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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
19:29 Uhr

Epstein-Skandal erreicht Trumps Kabinett: Handelsminister Lutnick unter massivem Druck

Die Schatten der Vergangenheit holen die Mächtigen ein – und diesmal trifft es einen Mann im innersten Zirkel der Trump-Administration. Howard Lutnick, von Präsident Donald Trump zum US-Handelsminister ernannt, sieht sich mit immer erdrückenderen Enthüllungen über seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein konfrontiert. Sowohl Demokraten als auch Republikaner fordern mittlerweile seinen Rücktritt.

Neue Dokumente widersprechen Lutnicks bisheriger Darstellung

Das US-Justizministerium hatte im Januar Millionen neuer Akten aus dem Epstein-Komplex freigegeben. Darunter befanden sich E-Mails, die belegen, dass Lutnick offenbar Epsteins private Karibikinsel zum Mittagessen besuchte – und zwar Jahre nachdem er behauptet hatte, jeden Kontakt abgebrochen zu haben. Ein Detail, das es in sich hat.

Lutnick hatte zuvor öffentlich erklärt, er habe nach einem Vorfall im Jahr 2005 geschworen, nie wieder „in einem Raum" mit Epstein zu sein. Damals soll der Financier ihm in seinem New Yorker Stadthaus einen Massagetisch gezeigt und eine sexuell anzügliche Bemerkung gemacht haben. Eine klare Ansage – die sich nun als hohle Phrase entpuppt haben könnte.

Zehn E-Mails, drei Treffen – und ein Mittagessen auf der Insel

Bei einer Anhörung vor dem US-Senat versuchte Lutnick am Dienstag, die Wogen zu glätten. Er habe mit Epstein lediglich etwa zehn E-Mails ausgetauscht und sich über einen Zeitraum von 14 Jahren nur dreimal getroffen. Das besagte Mittagessen auf der Insel sei nur zustande gekommen, weil er sich zufällig mit einem Boot in der Nähe befunden habe. Seine Familie sei dabei gewesen.

„Ich hatte keinerlei Beziehung zu ihm. Ich hatte kaum etwas mit dieser Person zu tun."

So Lutnicks Verteidigungslinie gegenüber dem demokratischen Senator Chris Van Hollen. Doch die Dokumente erzählen eine andere Geschichte. Neben dem Mittagessen im Jahr 2012 zeigen die E-Mails, dass Epsteins Assistentin ihm im November 2015 eine Einladung Lutnicks zu einer Spendengala in dessen Finanzfirma für die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton weiterleitete. Ein pikantes Detail, das die angebliche Distanz zwischen beiden Männern weiter in Frage stellt.

Republikaner und Demokraten vereint in der Kritik

Bemerkenswert ist, dass der Druck nicht nur von der politischen Gegenseite kommt. Der republikanische Abgeordnete Tom Massie erklärte gegenüber CNN, Lutnick solle „dem Präsidenten das Leben leichter machen und einfach zurücktreten". Der demokratische Senator Adam Schiff forderte ebenfalls den Rücktritt und verwies auf die offensichtlichen Widersprüche zwischen Lutnicks früheren Aussagen und den nun veröffentlichten Dokumenten. Lutnick ging auf diese Widersprüche während seiner Aussage bezeichnenderweise nicht ein.

Ein Netzwerk der Macht und des Schweigens

Lutnick ist bei weitem nicht der einzige prominente Name, der im Epstein-Skandal auftaucht. Der Fall wirft ein grelles Scheinwerferlicht auf die elitären Kreise, in denen sich der Financier bewegte – ein Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltungsindustrie, das bis heute nicht vollständig aufgedeckt ist. Auch Trump selbst wird immer wieder mit Epstein in Verbindung gebracht, wenngleich er jede tiefere Verstrickung bestreitet.

Dass Epsteins ehemalige Komplizin Ghislaine Maxwell einen Tag vor Lutnicks Anhörung bei einer Befragung vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses die Aussage verweigerte, macht die Sache nicht besser. Sowohl republikanische als auch demokratische Ausschussmitglieder kritisierten ihr Schweigen scharf. Man fragt sich unweigerlich: Wer wird noch durch diese Akten zu Fall gebracht? Und wie viele mächtige Männer sitzen noch in höchsten Ämtern, deren Verbindungen zu Epstein bislang im Dunkeln geblieben sind?

Lutnick beteuerte vor dem Senat seine Unschuld: Er und seine Frau wüssten, dass er „absolut nichts Falsches getan" habe. Ob diese Beteuerung ausreicht, um den wachsenden Sturm zu überstehen, darf bezweifelt werden. Die Geschichte lehrt uns, dass in Washington Karrieren nicht an der Wahrheit zerbrechen – sondern an der öffentlichen Wahrnehmung. Und die sieht für Howard Lutnick derzeit alles andere als rosig aus.

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