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Kettner Edelmetalle
14.01.2026
07:28 Uhr

Europas Automobilzulieferer im freien Fall: 100.000 Arbeitsplätze vernichtet

Europas Automobilzulieferer im freien Fall: 100.000 Arbeitsplätze vernichtet

Die europäische Automobilzulieferindustrie erlebt einen beispiellosen Kahlschlag. Innerhalb von nur zwei Jahren haben Unternehmen der Branche den Abbau von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen angekündigt – eine Verdopplung gegenüber den Pandemiejahren. Besonders hart trifft es den deutschen Standort, das einstige Herzstück der europäischen Automobilindustrie. Doch während die Arbeiter ihre Existenzgrundlage verlieren, scheint die Politik in Brüssel und Berlin weiterhin unbeirrt ihren ideologischen Kurs zu verfolgen.

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache

Der europäische Branchenverband CLEPA hat die erschreckenden Dimensionen des Stellenabbaus dokumentiert. Allein im vergangenen Jahr kündigten Zulieferunternehmen den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen an. Im Jahr zuvor waren es bereits 54.000 gewesen. Zum Vergleich: In den beiden Pandemiejahren 2021 und 2022 zusammen wurden lediglich 53.700 Stellen gestrichen. Die aktuelle Krise übertrifft damit selbst die dunkelsten Zeiten der Corona-Pandemie bei weitem.

Was macht diese Entwicklung so besorgniserregend? Es handelt sich nicht um eine vorübergehende Delle, sondern um einen strukturellen Niedergang. Die Ursachen liegen auf der Hand: Eine überbordende EU-Regulierung, die den Unternehmen das Atmen erschwert, und eine aggressive Billigkonkurrenz aus China, die von westlichen Politikern jahrelang unterschätzt oder gar gefördert wurde.

Deutsche Industriegiganten im Würgegriff

Besonders dramatisch gestaltet sich die Lage bei den deutschen Zulieferern. Bosch, der weltweit größte Automobilzulieferer, kündigte im September an, bis 2030 insgesamt 13.000 Stellen abzubauen. Bereits im Vorjahr hatte der Stuttgarter Konzern 9.000 Arbeitsplätze gestrichen. Das Unternehmen erhofft sich durch diese drastischen Maßnahmen jährliche Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Euro – ein Eingeständnis, wie tief die Krise bereits sitzt.

ZF Friedrichshafen, ein weiterer Branchenriese unter kommunaler Kontrolle, plant bis Ende 2028 den Abbau von bis zu 14.000 Stellen. Selbst traditionsreiche Familienunternehmen wie Brose können ihre Belegschaften nicht mehr verschonen und streichen 950 Arbeitsplätze. In Frankreich greift der Großzulieferer Forvia zum Rotstift und will bis 2028 insgesamt 10.000 Stellen abbauen.

Mahle-Chef: „Schwer zu sagen", ob die Talsohle erreicht ist

Die Ungewissheit über die weitere Entwicklung ist dabei fast noch bedrückender als die nackten Zahlen. Arnd Franz, Vorstandsvorsitzender von Mahle, erklärte gegenüber der Financial Times, es sei „schwer zu sagen", ob die Branche die Talsohle erreicht habe. Auch sein Unternehmen, mit Hauptsitz in Stuttgart, plant weitere Personalkürzungen: 1.000 Stellen sollen primär in Europa und Nordamerika wegfallen.

Insolvenzwelle rollt ungebremst

Doch der Stellenabbau ist nur die eine Seite der Medaille. Die Zahl der Insolvenzen in der Zuliefererbranche steigt ebenfalls dramatisch an. In der deutschen Zuliefererindustrie nahm die Zahl der Firmenpleiten zwischen 2023 und 2024 um erschreckende 70 Prozent zu. Auch 2025 setzte sich dieser Trend fort: Im ersten Halbjahr wurden laut dem Kreditversicherer Atradius insgesamt 29 Großinsolvenzen registriert – ein Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Diese Entwicklung ist kein Naturereignis. Sie ist das direkte Ergebnis einer Politik, die ideologische Ziele über wirtschaftliche Vernunft stellt. Die erzwungene Transformation zur Elektromobilität, verbunden mit unrealistischen CO2-Vorgaben und einer Energiepolitik, die Deutschland zum Hochpreisland gemacht hat, treibt eine ganze Branche in den Ruin.

Die politische Verantwortung

Während Hunderttausende Arbeitnehmer um ihre Existenz bangen, scheint die politische Klasse in Berlin und Brüssel weiterhin in ihrer eigenen Realität zu leben. Die Große Koalition unter Bundeskanzler Merz hat zwar versprochen, die Wirtschaft zu stärken, doch die strukturellen Probleme – überbordende Bürokratie, hohe Energiekosten und eine ideologisch getriebene Verkehrspolitik – bleiben weitgehend ungelöst.

Die Automobilindustrie war einst das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, ein Symbol für Ingenieurskunst und Qualität „Made in Germany". Heute ist sie ein Mahnmal für politisches Versagen. Und während die Arbeitsplätze nach China abwandern, darf man sich fragen: Wann werden die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen?

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Fehlentscheidungen suchen viele Anleger nach stabilen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässliche Vermögenssicherung bewährt und können eine sinnvolle Ergänzung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio darstellen.

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