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07.01.2026
09:52 Uhr

DAX auf Rekordjagd: Rüstungsaktien treiben deutschen Leitindex auf historisches Hoch

DAX auf Rekordjagd: Rüstungsaktien treiben deutschen Leitindex auf historisches Hoch

Der deutsche Aktienmarkt startet mit einem Paukenschlag ins neue Jahr. Der DAX schloss am Montag bei beeindruckenden 24.868,69 Punkten – ein Plus von 1,34 Prozent und damit ein neuer historischer Höchststand. Das bisherige Rekordhoch vom Oktober 2025 wurde damit pulverisiert. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Es sind nicht etwa innovative Technologieunternehmen oder der vielgepriesene Mittelstand, die diesen Aufschwung befeuern. Nein, es ist die Rüstungsindustrie.

Kriegsgewinnler an der Spitze

Rheinmetall legte um satte neun Prozent zu. Im MDAX gehörten der Panzergetriebehersteller Renk und der Rüstungselektronik-Spezialist Hensoldt zu den gefragtesten Werten. Eine bittere Ironie der Geschichte: Während die Welt in Flammen steht, klingeln an der Börse die Kassen. Der Ukraine-Krieg, der nach wie vor keine Lösung findet, erweist sich als verlässlicher Kurstreiber für die Waffenschmieden der Republik.

Hinzu kommt die jüngste Eskalation zwischen den USA und Venezuela. US-Präsident Donald Trump hat nach dem Angriff auf das südamerikanische Land nun auch Kolumbien ins Visier genommen. Die Gefangennahme und Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch amerikanische Streitkräfte sorgt für erhebliche Unruhe auf den internationalen Märkten.

Schuldenfinanzierte Hoffnungen

Die Anleger setzen offenbar große Hoffnungen in die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Weniger Bürokratie und massive staatliche Investitionen sollen die lahmende deutsche Wirtschaft wieder auf Trab bringen. Doch man darf sich fragen: Ist ein Aufschwung, der maßgeblich auf Kriegsgerät und Staatsschulden basiert, wirklich nachhaltig?

„Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit"

So bringt es Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades auf den Punkt. Venezuela verfügt über signifikante Ölreserven, weshalb die Marktteilnehmer die Entwicklung der Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationserwartungen mit Argusaugen beobachten. Sollte die geopolitische Instabilität weiter zunehmen, könnte der Risikoappetit der Anleger schnell wieder schwinden.

Ölaktien profitieren von der Krise

Auch an der Wall Street machte sich die Venezuela-Krise bemerkbar. Aktien von Öl-Unternehmen legten kräftig zu und trugen zu einem Hoch des Dow Jones bei. Die Verflechtung von Krieg, Rohstoffen und Börsengewinnen zeigt sich hier in aller Deutlichkeit.

Ein fragwürdiger Rekord

Der neue DAX-Rekord mag auf dem Papier beeindruckend wirken. Doch er offenbart auch die Schattenseiten unserer Zeit: Eine Wirtschaft, die von geopolitischen Krisen profitiert, Staatsschulden, die künftige Generationen belasten werden, und eine Welt, die immer weiter in Konflikte schlittert. Für konservative Anleger, die auf Substanz und langfristige Werte setzen, bleibt die Frage: Wie lange kann dieser schuldengetriebene Boom noch anhalten?

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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