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Kettner Edelmetalle
20.01.2026
17:14 Uhr

Dänischer Pensionsfonds kehrt US-Staatsanleihen den Rücken: „Amerika ist kein guter Schuldner mehr"

Dänischer Pensionsfonds kehrt US-Staatsanleihen den Rücken: „Amerika ist kein guter Schuldner mehr"

Was sich wie ein diplomatischer Paukenschlag anhört, könnte der Beginn einer tektonischen Verschiebung auf den globalen Finanzmärkten sein. Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension hat angekündigt, bis Ende des Monats sämtliche US-Staatsanleihen abzustoßen. Die Begründung des Investmentchefs Anders Schelde ist dabei so schonungslos wie entlarvend: „Die USA sind grundsätzlich kein guter Schuldner, und langfristig sind die amerikanischen Staatsfinanzen nicht tragfähig."

Der Kaiser ist nackt – und ein Däne sagt es wieder

Es entbehrt nicht einer gewissen historischen Ironie, dass ausgerechnet Dänemark diese unbequeme Wahrheit ausspricht. Vor rund zweihundert Jahren war es der dänische Dichter Hans Christian Andersen, der in seinem Märchen „Des Kaisers neue Kleider" die Menschheit daran erinnerte, dass manchmal ein Kind – oder eben ein kleines Land – aussprechen muss, was alle sehen, aber niemand zu sagen wagt.

Der Pensionsfonds, der rund 25 Milliarden Dollar an Ersparnissen für Lehrer und Akademiker verwaltet, hielt zum Jahresende etwa 100 Millionen Dollar in US-Staatsanleihen. Eine Summe, die im gigantischen Treasury-Markt kaum ins Gewicht fällt. Doch die symbolische Wirkung dieser Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben.

Trumps Grönland-Drohungen als Katalysator

Schelde nannte die wiederholten Drohungen von Präsident Donald Trump, Grönland zu übernehmen, als einen der Gründe für den Ausstieg. Doch die Bedenken gehen tiefer: mangelnde fiskalische Disziplin und ein schwächelnder Dollar rechtfertigen nach Ansicht des Fondsmanagers einen generellen Rückzug aus amerikanischen Anlagen.

Die Entscheidung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Erst kürzlich hatte der Stratege George Saravelos von der Deutschen Bank darauf hingewiesen, dass europäische Länder insgesamt 8 Billionen Dollar in amerikanischen Anleihen und Aktien halten – fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen. In einem Umfeld, in dem die geoökonomische Stabilität der westlichen Allianz existenziell erschüttert wird, sei es nicht mehr selbstverständlich, dass Europäer diese Rolle weiter spielen wollten.

US-Finanzminister Bessent warnt vergeblich

Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete es als „logikwidrig", wenn europäische Regierungen amerikanische Schulden als Reaktion auf die Grönland-Drohungen verkaufen würden. Doch die Märkte scheinen sich von solchen Appellen wenig beeindrucken zu lassen.

Kritiker warnen bereits vor einem gefährlichen Dominoeffekt. Europa habe eine Neigung zum Tugend-Signalisieren – man denke nur an die überstürzte Abschaltung von Kernkraftwerken ohne adäquaten Ersatz. Sollten nun weitere Fonds dem dänischen Beispiel folgen, könnte sich schnell herausstellen, dass kein Markt tief oder liquide genug ist, um diese Gelder aufzunehmen, ohne dabei die Spreads völlig aus dem Ruder laufen zu lassen.

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Für konservative Anleger, die schon lange vor der ausufernden Staatsverschuldung der westlichen Industrienationen gewarnt haben, ist diese Entwicklung keine Überraschung. Die Flucht aus Staatsanleihen unterstreicht einmal mehr die Bedeutung von physischen Edelmetallen als Vermögenssicherung. Während Papierwerte und Staatsschulden zunehmend in Frage gestellt werden, bleibt Gold seit Jahrtausenden ein verlässlicher Wertspeicher – unabhängig von politischen Launen und fiskalischer Verantwortungslosigkeit.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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