
Die absurde Putin-Obsession: Wenn ein CDU-Politiker KI-Analysen für bare Münze nimmt

Berlin liegt teilweise im Dunkeln. Zehntausende Bürger frieren bei eisigen Temperaturen ohne Strom. Die linksextreme „Vulkangruppe" bekennt sich zu dem verheerenden Brandanschlag, der den Südwesten der Hauptstadt lahmgelegt hat. Die Behörden stufen das Bekennerschreiben als authentisch ein. Doch für den CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter ist die Sache keineswegs so eindeutig – für ihn führt die Spur selbstverständlich nach Moskau.
Wenn Hobby-Linguistik zur Geheimdienstarbeit wird
Was sich in den vergangenen Tagen auf der Plattform X abspielte, grenzt an politische Realsatire. Ein Nutzer fütterte die Künstliche Intelligenz Perplexity mit dem Bekennerschreiben und ließ eine sogenannte „Sprachanalyse" durchführen. Das Ergebnis dieser digitalen Kaffeesatzleserei: Der Text weise angeblich Merkmale einer Übersetzung aus dem Russischen auf. Verschachtelte Konstruktionen, abstrakte Nominalphrasen, militärstrategisches Vokabular – all das soll nach Maßgabe des Algorithmus auf den Kreml hindeuten.
Und wer griff diese steile These begierig auf? Ausgerechnet ein Bundestagsabgeordneter, der eigentlich über fundierte Geheimdienstinformationen verfügen sollte. Kiesewetter verbreitete die KI-gestützte Verschwörungstheorie umgehend über seinen Account und erklärte in einem Fernsehinterview allen Ernstes: „Die Sprachanalyse zeigt, dass eine Rückübersetzung ins Russische eine deutlich bessere sprachliche Darstellung liefert als das holprige Deutsch."
Der Mann mit dem Russland-Reflex
Dass Roderich Kiesewetter kein Freund Wladimir Putins ist, dürfte mittlerweile jedem politisch interessierten Bürger bekannt sein. Doch seine beinahe zwanghafte Fixierung auf den russischen Präsidenten als Universalschuldigen für sämtliche Missstände hat längst groteske Züge angenommen. Man erinnere sich nur an die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines, bei der Kiesewetter anfangs ebenfalls Russland verdächtigte – obwohl sich später Hinweise auf ukrainische Akteure verdichteten.
„Der Linksextremismus kann entweder nicht richtig Deutsch, oder lässt sich vorschreiben, was er sagen soll."
Mit dieser Aussage offenbart der CDU-Politiker ein erschreckendes Maß an analytischer Oberflächlichkeit. Dass deutsche Linksextremisten möglicherweise schlicht sprachliche Defizite aufweisen könnten – eine Erklärung, die auch die Sicherheitsbehörden für wahrscheinlicher halten – scheint für Kiesewetter keine Option zu sein.
Die eigentlichen Fragen bleiben unbeantwortet
Während sich der Außenpolitiker in seinen Kreml-Phantasien verliert, bleiben die wirklich drängenden Fragen unbeantwortet: Warum führt ein einzelner Anschlag zu einem derart großflächigen Stromausfall? Warum dauert die Reparatur so unverhältnismäßig lange? Warum werden die betroffenen Bürger nicht besser versorgt? Und vor allem: Warum ist unsere kritische Infrastruktur so erschreckend verwundbar?
Diese Fragen müssten eigentlich im Zentrum der politischen Debatte stehen. Stattdessen lenkt Kiesewetter mit seinen unbelegten Russland-Spekulationen von den eigentlichen Versäumnissen ab – Versäumnissen, die auch seiner eigenen Partei anzulasten sind, die nun seit Monaten die Regierungsverantwortung trägt.
Ein degradierter Rebell auf Aufmerksamkeitssuche
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Kiesewetter, der im vergangenen Sommer aus dem Parlamentarischen Kontrollgremium für die Geheimdienste entfernt wurde, sich nun auf KI-gestützte Analysen aus dem Internet stützen muss. Die Degradierung soll Berichten zufolge auf Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich zurückgehen. Vielleicht erklärt dies, warum der Politiker nun zu virtuellen Verschwörungstheorien greifen muss, um relevant zu bleiben.
Die Kiesewetter-Formel ist so simpel wie ermüdend: Egal was in Deutschland schiefläuft – Putin ist schuld. Diese reflexhafte Schuldzuweisung mag in bestimmten politischen Kreisen gut ankommen, sie löst jedoch kein einziges der realen Probleme, mit denen die frierenden Berliner Bürger derzeit konfrontiert sind. Deutschland braucht keine Politiker, die sich hinter bequemen Feindbildern verstecken, sondern solche, die die hausgemachten Probleme beim Namen nennen und beheben.
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