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Kettner Edelmetalle
19.06.2026
05:44 Uhr

Ein bekennender Linksterrorist will an die Spitze der Linkspartei – und keiner schreitet ein

Es gibt politische Schlagzeilen, die man zweimal lesen muss, um sicherzugehen, dass man sich nicht verlesen hat. Diese gehört dazu. Auf dem Bundesparteitag der Linken in Potsdam bewirbt sich ein 82 Jahre alter Mann um einen Sitz im erweiterten Parteivorstand – und führt in seiner offiziellen Kandidatur nicht etwa beschämt, sondern mit erkennbarem Stolz seine Vergangenheit bei den linksterroristischen Revolutionären Zellen an. Vier Jahre, so heißt es dort knapp, samt „PFLP-Mitarbeit“. Jene PFLP, die sowohl die Europäische Union als auch die USA als Terrororganisation einstufen.

Vom Terror-Netzwerk in den Vorstand einer Bundestagspartei

Der Mann, um den es geht, ist nach eigenen Angaben erst seit 2025 Mitglied der Linken und dem Landesverband Hamburg zugeordnet. Die Revolutionären Zellen waren ein Netzwerk des linken Terrors in der Bundesrepublik, dessen Name untrennbar mit der Flugzeugentführung nach Entebbe im Jahr 1976 verbunden ist. Damals trennten deutsche und palästinensische Terroristen israelische von nicht-israelischen Geiseln – eine Selektion, die in ihrer ganzen historischen Monstrosität bis heute nachhallt. Ziel war die Freipressung inhaftierter Terroristen, unter ihnen Mitglieder der RAF. Israelische Spezialkräfte beendeten den Spuk schließlich in Uganda.

Der Kandidat war zum Zeitpunkt der Entführung nach eigenem Bekunden Mitglied der Revolutionären Zellen. Mit einer der getöteten Entebbe-Terroristinnen, so berichtet die Welt, sei er liiert gewesen. Vor Gericht will er von der Tat zwar nichts gewusst haben – distanziert hat er sich von seinem damaligen Wirken allerdings nie.

„Ich verteidige diese, meine Zeit“ – ohne Reue, ohne Einsicht

Noch 2024, also vor wenigen Monaten, soll er in einem Podcast erklärt haben, seine Jahre beim linken Terror seien „richtig“ gewesen, er habe nichts zurückzunehmen. Den Reiseberichten zufolge transportierte er einst Waffen, fälschte Pässe und Flugtickets und bereitete 1973 einen Sprengstoffanschlag auf das Gelände eines US-Unternehmens in Nürnberg vor. Strafrechtlich, so die Lesart, sei längst alles verjährt.

Wer ohne jede Reue auf eine terroristische Vergangenheit blickt, hat in keinem demokratischen Gremium dieser Republik etwas verloren – schon gar nicht im Vorstand einer Partei, die im Bundestag sitzt.

Und die Partei? Sie stellt das Ganze „unter Vorbehalt“

Man könnte erwarten, dass eine solche Kandidatur postwendend im Papierkorb landet. Stattdessen kommt von einem Parteisprecher die zarte Formulierung, sollte der Kandidat seine Vergangenheit nicht kritisch aufgearbeitet haben, stelle sich „die Frage“, warum er kandidiere. Eine Partei, die sich angeblich „ohne jede Einschränkung“ von Antisemitismus und Terrorverherrlichung distanziere, ringt sich gerade einmal zu einem Konjunktiv durch. Das ist bezeichnend.

Dass diese Episode ausgerechnet in eine Phase fällt, in der über Israel-Hass und Diktaturverherrlichung in den eigenen Reihen der Linksjugend gestritten wird, ist kein Zufall, sondern Symptom. Es offenbart, wie tief das Verhältnis zum politischen Extremismus in Teilen des linken Spektrums verankert ist – und wie wenig man bereit ist, klare Grenzen zu ziehen. Während der Staat bei der kleinsten Verfehlung am rechten Rand zu Recht reagiert, herrscht bei einem bekennenden Linksterroristen offenbar betretene Nachsicht.

Eine Frage des Maßstabs

Was wäre eigentlich los, würde ein bekennender Terrorist mit blutiger Vita für den Vorstand einer bürgerlichen Partei kandidieren? Die mediale Empörungswelle würde tagelang nicht abebben. Doch hier, im Schatten linker Selbstgewissheit, reicht ein lauwarmer „Vorbehalt“. Es ist diese moralische Doppelmoral, die viele Bürger zu Recht fassungslos zurücklässt – und sie ist längst nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die wachsende Überzeugung eines großen Teils des deutschen Volkes.

Ob die Delegierten in Potsdam am Ende den Mut aufbringen, diese Kandidatur klar zurückzuweisen, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Eine Partei, die solche Bewerbungen überhaupt erst zur Abstimmung zulässt, hat ein grundlegendes Problem mit ihrem Verhältnis zu Recht, Gewalt und Geschichte.

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