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Kettner Edelmetalle
27.01.2026
08:41 Uhr

Deutsche Wirtschaft im Sinkflug: Bundesregierung kassiert eigene Wachstumsprognose

Die Hiobsbotschaften für den Wirtschaftsstandort Deutschland reißen nicht ab. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wird am 28. Januar den neuen Jahreswirtschaftsbericht vorstellen – und die Zahlen dürften selbst hartgesottenen Optimisten die Laune verderben. Das Bruttoinlandsprodukt soll 2026 nur noch um magere ein Prozent wachsen. Noch im Herbst hatte man sich mit 1,3 Prozent getröstet. Ein Rückgang, der die strukturellen Probleme der einstigen Exportnation schonungslos offenlegt.

Doppelter Gegenwind aus Washington und Peking

Die Exportwirtschaft, einst das Rückgrat des deutschen Wohlstands, ächzt unter massivem Druck von zwei Seiten. Das Wirtschaftsministerium spricht in seiner Präsentation von „doppeltem Gegenwind" – eine fast schon verharmlosende Umschreibung für das, was deutsche Unternehmen derzeit erleben. Die Zollpolitik der Trump-Administration mit ihren 20-prozentigen Aufschlägen auf EU-Importe trifft die deutsche Industrie ins Mark. Gleichzeitig schwächelt der chinesische Markt, der jahrelang als Wachstumsmotor diente.

Die Exportprognose wurde entsprechend nach unten korrigiert: Statt 1,2 Prozent erwartet man für 2026 nur noch 0,8 Prozent Wachstum. Für 2027 bleibt es bei bescheidenen 1,6 Prozent. Zahlen, die vor wenigen Jahren noch als wirtschaftspolitisches Versagen gegolten hätten.

Binnenkonsum kann Exportflaute nicht kompensieren

Auch die Hoffnung auf eine starke Binnennachfrage erweist sich als trügerisch. Der private Konsum soll 2026 lediglich um 0,8 Prozent zulegen, 2027 dann um 1,1 Prozent. Angesichts der anhaltenden Inflation und steigender Lebenshaltungskosten halten die Deutschen ihr Geld offenbar lieber zusammen – ein Verhalten, das angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten durchaus nachvollziehbar erscheint.

Staatskonsum als fragwürdiger Wachstumstreiber

Bemerkenswert ist, worauf das prognostizierte BIP-Plus tatsächlich fußt: Der Staatskonsum soll im laufenden Jahr um satte 2,4 Prozent steigen. Mit anderen Worten: Die Bundesregierung plant, das schwache Wirtschaftswachstum durch noch mehr Staatsausgaben zu stützen. Ein Ansatz, der angesichts des bereits beschlossenen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für Infrastruktur die Schuldenlast künftiger Generationen weiter in die Höhe treiben dürfte.

Arbeitsmarkt unter Druck

Die Arbeitslosenquote wird für 2026 mit 6,2 Prozent prognostiziert, für 2027 mit sechs Prozent. Zahlen, die deutlich über dem Niveau liegen, das Deutschland in den vergangenen Jahren gewohnt war. Die strukturelle Schwäche der Wirtschaft schlägt sich zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt nieder.

Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die Versprechen aus dem Wahlkampf, keine neuen Schulden zu machen und die Wirtschaft anzukurbeln, erscheinen angesichts dieser Prognosen wie ferne Erinnerungen. Deutschland braucht dringend strukturelle Reformen, eine Entlastung der Unternehmen und eine Rückbesinnung auf wirtschaftspolitische Vernunft – statt immer neuer Schulden und staatlicher Ausgabenprogramme.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und einer schwächelnden Währung gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Instrument zur Vermögenssicherung an Bedeutung. Sie können eine sinnvolle Ergänzung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio darstellen.

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