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17.01.2026
05:20 Uhr

Eurofighter über Grönland? Bundeswehr prüft Verlegung von Kampfjets in die Arktis

Eurofighter über Grönland? Bundeswehr prüft Verlegung von Kampfjets in die Arktis

Die geopolitischen Spannungen um Grönland nehmen weiter zu – und Deutschland mischt plötzlich mit. Während US-Präsident Donald Trump unverhohlen Ansprüche auf die strategisch bedeutsame Insel erhebt und militärische Gewalt nicht ausschließt, hat die Bundeswehr bereits 13 Soldaten nach Grönland entsandt. Was zunächst wie eine symbolische Geste wirkt, könnte weitreichende Konsequenzen haben: Das Verteidigungsministerium prüft offenbar ernsthaft die Verlegung von Eurofightern in die Arktis.

Erkundungsmission mit weitreichenden Optionen

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte am Freitag, dass die Erkundungsmission der deutschen Soldaten weit mehr umfasst als bloße Bestandsaufnahme. Es gehe darum, gemeinsam mit NATO-Partnern die Sicherheit in der Arktis zu stärken. Konkret würden Übungen mit Seefernaufklärer-Flugzeugen geplant. Doch damit nicht genug: Auch der Einsatz von Fregatten zur Seeraumüberwachung sei denkbar – und theoretisch sogar die Verlegung von Eurofightern.

Man fragt sich unwillkürlich: Ist die Bundeswehr, die seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung und Materialengpässen leidet, tatsächlich in der Lage, Kampfjets in die unwirtliche Arktis zu verlegen? Oder handelt es sich hier einmal mehr um jene Symbolpolitik, die Deutschland so meisterhaft beherrscht, während die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben?

Trumps Griff nach Grönland spaltet den Westen

Der Hintergrund dieser militärischen Aktivitäten ist brisant. US-Präsident Trump hat unmissverständlich klargemacht, dass er Grönland für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten als unverzichtbar betrachtet. Die Insel verfügt über immense Mineralvorkommen und eine strategische Lage, die im Zeitalter der Großmachtrivalität zwischen den USA, Russland und China an Bedeutung gewinnt. Trumps Sondergesandter Jeff Landry kündigte bereits einen Besuch im März an und zeigte sich zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu können.

Dänemark und Grönland haben die amerikanischen Annexionsansprüche jedoch mehrfach entschieden zurückgewiesen. Der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen wies sogar eine Behauptung des Weißen Hauses als falsch zurück, wonach eine gemeinsame Kommission zum Erwerb Grönlands eingesetzt worden sei. Die Fronten sind verhärtet.

Europäische Solidarität oder hilflose Gesten?

Mehrere EU-Staaten haben Dänemark Unterstützung zugesagt und entsenden ebenfalls Soldaten nach Grönland. Selbst die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonte die Notwendigkeit einer Lösung im Rahmen der NATO – was Trump allerdings bislang ablehnt. Eine überparteiliche Delegation von US-Kongressabgeordneten reiste nach Kopenhagen, um Dänemark und Grönland die Unterstützung des Kongresses zuzusichern. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen warnte, die Rhetorik zur Übernahme Grönlands untergrabe die NATO und spiele Russland und China in die Hände.

„In einer Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen."

Diese Worte des demokratischen Senators Chris Coons klingen vernünftig, doch sie offenbaren auch die tiefe Spaltung innerhalb der amerikanischen Politik. Bemerkenswert ist, dass selbst der Kreml sich zu Wort meldete und Grönland als dänisches Territorium bezeichnete – eine seltene Übereinstimmung mit europäischen Positionen.

Deutschland zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Frage bleibt: Was kann Deutschland tatsächlich zur Sicherheit in der Arktis beitragen? Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit massiven Ausrüstungsproblemen. Hubschrauber, die nicht fliegen, Panzer, die nicht rollen, und Schiffe, die im Hafen liegen – das ist die traurige Realität der deutschen Streitkräfte. Vor diesem Hintergrund wirkt die Ankündigung, möglicherweise Eurofighter nach Grönland zu verlegen, fast schon grotesk.

Dennoch ist es richtig, dass Deutschland Flagge zeigt. Die Zeiten, in denen sich Europa auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen konnte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Trump hat mit seinen Drohungen gegen einen NATO-Verbündeten eine rote Linie überschritten. Europa muss endlich erwachsen werden und Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen – auch wenn dies schmerzhafte Investitionen in die Verteidigung erfordert.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, die Bundeswehr wieder einsatzfähig zu machen. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur könnte ein Anfang sein, doch es bleibt abzuwarten, ob die notwendigen Mittel tatsächlich bei der Truppe ankommen. Eines ist jedenfalls klar: Symbolpolitik allein wird die Arktis nicht sicherer machen.

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