
Claude-Macher im Rechen-Rausch: Anthropic rutscht vor IPO ins Minus!

Kurz vor dem Börsengang hat Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude, die Zahlen zum dritten Quartal nachgereicht. Am Montag ergänzte das Start-up aus San Francisco seinen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC. Der Umsatz explodiert, aber das Unternehmen schreibt operativ wieder Verluste.
Für Anleger, die auf den vielleicht größten Tech-Börsengang des Jahres warten, ist das eine unbequeme Lektüre. Wachstum allein bezahlt eben keine Rechenzentren.
Zwölfmal mehr Umsatz und trotzdem rote Zahlen
Auf den ersten Blick sehen die Zahlen glänzend aus. Laut Prospekt stieg der Quartalsumsatz von 11,6 auf 17 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es Berichten zufolge erst rund 1,4 Milliarden, also ein Plus um das Zwölffache.
Darunter sieht es weniger rosig aus. Im zweiten Quartal hatte Anthropic erstmals einen Betriebsgewinn von 974 Millionen Dollar erzielt. Jetzt steht wieder ein operatives Minus von 567 Millionen Dollar in den Büchern. Der Gewinn hielt also nur ein einziges Quartal.
Auch das Tempo lässt nach. Medienberichten zufolge wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorquartal nur noch um 47 Prozent, nach 144 Prozent im zweiten Quartal. Preissenkungen und vertragliche Rabatte sollen den Umsatz zudem um rund 600 Millionen Dollar gedrückt haben.
Teurer Strom aus der Steckdose der Konkurrenz
Für den Rückfall nennt der Prospekt zwei Gründe. Erstens war die Nachfrage größer als die langfristig gebuchte Rechenleistung. Anthropic kaufte deshalb kurzfristig Kapazität für fünf Milliarden Dollar zu. Diese koste nach eigenen Angaben „signifikant mehr“ als die Kapazität aus Mehrjahresverträgen.
Zweitens schlägt ein Spendenprogramm zu Buche. Spenden Mitarbeiter ihre Firmenanteile für wohltätige Zwecke, legt das Unternehmen den gleichen Betrag noch einmal drauf. Dafür wurden zwei Milliarden Dollar als Aufwand verbucht, obwohl bisher kein Geld geflossen ist.
Ohne diese Buchung und ohne Aktienvergütung bleibe ein bereinigter Betriebsgewinn von 2,5 Milliarden Dollar. Die bereinigte Marge fiel aber wegen der teuren Zusatzkapazität von 19 auf 15 Prozent. Das ist der eigentliche Warnhinweis: Je mehr Kunden kommen, desto teurer wird jeder zusätzliche Dollar Umsatz.
104 Milliarden Dollar Verlust in neun Monaten
Noch drastischer sind die Zahlen unter dem Strich. Berichten zufolge lag der Nettoverlust im dritten Quartal bei 23,3 Milliarden Dollar. 21,9 Milliarden davon entfallen auf die Neubewertung von Wandelanleihen, die wegen der höheren Unternehmensbewertung nötig wurde. In den ersten neun Monaten 2026 summiert sich das Minus auf rund 104 Milliarden Dollar, bei einem Umsatz von gut 33 Milliarden.
Hinzu kommen enorme Zahlungsverpflichtungen. Anthropic weist Kauf- und Mietverpflichtungen von rund 895 Milliarden Dollar aus, fast ausschließlich für Rechenleistung und Infrastruktur. Etwa 70 Milliarden davon werden innerhalb von zwölf Monaten fällig. Als Partner nennen Medien unter anderem Amazon, Google und SpaceX.
Erinnerungen an die Dotcom-Zeit
Viele Marktbeobachter fühlen sich an das Jahr 2000 erinnert. Damals gingen Internetfirmen mit großen Wachstumsversprechen an die Börse, und die Bewertungen lösten sich irgendwann von jeder Ertragskraft. Der Börsengang soll Berichten zufolge noch vor Thanksgiving stattfinden. Er gilt als Test dafür, ob die KI-Euphorie an der Wall Street noch trägt.
Fazit: Hype ist keine Bilanz
Anthropic beherrscht seine Technik, keine Frage. Das Geschäftsmodell muss aber erst noch beweisen, dass es dauerhaft profitabel sein kann. Wer in einem solchen Umfeld nicht alles auf die nächste Tech-Rakete setzen will, findet in physischem Gold und Silber eine bewährte Beimischung. Diese Werte gibt es seit Jahrtausenden, und sie brauchen weder Rechenzentren noch Wandelanleihen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













