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Kettner Edelmetalle
02.06.2026
07:32 Uhr

Doppelpass für (fast) alle: Wie die Ampel-Reform Deutschlands Staatsbürgerschaft verramscht hat

Es ist eine Zahl, die wachrütteln sollte: Zwischen 85 und 98 Prozent jener Menschen, die sich im vergangenen Jahr einbürgern ließen, entschieden sich für den Doppelpass. Mit anderen Worten: Fast niemand, der die deutsche Staatsbürgerschaft erhält, ist bereit, dafür die alte aufzugeben. Der deutsche Pass wird zum Sammelobjekt, zur willkommenen Zugabe – nicht zum Ausdruck eines klaren Bekenntnisses. So jedenfalls legen es die Daten des Mediendienstes Integration nahe.

Eine Reform mit Folgen – und mit Ansage

Wer verstehen will, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte, muss zurückblicken auf das verhängnisvolle Erbe der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Ende Juni 2024 trat jene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in Kraft, die das Tor weit aufstieß. Seither darf grundsätzlich jeder, der Deutscher wird, seine bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Was zuvor nur EU-Bürgern und Ausnahmefällen vorbehalten war, wurde zur Regel.

Und damit nicht genug: Die erforderliche Aufenthaltsdauer wurde von acht auf fünf Jahre verkürzt. Besonders „gut integrierte“ Ausländer durften sogar bereits nach drei Jahren den Pass beantragen – jene berüchtigte Turbo-Einbürgerung, die immerhin von der schwarz-roten Nachfolgeregierung wieder kassiert wurde. Ein erster Lichtblick, wenngleich ein später.

Worum geht es bei der Staatsbürgerschaft eigentlich?

Die Befürworter führen, wie nicht anders zu erwarten, vor allem praktische Erwägungen ins Feld: erleichtertes Reisen, Erbrechtsfragen, die Möglichkeit, in zwei Staaten zu arbeiten. Klingt alles harmlos. Doch der Kern des Problems wird damit elegant umschifft. Denn die Staatsbürgerschaft ist eben kein bürokratischer Bonus, sondern ein Versprechen – ein Bekenntnis zu einem Land, seiner Kultur, seinen Werten und seiner Geschichte.

„Diese Zahlen sind gut für uns alle“, jubelte die SPD anlässlich des Einbürgerungsrekords. Man fragt sich nur: für wen genau ist das eigentlich gut?

Kritiker – darunter Unionspolitiker wie Jens Spahn und Alexander Throm – warnen zu Recht vor Loyalitätskonflikten und der Gefahr verfestigter Parallelgesellschaften. Wer zwei Pässe in der Tasche hat, dem fällt es leicht, sich nirgends ganz zu Hause zu fühlen und überall nur die Vorteile mitzunehmen. Ist das wirklich das Integrationsmodell, das sich die Mehrheit der Bürger wünscht? Wohl kaum.

Die Zahlen hinter dem Boom

Im Jahr 2025 sank die Zahl der neu gestellten Einbürgerungsanträge zwar um rund zehn Prozent auf etwa 189.000 – ein kleiner Rückgang nach dem Ansturm. Berlin führt mit rund 36.100 Anträgen, gefolgt von München mit etwa 17.800. In der bayerischen Landeshauptstadt türmen sich allein über 40.200 unbearbeitete Anträge. Im Vorjahr dürfte die Gesamtzahl der Einbürgerungen deutlich über 300.000 gelegen haben. Am häufigsten wurden Menschen aus Syrien eingebürgert, gefolgt von der Türkei, Afghanistan, Iran und Russland.

Der Verfassungsschutz – ein zahnloses Sieb?

Besonders aufschlussreich sind die Zahlen zur Sicherheitsüberprüfung. In weniger als einem Prozent der Fälle übermittelte der Verfassungsschutz überhaupt Erkenntnisse. In Thüringen lagen lediglich zu zwei von 4.542 überprüften Antragstellern Hinweise vor. Man darf sich fragen: Spiegeln diese Mini-Zahlen tatsächlich die Realität wider – oder beschreiben sie eher die Grenzen eines überforderten Apparats, der bei Hunderttausenden Anträgen gar nicht mehr genau hinschauen kann?

Immerhin: In Sachsen-Anhalt wurden zwölf Anträge abgelehnt, weil die Antragsteller kein Bekenntnis zum Existenzrecht Israels ablegen wollten. Eine Anforderung, die seit Anfang 2023 gilt und die Brandenburg Mitte 2025 übernahm. Ein vernünftiger Mindeststandard – der aber zeigt, wie weit es gekommen ist, wenn man solche Selbstverständlichkeiten überhaupt eigens abfragen muss.

Was bleibt – ein nüchterner Blick

Die deutsche Staatsbürgerschaft sollte mehr sein als ein Türöffner zu Sozialsystemen und Reisefreiheit. Sie sollte das Ende eines Integrationsweges markieren, nicht dessen Beginn. Wenn aber fast alle Neubürger ihren alten Pass behalten, stellt sich die berechtigte Frage, ob hier wirklich Bürger entstehen – oder bloß Inhaber eines weiteren Reisedokuments. Viele Deutsche teilen diese Sorge längst, auch wenn sie in den Jubelchören der Berliner Politik selten Gehör findet.

In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, in denen selbst grundlegende Begriffe wie Staat, Identität und Zugehörigkeit ins Wanken geraten, suchen kluge Bürger nach Beständigem. Während Pässe verteilt und Gesetze über Nacht umgeschrieben werden, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden ihren Wert – unabhängig von Regierungen, Reformen und politischen Moden. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie eine Stabilität, die kein Gesetzgeber per Federstrich entwerten kann.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Für eigene Entscheidungen ist eine sorgfältige eigene Recherche unerlässlich; bei rechtlichen Fragen sollte ein fachkundiger Berater hinzugezogen werden.

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