
Epsteins „Zorro Ranch": New Mexico gräbt in den dunkelsten Abgründen des Skandals
Während die Öffentlichkeit beim Namen Jeffrey Epstein bislang vor allem an seine berüchtigte Karibikinsel oder das siebenstöckige Stadthaus in Manhattan dachte, rückt nun ein dritter Schauplatz des Grauens ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Die „Zorro Ranch" im US-Bundesstaat New Mexico, rund 50 Kilometer südlich von Santa Fe gelegen. Die dortige Legislative hat soeben eine umfassende Untersuchung eingeleitet – und was dabei zutage treten könnte, übertrifft selbst die schlimmsten Befürchtungen.
Eine „Wahrheitskommission" mit Millionenbudget
Mit einem einstimmig bewilligten Budget von 2,5 Millionen Dollar wird eine überparteiliche „Wahrheitskommission" aus Demokraten und Republikanern die potenziellen Verbrechen auf dem 3.000 Hektar großen Anwesen untersuchen. Das Gelände umfasst ein Herrenhaus von über 2.400 Quadratmetern sowie mehrere Gästehäuser – ein Imperium des Schreckens, wie sich immer deutlicher abzeichnet.
Die demokratische Abgeordnete Andrea Romero, Mitinitiatorin der Untersuchung, brachte es auf den Punkt: Epstein habe in diesem Bundesstaat im Grunde tun und lassen können, was er wollte – ohne jegliche Rechenschaftspflicht. Besonders brisant: Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass das FBI das Anwesen jemals durchsucht habe. Man muss sich diese Ungeheuerlichkeit auf der Zunge zergehen lassen. Ein Mann, gegen den seit Jahren schwerste Vorwürfe im Raum standen, besaß ein riesiges Anwesen – und die mächtigste Ermittlungsbehörde der Welt schaute offenbar konsequent weg.
Erschütternde Zeugenaussagen bereits vorliegend
Die Ermittler müssen nicht bei null anfangen. Mehrere Frauen haben bereits unter Eid ausgesagt, auf der Zorro Ranch als Minderjährige missbraucht worden zu sein. Annie Farmer, die im Prozess gegen Ghislaine Maxwell aussagte, berichtete, Maxwell habe ihr dort im Alter von 16 Jahren eine Nacktmassage gegeben. Am nächsten Morgen sei Epstein in ihr Bett gekommen und habe seinen Körper an ihren gepresst. Eine als „Jane" identifizierte Betroffene gab an, im Alter von nur 14 Jahren auf die Ranch gebracht und dort missbraucht worden zu sein.
Die verstorbene Virginia Giuffre – eine der bekanntesten Anklägerinnen im Epstein-Komplex – behauptete, auf der Ranch missbraucht worden zu sein. Darüber hinaus habe Maxwell sie angewiesen, den damaligen Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, dort zu „massieren" – wobei beiden Seiten klar gewesen sei, dass damit sexuelle Handlungen gemeint waren. Auch eine Massagetherapeutin aus Santa Fe erhob Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Epstein auf dem Anwesen.
Die verstörendste Spur: Zwei Leichen in den Hügeln?
Doch die mit Abstand erschreckendste – wenngleich bislang am wenigsten verifizierte – Behauptung stammt aus einer anonymen E-Mail, die sich in den Akten des US-Justizministeriums (DOJ) befindet. Darin wird behauptet, dass zwei ausländische Mädchen in den Hügeln nahe der Ranch begraben worden seien. Die E-Mail wurde 2019 an einen lokalen Radiomoderator geschickt und stammt angeblich von einem ehemaligen Mitarbeiter der Ranch. Epstein und Maxwell hätten demnach die Bestattung der Leichen zweier ausländischer Mädchen angeordnet, die durch „Strangulation bei rauem Fetisch-Sex" ums Leben gekommen seien.
Der Leiter der Kriminalabteilung von New Mexico hat vergangene Woche das DOJ aufgefordert, seiner Behörde sofortigen Zugang zu einer vollständigen, ungeschwärzten Version der entsprechenden Akte zu gewähren – einschließlich forensischer Informationen und aller zugehörigen Dokumente. Ob Washington dieser Aufforderung nachkommen wird, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt, dass Transparenz in diesem Fall nie die Stärke der Bundesbehörden war.
Ein Netzwerk des Schweigens
Die Untersuchung soll ausdrücklich über das Fehlverhalten von Epstein und Maxwell hinausgehen. Im Fokus stehen auch jene, die an den Verbrechen beteiligt waren – und jene, die wegschauten. Die Anwältin Sigrid McCawley, deren Kanzlei Hunderte von Epstein-Opfern vertritt, betonte, dass viele Überlebende Erfahrungen in New Mexico gemacht hätten und dass lokale Politiker sowie andere Personen von den Vorgängen gewusst hätten.
Dieser Fall ist ein Paradebeispiel dafür, wie Macht, Geld und politische Verflechtungen ein System der Straflosigkeit schaffen können. Epstein erwarb das Anwesen 1993 und behielt es bis zu seinem Tod in einer New Yorker Gefängniszelle – einem Tod, der bis heute Fragen aufwirft, die nie zufriedenstellend beantwortet wurden. 2023 verkaufte Epsteins Nachlass die Ranch an die Familie von Don Huffines, einem ehemaligen texanischen Staatssenator. Das Anwesen wurde in „San Rafael Ranch" umbenannt, und die Familie Huffines plant, es in ein christliches Retreat umzuwandeln.
In einem weiteren Dokument aus den Epstein-Akten beschreibt ein Opfer in einem codierten Tagebuch, als „menschlicher Brutkasten" missbraucht worden zu sein – gezwungen, ein Kind zur Welt zu bringen, das ihr anschließend weggenommen wurde. Die Abgründe, die sich hier auftun, sind kaum in Worte zu fassen.
Ein Lehrstück über das Versagen der Institutionen
Was sich in New Mexico abspielt, sollte auch uns in Europa – und besonders in Deutschland – zu denken geben. Der Fall Epstein zeigt in aller Deutlichkeit, wie ein Netzwerk aus Reichtum, Einfluss und politischen Verbindungen über Jahrzehnte hinweg schwerste Verbrechen ermöglichen und vertuschen kann. Wenn selbst das FBI ein Anwesen nicht durchsucht, auf dem nachweislich Minderjährige missbraucht wurden, dann ist das kein Versagen einzelner Beamter – es ist ein systemisches Versagen, das fundamentale Fragen über den Zustand unserer westlichen Rechtsstaaten aufwirft.
Die Opfer verdienen Gerechtigkeit. Und die Öffentlichkeit verdient die volle Wahrheit – ungeschwärzt, ungeschönt und ohne Rücksicht auf die Namen, die dabei fallen könnten. Es bleibt zu hoffen, dass die Wahrheitskommission in New Mexico den Mut aufbringt, den die Bundesbehörden offensichtlich nie hatten.
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