
Energiepolitisches Schachspiel: Putin stärkt Bande zu China, während Indien laviert

Während die westliche Welt sich in Handelskriegen und Sanktionsspiralen verfängt, zieht Russlands Präsident Wladimir Putin unbeirrt seine Fäden im globalen Energiepoker. In einem Videogespräch mit Chinas Staatschef Xi Jinping am Mittwoch pries der Kremlchef die Energiebeziehungen zwischen beiden Ländern als "strategisch" – ein deutliches Signal an Washington und seine Verbündeten.
Timing ist alles: Putins Botschaft an Trump
Der Zeitpunkt dieser demonstrativen Annäherung könnte kaum brisanter sein. Nur zwei Tage zuvor hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, Zölle auf indische Waren zu senken – im Gegenzug für Neu-Delhis Zusage, russisches Rohöl künftig zu meiden. Zusätzlich stellte Trump in Aussicht, eine 25-prozentige Strafabgabe aufzuheben, die Washington wegen Indiens Energiekooperation mit Moskau verhängt hatte.
Doch hier wird es interessant: Von indischer Seite fehlt jegliche Bestätigung dieses angeblichen Öl-Kaufstopps. Während Trump bereits Vollzug meldet, duckt sich die Modi-Regierung elegant weg. Indien feiert zwar den "Deal" mit Trump, schweigt aber beharrlich zur Frage des russischen Öls. Ein klassisches Manöver der diplomatischen Zweideutigkeit, das man von Neu-Delhi kennt.
Technische Hürden machen US-Öl zum Problem
Die Zurückhaltung Indiens hat handfeste Gründe. Analysten weisen darauf hin, dass amerikanisches Rohöl schlicht nicht als Ersatz für russisches taugt. June Goh von Sparta Commodities bringt es auf den Punkt: Das leichte US-Öl der Sorte WTI könne für indische Raffinerien niemals das schwerere russische Urals-Öl ersetzen. Eine unbequeme Wahrheit, die Trumps triumphale Ankündigungen in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Genau diese Schwachstelle nutzt Putin geschickt aus. Kreml-Berater Juri Uschakow erinnerte die Welt prompt daran, dass Russland bei Öl- und Gaslieferungen nach China unangefochten an der Spitze steht. Die Zahlen sprechen für sich: Seit Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine hat China russische Energie im Wert von über 230 Milliarden Dollar bezogen.
Moskau und Peking: Eine Allianz der Notwendigkeit
Putin räumte zwar ein, dass der bilaterale Handel im vergangenen Jahr einen "leichten Rückgang" verzeichnete. Doch der russische Präsident betonte unbeirrt, sein Land bleibe "unter den führenden Energielieferanten Chinas". Beide Seiten gelobten, ihre Zusammenarbeit auf breiter Front fortzusetzen.
"China hält weiterhin den ersten Platz unter unseren Außenhandelspartnern. Russland ist fünftgrößter Handelspartner Chinas."
Diese Worte Uschakows verdeutlichen die neue geopolitische Realität: Während der Westen Russland isolieren will, baut Moskau seine Achse nach Osten systematisch aus.
Indiens Raffineure warten auf klare Ansagen
Unterdessen herrscht in Indien Verwirrung. Indische Raffinerien haben bislang keinerlei Anweisungen erhalten, russische Ölkäufe einzustellen. Man wartet auf eine formelle Regierungsentscheidung. Selbst wenn diese käme, würde eine Übergangsphase folgen. Trumps voreilige Verkündungen scheinen weit über das hinauszugehen, was Modi tatsächlich zugesagt hat.
Die Episode offenbart einmal mehr die Grenzen amerikanischer Druckpolitik. Länder wie Indien verfolgen knallhart ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen – ungeachtet dessen, was Washington gerne hätte. Und Russland? Das nutzt jede Gelegenheit, seine unverzichtbare Rolle im globalen Energiemarkt zu unterstreichen.
Für Anleger, die in diesen turbulenten Zeiten nach Stabilität suchen, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Option zur Vermögenssicherung. In einer Welt, in der geopolitische Verwerfungen Lieferketten und Währungen erschüttern können, bieten sie einen zeitlosen Anker im Portfolio.

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