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27.06.2026
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Das Fundament bröckelt: Warum in Deutschland kaum noch geheiratet wird

Das Fundament bröckelt: Warum in Deutschland kaum noch geheiratet wird

Es ist eine Zahl, die mehr über den Zustand unseres Landes verrät als jede politische Sonntagsrede: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nur noch 348.800 Ehen geschlossen. Das ist der tiefste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1950. Lassen Sie sich diese historische Dimension auf der Zunge zergehen – seit über siebzig Jahren hat sich kein deutsches Paar so wenig getraut, das Wagnis Ehe einzugehen wie heute. Das Statistische Bundesamt vermeldet diesen Niedergang in der nüchternen Sprache der Bürokratie. Doch hinter den Ziffern verbirgt sich nichts weniger als die schleichende Erosion des wichtigsten gesellschaftlichen Fundaments überhaupt: der Familie.

Ein Rückgang mit Ansage

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Eheschließungen um 403 – ein Minus von 0,1 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2003 beträgt der Rückgang bereits satte 8,9 Prozent. Der weit überwiegende Teil der Verbindungen, nämlich 339.900, wurde nach wie vor zwischen Mann und Frau geschlossen. Hinzu kamen rund 8.900 gleichgeschlechtliche Ehen. Die Botschaft ist eindeutig: Die klassische Familie aus Vater, Mutter und Kind bleibt das Modell, für das sich die übergroße Mehrheit der Menschen entscheidet – wenn sie sich denn überhaupt noch entscheidet.

Doch warum schwindet die Bereitschaft, einen verbindlichen Bund fürs Leben einzugehen? Ist es Zufall, dass ausgerechnet in einer Zeit grassierender wirtschaftlicher Unsicherheit, explodierender Lebenshaltungskosten und einer Politik, die junge Familien mit ideologischen Experimenten überzieht statt sie zu fördern, immer weniger Menschen den Schritt vor den Traualtar wagen? Wer eine Familie gründen möchte, braucht Planungssicherheit, bezahlbaren Wohnraum und das Gefühl, dass sich Verantwortung lohnt. All das ist in der Bundesrepublik des Jahres 2025 zur Mangelware geworden.

Scheidungen ziehen wieder leicht an

Während die Zahl der Hochzeiten purzelt, klettern die Scheidungszahlen wieder nach oben. Rund 130.100 Ehen wurden 2025 durch richterlichen Beschluss beendet – 716 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 0,6 Prozent. Damit setzt sich die zarte Aufwärtsbewegung fort, die nach dem historischen Tiefstand von 2023 begonnen hatte. Langfristig betrachtet liegt die Scheidungsrate zwar deutlich unter dem Rekordniveau von 2003 – um satte 39,2 Prozent. Doch dieser scheinbar positive Trend hat einen bitteren Beigeschmack: Wo weniger geheiratet wird, kann naturgemäß auch weniger geschieden werden.

„Je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden 1,56 Ehen im Jahr 2025 geschieden“, so das Statistische Bundesamt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,54.

Die wahren Opfer: unsere Kinder

Besonders alarmierend ist ein Detail, das in den dürren Pressemitteilungen schnell untergeht. In mehr als der Hälfte aller Scheidungsfälle – exakt 51,7 Prozent – waren minderjährige Kinder betroffen. Das entspricht rund 67.200 zerbrochenen Familien. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr etwa 113.400 Kinder erleben, wie ihre Eltern getrennte Wege gingen. Jedes einzelne dieser Kinder trägt eine Last, die kein Statistikbericht je erfassen kann.

Auffällig dabei: Der Anteil von Scheidungen mit zwei oder mehr Kindern nimmt zu. Während knapp die Hälfte der getrennten Paare ein Kind hatte, waren bei 40,5 Prozent zwei Kinder betroffen, bei weiteren 11,9 Prozent sogar drei oder mehr. Ein langjähriger Trend, der die Frage aufwirft, ob unsere Gesellschaft den Wert stabiler Familienverhältnisse überhaupt noch ernst nimmt.

Späte Trennungen auf dem Vormarsch

Im Durchschnitt hielten die geschiedenen Ehen 14 Jahre und 7 Monate. Bemerkenswert ist der Anstieg später Trennungen: Bei rund 20.800 Paaren – immerhin 16 Prozent aller Fälle – kam das Ehe-Aus erst zur Silberhochzeit oder noch danach. In den 1990er Jahren lag dieser Anteil noch bei mageren 10 bis 11 Prozent. Offenbar zerbrechen selbst jahrzehntelange Verbindungen heute schneller als früher.

Die überwältigende Mehrheit der Scheidungen verlief einvernehmlich: In 90,1 Prozent der Fälle stimmte der Ehepartner dem Antrag zu, 81 Prozent erfolgten nach dem klassischen Trennungsjahr. Bei den gleichgeschlechtlichen Paaren, deren „Ehe für alle“ erst im Oktober 2017 eingeführt wurde, stieg die Zahl der Scheidungen um 10 Prozent auf rund 1.700 Fälle – ihr Anteil am Gesamtgeschehen bleibt mit 1,3 Prozent jedoch gering.

Ein Spiegelbild des Zeitgeists

Was sagen uns diese Zahlen über den Zustand unseres Landes? Sie zeichnen das Bild einer Gesellschaft, die das Vertrauen in langfristige Bindungen zunehmend verliert. Die Ehe, einst Inbegriff von Verlässlichkeit, Verantwortung und Zukunftsglauben, wird offenbar immer häufiger als Risiko empfunden, das man besser meidet. Es ist eine Entwicklung, die nicht im luftleeren Raum geschieht. Wer junge Menschen mit Inflation, Wohnungsnot und einer Politik konfrontiert, die traditionelle Lebensentwürfe bestenfalls belächelt und schlimmstenfalls bekämpft, darf sich über schwindende Heiratsbereitschaft nicht wundern.

Die Familie ist und bleibt die kleinste, aber stärkste Zelle einer funktionierenden Gesellschaft. Wenn sie erodiert, erodiert das ganze Land. Es wäre höchste Zeit, dass die Politik in Berlin diesem Trend nicht mit gleichgültigem Achselzucken, sondern mit echter Familienförderung begegnet – mit bezahlbarem Wohnraum, steuerlicher Entlastung und einem klaren Bekenntnis zu jenen Werten, die unsere Gesellschaft über Generationen hinweg getragen haben.

Was Beständigkeit wirklich bedeutet

Inmitten einer Welt, in der selbst die innigsten menschlichen Bindungen brüchig werden, gewinnt der Gedanke an echte Beständigkeit neue Bedeutung. Genau wie eine intakte Familie über Jahrzehnte Halt gibt, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg ihren Wert bewahrt – unabhängig von politischen Moden und wirtschaftlichen Stürmen. Wer in unsicheren Zeiten nach einem soliden Fundament sucht, sollte über eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio nachdenken. Sie sind, anders als so manche zwischenmenschliche Verbindung, ein Wert, der die Zeit überdauert.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, vor finanziellen Entscheidungen eigenständig zu recherchieren beziehungsweise einen qualifizierten Berater hinzuzuziehen. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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