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Kettner Edelmetalle
29.05.2026
06:08 Uhr

De-Dollarisierung im Gange: Die reichsten Familien der Welt ziehen ihr Geld aus Amerika ab

De-Dollarisierung im Gange: Die reichsten Familien der Welt ziehen ihr Geld aus Amerika ab

Wenn die superreichen Family Offices dieser Welt – jene diskreten Investmentvehikel der vermögendsten Dynastien – plötzlich beginnen, ihr Kapital aus den Vereinigten Staaten abzuziehen, dann sollte das jeden aufmerksamen Anleger hellhörig machen. Genau dieses Szenario zeichnet sich gerade ab, wie der jüngste UBS Global Family Office Report in aller Deutlichkeit offenlegt. Die Botschaft ist unmissverständlich: Das Vertrauen in den US-Dollar bröckelt, und die klügsten Köpfe der Finanzwelt suchen nach Alternativen.

Die größte Umschichtung seit Jahren

Satte 60 Prozent der befragten Family Offices planen, ihre Anlagestrategie im kommenden Jahr grundlegend zu überarbeiten – das ist rund doppelt so viel wie in den vergangenen fünf Jahren. Und besonders pikant: Nordamerika ist die einzige Region weltweit, aus der diese Vermögensverwalter Geld abziehen wollen. Stattdessen fließt das Kapital in Schwellenländer, nach Lateinamerika und sogar nach Afrika.

John Mathews, bei UBS verantwortlich für das Private Wealth Management in Amerika, brachte die Stimmungslage auf den Punkt: Noch im vergangenen Jahr seien Handelskonflikte das beherrschende Thema gewesen, heute hingegen ständen geopolitische Spannungen, globale Verschuldung und Zinsen im Vordergrund – und zwar nicht nur kurzfristig, sondern mit Blick auf langfristige Konsequenzen.

Warum Amerika seinen Glanz verliert

Die Gründe für diesen historischen Vertrauensverlust sind vielfältig und allesamt hausgemacht. Ein hochkonzentrierter Aktienmarkt, der gefährlich von einer Handvoll Tech-Giganten abhängt. Die wachsende Angst vor einer platzenden KI-Blase. Trumps aggressive Zollpolitik, die globale Lieferketten durcheinanderwirbelt. Ein fallender Dollar, schwankende wirtschaftspolitische Entscheidungen und – nicht zu vergessen – die explodierende Staatsverschuldung samt steigender Anleiherenditen. Wer hätte gedacht, dass die einstige Festung amerikanischer Finanzstabilität derart ins Wanken geraten würde?

Die Berater betonen zwar, es handle sich nicht um einen pauschalen Ausverkauf Amerikas. Doch die Marschrichtung ist eindeutig: Diversifikation über Ländergrenzen hinweg, um in einer immer komplexer werdenden Weltordnung Risiken auszubalancieren. Die Kriege in der Ukraine und im Iran, schwankende Zölle, Migrationsdebatten und Schuldenkrisen haben die Investmentlandschaft fundamental verändert.

"Jurisdiktionelle Diversifikation" – das neue Zauberwort

Ein neuer Begriff macht in der Welt der Family Offices die Runde: jurisdictional diversification, also die Streuung des Vermögens über mehrere Rechtsräume hinweg. Zwei Drittel der Family Offices halten ihre liquiden Vermögenswerte mittlerweile in mindestens drei verschiedenen Jurisdiktionen. Knapp ein Drittel ist sogar in vier oder mehr Ländern aktiv – von Lateinamerika über die USA und China bis hin zu Europa, dem Nahen Osten und Asien.

De-Dollarisierung: Der Abschied vom Greenback

Besonders brisant ist der Trend zur sogenannten "De-Dollarisierung". Mehr als ein Viertel der Family Offices plant, ihre Bestände an in US-Dollar denominierten Vermögenswerten zu reduzieren. Zwei Drittel gehen davon aus, dass das Vertrauen in die Rolle des Dollars als globale Reservewährung weiter schwinden wird. Knapp die Hälfte gibt offen zu, gegenüber dem Dollar überexponiert zu sein. Als bevorzugte Alternativwährungen werden der Schweizer Franken und der Euro genannt – wobei letzteres angesichts der wirtschaftlichen Misere in der Eurozone fast schon kurios anmutet.

Gold rĂĽckt in den Fokus

Doch der spannendste Aspekt des Reports betrifft die geplanten Neuallokationen. Die Family Offices wollen ihre Investitionen in Schwellenländer-Aktien aufstocken, in Infrastrukturprojekte – und vor allem in Gold. Das gelbe Edelmetall, jahrhundertelang als ultimativer Werterhalt bewährt, erlebt eine Renaissance unter den vermögendsten Familien der Welt. Gleichzeitig werden Cash-Bestände und Immobilieninvestments leicht reduziert. Wer die Zeichen der Zeit lesen kann, erkennt hier ein klares Signal: Wenn die smartesten Investoren der Welt in physische Werte flüchten, sollten Privatanleger das nicht ignorieren.

Die größten Risiken aus Sicht der Superreichen

Als größtes Risiko der kommenden zwölf Monate – und auch der nächsten fünf Jahre – nennen die Family Offices geopolitische Unsicherheit. An zweiter Stelle folgt ein globaler Handelskrieg. Hyperinflation, Cyberangriffe und Schuldenkrisen werden ebenfalls als hochbrisant eingestuft. Die Sorgen drehen sich also nicht um kurzfristige Marktschwankungen, sondern um strukturelle, langfristige Verwerfungen des internationalen Finanzsystems.

Eine bemerkenswerte Spaltung

Interessanterweise zeigt der Report eine wachsende Kluft zwischen amerikanischen und ausländischen Family Offices. Während die US-Vermögensverwalter weiter auf ihren Heimatmarkt setzen und ihren US-Anteil sogar von 86 auf 88 Prozent erhöht haben, ziehen sich internationale Family Offices zunehmend zurück. Chinesische Family Offices halten mittlerweile die Hälfte ihres Vermögens in Westeuropa, westeuropäische Family Offices haben 41 Prozent ihres Kapitals in der eigenen Region investiert.

Was bedeutet das fĂĽr deutsche Anleger?

Während die Bundesregierung in Berlin mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die nächste Generation in eine beispiellose Schuldenfalle treibt und der politische Diskurs sich an Nebenschauplätzen abarbeitet, treffen die wahren Strategen ihre Vorbereitungen für stürmische Zeiten. Sie streuen geografisch, sie reduzieren Dollar-Exposition – und sie kaufen Gold. Diese drei Säulen einer durchdachten Vermögenssicherung sollten auch dem deutschen Sparer zu denken geben, der jahrelang von Politik und Bankberatern in vermeintlich sichere Staatsanleihen oder schwankungsanfällige ETFs gelockt wurde.

Physische Edelmetalle bieten in einem Umfeld geopolitischer Verwerfungen, wachsender Staatsverschuldung und schwindenden Vertrauens in Papierwährungen eine bewährte Ergänzung für ein breit gestreutes Anlageportfolio. Das gilt für die Rothschilds dieser Welt ebenso wie für den deutschen Familienvater, der sein hart erarbeitetes Vermögen vor den Folgen einer verfehlten Geld- und Fiskalpolitik schützen möchte.

Wichtiger Hinweis

Die Kettner Edelmetalle Redaktion betreibt keine Anlageberatung. Die in diesem Artikel dargestellten Informationen geben ausschließlich die Meinung der Redaktion sowie öffentlich zugängliche Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen. Eine Haftung für Vermögensverluste, die durch Investitionsentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bei konkreten Fragen zu Ihrer persönlichen Anlagesituation wenden Sie sich bitte an einen unabhängigen, qualifizierten Finanzberater.

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