
Die Neid-Steuer feiert Auferstehung: SPD will an das Vermögen der Bürger

Es ist ein Ritual, so verlässlich wie das Amen in der Kirche: Wann immer die deutsche Sozialdemokratie in Umfragen bedrohlich Richtung Bedeutungslosigkeit taumelt, greift sie in die Mottenkiste der Umverteilungsfolklore. Diesmal soll es die Vermögenssteuer richten – jenes Instrument, das bereits seit 1997 auf dem historischen Abstellgleis rangiert. Doch die Genossen, mittlerweile im demoskopischen Sinkflug, wittern offenbar Morgenluft.
Ein Generalsekretär im Klassenkampf-Modus
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" eine – man höre und staune – "harte Auseinandersetzung" mit dem Koalitionspartner Union an. Nach der Sommerpause wolle man die Rückkehr der Vermögenssteuer und eine verschärfte Erbschaftssteuer zum "Schlüsselthema" machen. Man kämpfe, so Klüssendorf, um verlorene Glaubwürdigkeit. Ein bemerkenswertes Eingeständnis: Die Partei sucht ihr Heil offenbar nicht in wirtschaftlicher Vernunft, sondern im altbewährten Griff nach fremdem Eigentum.
"Gerade in Deutschland haben wir eine zunehmende Konzentration von Vermögen", ließ Klüssendorf verlauten und machte prompt die "fehlgeleitete Steuerpolitik der vergangenen Jahrzehnte" verantwortlich.
Man reibt sich die Augen. Ausgerechnet die SPD, die in den vergangenen Jahrzehnten fast durchgängig mitregiert und die Steuerschraube munter angezogen hat, will nun als Retter vor der eigenen Bilanz auftreten? Das ist etwa so glaubwürdig, als würde der Brandstifter sich als Feuerwehrmann bewerben.
Die Rechnung, die niemals aufgeht
Konkret schwebt dem SPD-Mann eine jährliche Abgabe von einem Prozent auf Vermögen oberhalb von 100 Millionen Euro vor. Das bringe, so sein Versprechen, "zweistellige Milliardenbeträge". Länder und Kommunen könnten sich sofort moderne Schulen, ordentliche Kitas und eine schlagkräftige Polizei leisten. Ein verlockendes Bild – nur leider ein Trugbild.
Denn wer glaubt, dass mobiles Großkapital brav sitzen bleibt und sich die Substanz besteuern lässt, der glaubt vermutlich auch, dass die Rente sicher sei. Vermögen ist beweglich. Wer über hunderte Millionen verfügt, hat Anwälte, Stiftungen und Wohnsitze in Ländern, die keine Neidsteuer kennen. Am Ende trifft es – wie stets – nicht den Milliardär, sondern den mittelständischen Familienunternehmer, dessen Betriebsvermögen auf dem Papier fett, in der Realität aber im Maschinenpark gebunden ist.
Die alleinerziehende Mutter als rhetorische Geisel
Besonders perfide ist der emotionale Trumpf, den Klüssendorf zieht: Es könne doch nicht sein, dass die "alleinerziehende Mutter stärker besteuert wird als der Milliardär". Eine geschickt platzierte Empörungsfloskel, die verschleiert, wer die Zeche wirklich zahlt. Statt endlich die exorbitante Belastung des arbeitenden Bürgers zu senken – Deutschland ist Weltmeister bei Steuern und Abgaben –, will man einfach eine weitere Steuer obendrauf packen.
Der gläserne Bürger als Kollateralschaden
Fast beiläufig verrät der Generalsekretär die eigentliche Stoßrichtung. Man wolle "endlich an mehr Informationen" über die Vermögenswerte der Reichen gelangen. Der frisch vorgestellte "Aktionsplan gegen Steuerbetrug" von Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig sei dafür lediglich die "Vorarbeit". Übersetzt heißt das: Der Staat will noch tiefer in die privaten Verhältnisse seiner Bürger hineinleuchten. Ein Vermögensregister, ein gläserner Bürger – das ist der wahre Preis dieser vermeintlichen Gerechtigkeitsoffensive.
Passend dazu offenbart eine aktuelle Allensbach-Umfrage, dass fast zwei Drittel der Deutschen den Eindruck haben, die staatliche Regulierung nehme unaufhörlich zu. Die Bürger spüren die Fesseln längst – und die SPD legt ungerührt nach.
Warum Sachwerte klüger sind als Sozialpolitik
Wer diesen politischen Reflexen zusieht, versteht schnell, warum es sich lohnt, einen Teil des eigenen Vermögens dem direkten Zugriff des Fiskus zu entziehen. Physisches Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker, wenn die Politik die Umverteilungstrommel rührt. Sie lassen sich nicht per Knopfdruck enteignen, sie unterliegen keiner Kontokündigung und sie behalten ihren Wert, während Papierversprechen und politisch getriebene Anlageklassen wanken. Eine kluge Beimischung von Edelmetallen in ein breit gestreutes Portfolio bleibt daher ein solides Fundament zur Vermögenssicherung – gerade in Zeiten, in denen die Begehrlichkeiten des Staates wieder ungeniert wachsen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Steuer- noch eine Rechtsberatung dar. Für steuerliche und rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Steuerberater oder Rechtsanwalt. Die dargestellten Informationen basieren auf den uns vorliegenden Quellen. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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