehen.

Drei Vorzeigeprojekte, drei Baustellen

Es handle sich bei der Eurodrone um eines von drei gemeinsamen Rüstungsvorhaben, auf die sich die Staatschefs im Jahr 2017 geeinigt hätten. Und wie sieht die Bilanz heute aus? Der gemeinsame Kampfjet FCAS – gescheitert. Der Panzer MGCS – verzögert. Und nun auch die Eurodrone – im Streit gefangen. Drei Leuchtturmprojekte, drei Trümmerhaufen. Ist das die viel beschworene europäische Souveränität, von der die Sonntagsredner so gerne schwärmen?

Wenn Großmacht-Fantasien auf nationale Realitäten treffen

Die bittere Wahrheit lautet: Solange jeder Partner nur an seinen eigenen Industrie-Anteil denkt und Paris seine Schatulle für den eigentlichen Kauf zuhält, bleibt jede europäische Rüstungskooperation ein zahnloses Konstrukt. Deutschland täte gut daran, sich nicht weiter in Projekte hineinziehen zu lassen, bei denen am Ende der deutsche Steuerzahler die Zeche zahlt, während andere die industriellen Filetstücke abgreifen.

Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz Hunderte Milliarden Euro an neuen Schulden anhäuft – trotz gegenteiliger Wahlversprechen – sollte man zumindest erwarten dürfen, dass das Geld in funktionierende, verlässliche Strukturen fließt. Stattdessen erleben wir ein europäisches Kompetenzgerangel, das die Wehrhaftigkeit unseres Landes eher schwächt als stärkt.

Was bleibt dem Bürger als Lehre?

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, in denen Konflikte näher rücken und das Vertrauen in staatliche Großprojekte erodiert, suchen viele Menschen nach Beständigkeit. Wer auf wackelige Versprechen und politische Luftschlösser keine Lust mehr hat, besinnt sich auf das Bewährte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende ihre Funktion als krisensichere Wertaufbewahrung bewiesen – unabhängig davon, ob in Berlin und Paris gerade gestritten oder regiert wird. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie das, was die europäische Rüstungspolitik vermissen lässt: handfeste Substanz statt leerer Ankündigungen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu verantworten. Für Verluste oder Schäden, die aus Entscheidungen auf Grundlage dieses Artikels entstehen, übernehmen wir keine Haftung.

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