
EU-Gipfel im Schatten von Trumps Ukraine-Diplomatie: Europa droht zum Statisten zu werden
Die europĂ€ischen Spitzenpolitiker versuchen verzweifelt, bei den Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg nicht völlig an den Rand gedrĂ€ngt zu werden. WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump bereits konkrete GesprĂ€che mit Kremlchef Wladimir Putin plant, mĂŒssen sich die EU-Granden mit SolidaritĂ€tserklĂ€rungen begnĂŒgen. Ein Trauerspiel europĂ€ischer AuĂenpolitik, das einmal mehr die SchwĂ€che der Union offenbart.
Europas hilflose UnterstĂŒtzungsgesten
Mit einer gemeinsamen ErklĂ€rung versuchten mehrere europĂ€ische Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz, ihrer Position vor dem geplanten Trump-Putin-Treffen Nachdruck zu verleihen. Doch was bleibt von diesem Versuch? Eine zahnlose UnterstĂŒtzung fĂŒr Trumps FriedensbemĂŒhungen, wĂ€hrend die wirklichen Entscheidungen lĂ€ngst ohne europĂ€ische Beteiligung getroffen werden.
Die Ironie könnte kaum gröĂer sein: Das angekĂŒndigte Treffen zwischen Trump und Putin soll in Budapest stattfinden â mitten in Europa. Doch eine europĂ€ische Teilnahme? Fehlanzeige. Die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas kann nur hilflos anmerken, ihr wĂ€re es lieber, wenn der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj sich mit Putin treffen könnte. Als ob ihre PrĂ€ferenzen in Washington oder Moskau noch irgendjemanden interessieren wĂŒrden.
Der Kreml diktiert die Bedingungen
WĂ€hrend die EuropĂ€er noch ĂŒber SolidaritĂ€tserklĂ€rungen debattieren, macht der Kreml unmissverstĂ€ndlich klar, wo die roten Linien verlaufen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow stellte klar, dass ein Einfrieren der Frontlinie fĂŒr Russland "unter keinen UmstĂ€nden akzeptabel" sei. Die im Juni von Putin aufgestellten Bedingungen blieben "voll relevant".
"Jede Variante, die eine Einfrierung entlang der bestehenden Kampflinie vorsieht, ist unter keinen UmstĂ€nden fĂŒr Russland akzeptabel."
Diese kompromisslose Haltung zeigt, wie wenig Spielraum fĂŒr europĂ€ische Vermittlungsversuche bleibt. WĂ€hrend BrĂŒssel noch ĂŒber die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte diskutiert, werden die geopolitischen RealitĂ€ten lĂ€ngst anderswo geschaffen.
Trumps pragmatischer Ansatz stöĂt auf europĂ€ische NaivitĂ€t
Der US-PrÀsident hatte nach seinem GesprÀch mit Selenskyj in Washington deutlich gemacht, dass er auf eine schnelle Lösung setzt. Statt der von Kiew erhofften Tomahawk-Marschflugkörper forderte Trump die Ukraine auf, russische Bedingungen zu akzeptieren und auf den besetzten Teil des Donbass zu verzichten. Ein pragmatischer, wenn auch schmerzhafter Ansatz, der in krassem Gegensatz zur europÀischen Rhetorik steht.
Die BefĂŒrchtungen in Europa, das Budapest-Treffen könnte Ă€hnlich verlaufen wie das Alaska-Treffen im August, sind durchaus berechtigt. Damals rollte Trump dem russischen Staatschef den roten Teppich aus, ohne konkrete Fortschritte zu erzielen. Doch was ist die Alternative? Eine EU, die sich in endlosen Debatten ĂŒber Reparationsdarlehen und Drohnenabwehr verliert?
Merkels Erbe: Eine handlungsunfÀhige EU
Die aktuelle Situation ist auch das Ergebnis jahrelanger Fehlentscheidungen. Die AbhĂ€ngigkeit von russischem Gas, die naive Hoffnung auf "Wandel durch Handel" â all das rĂ€cht sich nun bitter. Bundeskanzler Merz versucht zwar, mit der Forderung nach ausschlieĂlich militĂ€rischer Nutzung der eingefrorenen russischen Gelder einen hĂ€rteren Kurs zu fahren, doch es wirkt wie ein verzweifelter Versuch, verlorenen Boden gutzumachen.
Besonders pikant: Die EU-Kommission prĂ€sentierte ihr Konzept, wie die Union bis 2030 verteidigungsfĂ€hig werden soll. Bis 2030! WĂ€hrend der Krieg heute tobt und die geopolitischen Weichen jetzt gestellt werden, plant BrĂŒssel fĂŒr eine ferne Zukunft. Eine Drohnenabwehr-Initiative, die bis Ende 2027 einsatzfĂ€hig sein soll? Man möchte lachen, wenn es nicht so tragisch wĂ€re.
Europa muss endlich erwachen
Die harte RealitĂ€t ist: Europa hat sich selbst an den Katzentisch der Weltpolitik manövriert. WĂ€hrend Trump und Putin die Zukunft der Ukraine â und damit auch Europas â aushandeln, bleiben den EU-Spitzen nur SolidaritĂ€tsbekundungen und die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte.
Es ist höchste Zeit, dass Europa aus seinem geopolitischen Dornröschenschlaf erwacht. Die Zeiten, in denen man sich unter dem amerikanischen Schutzschirm bequem einrichten und gleichzeitig moralische Ăberlegenheit demonstrieren konnte, sind vorbei. Trump macht vor, was Realpolitik bedeutet â auch wenn seine Methoden schmerzhaft sind.
Die Frage ist nicht, ob Europas Ansatz moralisch ĂŒberlegen ist. Die Frage ist, ob Europa ĂŒberhaupt noch eine Rolle spielt, wenn die WĂŒrfel fallen. Beim EU-Gipfel in BrĂŒssel werden die Staats- und Regierungschefs ein "klares Signal der UnterstĂŒtzung" fĂŒr die Ukraine senden, heiĂt es aus deutschen Regierungskreisen. Doch Signale allein gewinnen keine Kriege und gestalten keine Friedensordnung. Es braucht Macht, Einfluss und den Willen, beides einzusetzen. Alles Dinge, die der EU schmerzlich fehlen.
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