
EU plant weitere Zölle gegen Russland – Doch wer zahlt am Ende die Zeche?
Die Europäische Union erwägt weitere Zölle auf russische Importe, um Präsident Wladimir Putins Kriegskasse auszutrocknen und ihn an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ein internes Diskussionspapier, das der dänischen EU-Ratspräsidentschaft vorliegt, zeigt die Pläne für ein mittlerweile 19. Sanktionspaket, das bis Anfang September geschnürt werden soll.
Sanktionen als Allheilmittel? Die Realität spricht eine andere Sprache
Während die EU-Bürokraten in Brüssel von "funktionierenden Sanktionen" sprechen, zeichnen die Zahlen ein anderes Bild. Die EU importierte in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 russische Waren im Wert von 14,2 Milliarden Euro. Besonders pikant: Die im Juni verhängten Zölle auf russische Düngemittel haben ihr Ziel völlig verfehlt. Statt die Importe zu drosseln, stiegen die Lieferungen aus Russland in der ersten Jahreshälfte 2025 um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Juni-Lieferungen erreichten sogar den höchsten Stand seit Kriegsbeginn.
Diese Zahlen werfen die Frage auf: Wer sanktioniert hier eigentlich wen? Die mickrigen Zölle von 40 bis 45 Euro pro Tonne Düngemittel, die über drei Jahre gestaffelt eingeführt werden, gleichen eher einem zahnlosen Tiger als einer ernsthaften Wirtschaftswaffe.
Die Sanktionsspirale dreht sich weiter
Das Diskussionspapier der dänischen Ratspräsidentschaft liest sich wie ein Wunschzettel der Sanktionsbefürworter. Neben weiteren Zöllen stehen fünf Bereiche im Fokus:
Erstens sollen Russlands Öl- und Gasexporteinnahmen sowie der Finanzsektor inklusive Kryptowährungen ins Visier genommen werden. Zweitens könnte das sogenannte Anti-Umgehungsinstrument aktiviert werden, das Exporte in Drittländer verbietet, die Russland bei der Sanktionsumgehung helfen könnten. Drittens will man verstärkt gegen die Schattenflotte vorgehen, die russische Energieträger illegal verkauft. Viertens soll über "Konditionalität" bei künftigen Sanktionen diskutiert werden – was auch immer das konkret bedeuten mag. Fünftens strebt man eine bessere transatlantische Koordinierung an.
Trump als unberechenbarer Faktor
Die informellen Treffen der EU-Außen- und Verteidigungsminister in Kopenhagen dienen nicht nur der Sanktionsplanung. Sie sollen auch Präsident Donald Trump bei der Stange halten, der mit seinen massiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe – bereits für erhebliche Verwerfungen im transatlantischen Handel sorgt. Die Frage ist: Wie lange lässt sich Trump noch für die europäischen Ukraine-Pläne einspannen?
Die unbequeme Wahrheit über Sanktionen
Nach fast drei Jahren Sanktionspolitik müsste eigentlich jedem klar sein: Die erhoffte Wirkung bleibt aus. Russland hat sich längst neue Absatzmärkte erschlossen, während die europäischen Verbraucher unter steigenden Energiepreisen und Inflation ächzen. Die deutsche Wirtschaft, einst Motor Europas, stottert bedenklich – nicht zuletzt wegen der selbst auferlegten Energiekrise.
Besonders bitter: Während die EU-Eliten von einem "umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden" träumen, zahlen die europäischen Bürger die Zeche für eine Sanktionspolitik, die offensichtlich ihr Ziel verfehlt. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen plant sie ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur – finanziert durch kommende Generationen.
Zeit für einen Realitätscheck
Die Sanktionsspirale dreht sich immer schneller, doch der gewünschte Effekt bleibt aus. Statt reflexartig das nächste Sanktionspaket zu schnüren, wäre es an der Zeit, die bisherige Strategie kritisch zu hinterfragen. Wer glaubt, mit symbolischen Zöllen und weiteren Wirtschaftssanktionen einen Konflikt beenden zu können, während gleichzeitig die eigene Wirtschaft in die Knie geht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Die wahre Frage lautet nicht, wie viele Sanktionspakete noch folgen werden, sondern wie lange sich die europäischen Bürger diese selbstzerstörerische Politik noch gefallen lassen. In Zeiten steigender Kriminalität, explodierender Energiekosten und wirtschaftlicher Unsicherheit braucht es Politiker, die wieder für ihre eigenen Bürger arbeiten – nicht gegen sie.

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