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Kettner Edelmetalle
03.02.2026
14:40 Uhr

Das Ende einer Ära: Europas größte Wurstfabrik kapituliert vor dem Versagen der Wirtschaftspolitik

Das Ende einer Ära: Europas größte Wurstfabrik kapituliert vor dem Versagen der Wirtschaftspolitik

Es ist ein Bild, das sich in den vergangenen Jahrzehnten im Osten Deutschlands allzu oft wiederholt hat: Ein traditionsreiches Unternehmen, das einst Tausende Menschen ernährte und einer ganzen Region Identität verlieh, muss seine Pforten schließen. Die Eberswalder Wurstfabrik, zu DDR-Zeiten der größte Fleischverarbeitungsbetrieb Europas, wird Ende Februar 2026 endgültig die Produktion einstellen. Rund 500 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit – und mit ihnen stirbt ein Stück ostdeutscher Industriegeschichte.

Vom sozialistischen Vorzeigeprojekt zum Opfer des Strukturwandels

Die Dimensionen des 1977 errichteten Schlacht- und Verarbeitungskombinats waren einst beeindruckend. Auf 65 Hektar Fläche sorgten rund 3000 Mitarbeiter dafür, dass die Gaststätten der DDR mit Würstchen und Fleischprodukten versorgt wurden. Die riesigen Plattenbausiedlungen in Eberswalde, die noch heute das Stadtbild prägen, wurden eigens für die Beschäftigten errichtet. Bis zu 200.000 Schweine wurden in der nahegelegenen Mastanlage Lichterfelde gehalten. Die berühmten Eberswalder Würstchen gingen sogar für harte Devisen nach West-Berlin.

Dann kam die Wende – und wie überall im Osten begann der schleichende Niedergang. Was folgte, war ein Muster, das sich in unzähligen ostdeutschen Betrieben wiederholte: Massenentlassungen, Privatisierung, wechselnde Eigentümer und am Ende das Aus. Dass ausgerechnet der Fleischgigant Tönnies, der 2022 als vermeintlicher Retter einsprang, nun den Stecker zieht, hinterlässt bei vielen Beschäftigten einen bitteren Nachgeschmack.

Tönnies: Retter oder Totengräber?

Die Übernahme durch den Tönnies-Konzern wurde von vielen Mitarbeitern zunächst als Rettung wahrgenommen. Ohne diesen Schritt, so berichten Angestellte, hätte der Betrieb bereits vor zweieinhalb Jahren nicht mehr weitergeführt werden können. Doch die Hoffnung zerschlug sich schnell. „Die wirtschaftliche Stabilisierung durch den Konzern hat nur Zeit verschafft – die grundlegenden strukturellen Probleme wurden in dieser Zeit nicht gelöst", erklärt eine Mitarbeiterin gegenüber der Presse.

Bemerkenswert ist, dass die lokale Geschäftsführung nach der Übernahme weitgehend unverändert im Amt blieb. Notwendige strukturelle Veränderungen wurden nicht konsequent angegangen. Defizite im Management, unterlassene Investitionen in moderne Produktionsmaschinen, marode Kälte- und Energieinfrastruktur sowie eine unzureichende Fachkräftesicherung – all dies führte zu einem Investitionsstau in Millionenhöhe, der angesichts der geringen Margen in der Branche aus eigener Kraft kaum noch zu bewältigen war.

Minimale Abfindungen für jahrzehntelange Treue

Besonders bitter für die langjährigen Mitarbeiter: Die Abfindungen berechnen sich ausschließlich nach der Zeit, die sie nach der Tönnies-Übernahme im Unternehmen verbracht haben. Wer bereits vorher bei der Eberswalder Wurst beschäftigt war – teilweise über Jahrzehnte hinweg – steht nun mit minimalen Zahlungen da. Eine Praxis, die man nur als zynisch bezeichnen kann.

„Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die teilweise generationenübergreifend die Versorgung mit Fleisch- und Wurstwaren der Marke Eberswalder mit harter Arbeit gesichert haben, endet eine Lebensaufgabe."

Diese Worte der brandenburgischen Ministerin für Ernährungswirtschaft, Hanka Mittelstädt, mögen gut gemeint sein, doch sie werden den Betroffenen kaum über ihre Enttäuschung hinweghelfen. Die Ministerin räumt selbst ein, dass sich für viele Menschen nun Mechanismen zu wiederholen scheinen, die sie aus der Zeit nach dem Mauerfall kennen.

Ein Symbol für das Versagen der Wirtschaftspolitik

Das Schicksal der Eberswalder Wurstfabrik ist mehr als nur eine betriebswirtschaftliche Tragödie. Es ist ein Sinnbild für das systematische Versagen der deutschen Wirtschaftspolitik, insbesondere im Osten des Landes. Während Milliarden in fragwürdige Klimaprojekte und ideologisch motivierte Transformationsprogramme fließen, sterben traditionsreiche Industriebetriebe einen leisen Tod.

Die Beschäftigten wurden übrigens nach Bekanntgabe der Schließung gezwungen, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Unter Androhung hoher Vertragsstrafen ist es ihnen untersagt, Betriebsinterna nach außen weiterzugeben. Ein Vorgehen, das Fragen aufwirft: Was genau soll hier vertuscht werden?

Die Marke lebt weiter – nur nicht in Eberswalde

Die im Handel gut eingeführte Marke Eberswalder Wurst soll es auch künftig zu kaufen geben. Wo sie produziert wird, ist derzeit noch offen – im Gespräch sind Werke in Suhl, Chemnitz und Zerbst. Für die Menschen in Eberswalde ist das ein schwacher Trost. Sie verlieren nicht nur einen der größten Arbeitgeber der Region, sondern auch ein Stück ihrer Identität.

Dass ausgerechnet Clemens Tönnies, dessen Vermögen auf über eine Milliarde Euro geschätzt wird und der gelegentlich mit dem Hubschrauber in Eberswalde vorbeischaut, nun die Verantwortung für das Aus trägt, empfinden viele als besonders bitter. Der Fleischkonzern, der während der Corona-Pandemie durch katastrophale hygienische Zustände in Sammelunterkünften und fragwürdige Arbeitsverträge für Schlagzeilen sorgte, wirbt auf seiner Website mit dem Begriff „Nachhaltigkeit". Eine Vokabel, die angesichts der Mengen an Fleisch und Wurst, die regelmäßig weggeworfen werden, für viele Angestellte wie blanker Hohn klingt.

Das Ende der Eberswalder Wurstfabrik ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des wirtschaftlichen Niedergangs Ostdeutschlands. Es zeigt einmal mehr, dass die viel beschworene Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung eine Illusion geblieben ist. Die Menschen in Eberswalde werden sich daran erinnern – spätestens bei der nächsten Wahl.

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