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25.07.2026
14:25 Uhr

Elon Musks Vision vom „Zeitalter atemberaubender Fülle" – und seine unbequemen Wahrheiten über Europas Grenzen

Elon Musks Vision vom „Zeitalter atemberaubender Fülle" – und seine unbequemen Wahrheiten über Europas Grenzen

Es gibt Menschen, deren Zukunftsprognosen man belächelt – bis sie eintreffen. Elon Musk gehört zu dieser seltenen Spezies. In einem ausufernden 90-minütigen Gespräch mit Zanny Minton Beddoes, der Chefredakteurin des britischen Economist, entwarf der Tech-Milliardär ein Bild der Zukunft, das gleichermaßen fasziniert wie polarisiert. Und ganz nebenbei brachte er die eine oder andere unbequeme Wahrheit auf den Punkt, die man in den Redaktionsstuben des westlichen Mainstreams nur ungern hört.

Wenn Roboter arbeiten und Geld überflüssig wird

Musks zentrale These klingt zunächst wie ein Fiebertraum aus der Science-Fiction-Abteilung: Künstliche Intelligenz und Roboter würden schon bald so viele Güter und Dienstleistungen produzieren, dass ein einzelner Mensch sie niemals verbrauchen könnte. Die Konsequenz? Ein „Zeitalter atemberaubender Fülle", in dem jeder praktisch alles besitzen könne, was er sich vorstelle.

„Das wahrscheinlichste Szenario ist ein Zeitalter atemberaubender Fülle, in dem jeder alles haben kann, was er sich vorstellen kann. Das mag absurd klingen, aber nun ja, hier sind wir im Jahr 2026. Mal sehen, wo wir 2036 stehen."

Geld, so Musks kühne Prognose, werde im Jahr 2036 kaum noch eine Rolle spielen. Wozu brauche man es denn, wenn alles im Überfluss vorhanden sei? Interessanterweise nimmt Musk hier bewusst eine wichtige Einschränkung vor: Naturgemäß knappe Güter blieben knapp. Immobilien in Bestlage etwa. Oder Original-Kunstwerke. Und genau an dieser Stelle horcht der aufmerksame Beobachter auf – denn was für Grundstücke und Gemälde gilt, gilt seit Jahrtausenden auch für ein anderes Gut, das sich eben nicht per Knopfdruck aus dem Nichts erschaffen lässt: physische Edelmetalle wie Gold und Silber. Kein Roboter dieser Welt kann Gold vermehren. Genau darin liegt seine zeitlose Stärke als Wertspeicher.

KI übertrifft bald die menschliche Intelligenz

Bereits in fünf Jahren, schätzt Musk, könne KI die Summe der menschlichen Intelligenz übertreffen. „Es wird wirklich nichts geben, was KI nicht besser kann als Menschen, abgesehen davon, vielleicht menschlich zu sein", so der Tech-Visionär. Die Risiken dieser Entwicklung leugnet er nicht – doch ihr Nutzen überwiege, und aufhalten lasse sich der Fortschritt ohnehin nicht. Es komme darauf an, die KI auf menschliche Werte auszurichten.

Und dann wurde es politisch

Nach einer knappen Stunde lenkte die Economist-Chefredakteurin das Gespräch auf die politische Bühne – und schaltete in den Angriffsmodus. Der Vorwurf, wegen der von Musk zeitweise geleiteten Sparbehörde DOGE seien afrikanische Kinder gestorben, konterte er trocken: „Null ist wegen DOGE gestorben. Null Komma Null!" Auch dem Etikett der Russland-Nähe erteilte er eine Absage. Er wünsche sich schlicht ein Ende des sinnlosen Sterbens im Ukraine-Krieg.

Doch der eigentliche Reibungspunkt kam, als Beddoes ihm vorwarf, er unterstütze „protoautoritäre Figuren mit offensichtlichen faschistischen Tendenzen". Musk mischt sich seit geraumer Zeit in die europäische Politik ein – er stellt sich in Deutschland an die Seite von Kräften, die eine Begrenzung der illegalen Masseneinwanderung fordern, ebenso in Großbritannien und in Frankreich.

„Nicht rechts, nur normal"

Seine Antwort war ebenso schlicht wie entwaffnend:

„Das Einzige, was ich sage, ist etwas so Grundlegendes, dass es peinlich ist, es wiederholen zu müssen: Europa braucht sichere Grenzen. Es kann nicht weiterhin die Türen weit aufreißen für Hunderttausende von Menschen, deren Überzeugungen radikal den Werten entgegenstehen, die Europa über Jahrhunderte definiert haben."

Er unterstütze keine Rechtsextremen, sondern „die normalen Menschen". Die mediale Darstellung der europäischen Rechten bezeichnete er als „falsch, irreführend und unsinnig". Und tatsächlich trifft Musk hier einen wunden Punkt: Noch vor zehn oder fünfzehn Jahren, so betonte er, hätten die heute als extremistisch verunglimpften Positionen zur schlichten politischen Normalität gehört. Wer sichere Städte, geschützte Grenzen und eine vernünftige Ausgabenpolitik fordere – was bitte sei daran „rechtsextrem"?

Ein Gedanke, der auch hierzulande vielen Bürgern aus der Seele spricht. Wer die galoppierende Kriminalität, die Serie von Messerangriffen und die ungeordnete Zuwanderung beim Namen nennt, wird in Deutschland allzu schnell in eine Ecke gestellt. Dass diese Verschiebung des Sagbaren das Ergebnis einer jahrelangen politischen Fehlsteuerung ist, dürfte einem Großteil der Bevölkerung längst klar sein.

Der Rassismus-Vorwurf perlt ab

Musks Konter auf die Rassismus-Frage saß: „Meine Partnerin ist Halb-Inderin, ich habe vier Kinder mit ihr." Er sei ausdrücklich für Einwanderung – vorausgesetzt, der Einwandernde werde „ein produktives Mitglied der Gesellschaft", sei ehrlich und behandle die Menschen im Aufnahmeland nicht schlecht. Ein Standpunkt, der eigentlich der schlichte gesunde Menschenverstand sein sollte.

Beim Thema Wohlfahrtsstaat legte er den Finger in die Wunde: Wer erhebliche Sozialleistungen an jeden verteile, der ins Land komme, schaffe einen massiven wirtschaftlichen Anreiz zur Zuwanderung. Menschen kämen dorthin, wo ihr Lebensstandard höher sei. Ökonomische Logik, so unbequem sie manchen erscheinen mag.

Wer wird mehr gehasst – Musk oder die Medien?

Irgendwann drehte Musk den Spieß um und warf den Medien vor, das „ernste und wachsende Problem" Europas schlicht zu verschlafen. Der wohl bemerkenswerteste Moment des Gesprächs: Musk konfrontierte die Journalistin mit einer nüchternen Zahl.

„Die positive Sicht auf Journalisten liegt bei etwa 15 Prozent. Die Leute verabscheuen Sie weit mehr als mich, und Sie scheinen das nicht zu begreifen."

Man muss von Elon Musk nicht jede Prognose teilen. Doch mit dieser Einschätzung dürfte er, wie so oft, ziemlich richtig liegen. Das Vertrauen in die etablierten Medien schwindet – nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, wo weite Teile der Bevölkerung längst das Gefühl haben, dass über ihre Sorgen hinweggeschrieben wird.

Was bleibt: Fülle für die einen, Knappheit für das Beständige

So visionär Musks Bild einer roboterbetriebenen Überflussgesellschaft auch sein mag – die entscheidende Botschaft für den vorausschauenden Bürger steckt in seiner Randbemerkung. Was künstlich vermehrbar ist, verliert an Wert. Was von Natur aus knapp bleibt, gewinnt. Gold und Silber gehören seit Jahrtausenden in die zweite Kategorie. In einer Welt, in der Notenbanken Geld drucken und Regierungen Schuldenberge auftürmen – man denke nur an das 500-Milliarden-Sondervermögen der Berliner Koalition –, bleibt physisches Edelmetall ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio hat es sich über die Jahrhunderte bewährt, gerade dann, wenn die Zukunft ungewiss ist.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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