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17.02.2026
06:52 Uhr

Chinas Schuldenmodell: Ein Koloss auf tönernen Füßen – und eine Warnung für Europa

Chinas Schuldenmodell: Ein Koloss auf tönernen Füßen – und eine Warnung für Europa

Während die westliche Welt gebannt auf Trumps Zollpolitik und die eigenen fiskalischen Abenteuer starrt, braut sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ein Sturm zusammen, der das globale Finanzsystem in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Chinas Wachstumsmodell, einst bewundert und von manch europäischem Politiker als Vorbild gepriesen, entpuppt sich zunehmend als gigantische Schuldenmaschine – mit abnehmendem Ertrag und wachsendem Risiko.

Immer mehr Schulden für immer weniger Wachstum

Die jüngsten Zahlen zur sozialen Finanzierung in China zeichnen ein ernüchterndes Bild. Die Wirtschaft des Reichs der Mitte stützt sich in einem besorgniserregenden Ausmaß auf Staatsschulden, während die private Kreditnachfrage erschreckend schwach bleibt. Was auf den ersten Blick nach einem kontrollierbaren Konjunkturprogramm aussieht, offenbart bei genauerem Hinsehen eine strukturelle Krise von historischem Ausmaß.

Um die Dimension zu begreifen, lohnt ein Blick zurück ins Jahr 2000. Damals wuchs Chinas Wirtschaft real um acht bis neun Prozent jährlich, und jeder Prozentpunkt Wachstum erforderte lediglich 13 bis 16 Prozentpunkte an Verschuldung gemessen am BIP. Die Gesamtverschuldung des nicht-finanziellen Sektors lag bei kaum mehr als 120 Prozent des BIP. Heute? Die Verschuldung sei auf rund 285 Prozent des BIP gestiegen, und chinesische Denkfabriken wie die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften bezifferten die „Makro-Leverage-Ratio" für 2025 auf über 302 Prozent. Jeder Prozentpunkt Wachstum verschlinge nun 60 bis 75 Prozentpunkte an Verschuldung – mehr als das Dreifache dessen, was vor einem Vierteljahrhundert nötig war.

Das ist keine Effizienzsteigerung. Das ist ein Teufelskreis.

Der Staat als letzter Kreditnehmer

Besonders alarmierend: Der Motor des Kreditwachstums in China seien längst nicht mehr Haushalte und private Unternehmen, sondern der Staat und staatsnahe Konzerne. Im Januar 2026 sei die aggregierte soziale Finanzierung auf 7,22 Billionen Yuan gesprungen – deutlich über den Erwartungen und dem Vorjahreswert. Gleichzeitig seien neue Bankkredite in Yuan mit 4,7 Billionen Yuan um rund 420 Milliarden unter dem Vorjahr geblieben, was die anhaltende Schwäche der privaten Kreditnachfrage unterstreiche.

Peking plane, im Jahr 2025 Sonderanleihen lokaler Regierungen im Volumen von 4,4 Billionen Yuan auszugeben – 500 Milliarden mehr als im Vorjahr. Insgesamt dürften lokale Regierungen Anleihen im Umfang von mehr als zehn Billionen Yuan emittieren. Das offizielle Haushaltsdefizit liege bei vier Prozent des BIP, doch wenn man alle Budgetposten konsolidiere – einschließlich Sonderanleihen, Regierungsfonds und außerbudgetärer Vehikel –, betrage das tatsächliche Fiskaldefizit nach Schätzungen renommierter Analysten eher neun Prozent. China verlasse sich zunehmend auf versteckte oder quasi-fiskalische Kreditaufnahme, um das Wachstum zu stützen.

Die Immobilienkrise als offene Wunde

Das Immobiliendebakel trifft chinesische Familien gleich mehrfach. Nicht nur hätten die meisten von ihnen einen erheblichen Wertverlust ihrer Eigenheime hinnehmen müssen – viele Familien hätten zudem in die attraktiv verzinsten Schuldverschreibungen von Immobilienentwicklern investiert, was zu massiven Verlusten und in zahlreichen Fällen sogar zur vollständigen Vernichtung der Ersparnisse geführt habe. Trotz des Überangebots an Wohnraum seien die Preise nicht weit genug gefallen, um eine neue Nachfrage nach Hypotheken auszulösen. Die traditionelle Sparsamkeit chinesischer Bürger verschärfe das Problem zusätzlich.

Die Investitionen in die Immobilienentwicklung seien in den ersten drei Quartalen 2025 um 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, wobei der Wohnungsbau mit einem Minus von 12,9 Prozent den stärksten Rückgang seit 2021 verzeichnet habe. Analysten erwarteten weitere zweistellige Rückgänge, eine Stabilisierung sei frühestens 2027 in Sicht – wenn überhaupt.

Überkapazitäten und schwächelnde Industrie

Als wäre die Immobilienkrise nicht genug, kämpfe China mit massiven Überkapazitäten in Schlüsselindustrien. Die industrielle Kapazitätsauslastung habe Ende 2025 bei lediglich 74,9 Prozent gelegen – deutlich unter dem Höchststand von 78,4 Prozent aus dem Jahr 2021. Stahl, Automobil, Legacy-Chips und Teile des sogenannten „grünen" Technologiesektors produzierten weit über die inländische und internationale Nachfrage hinaus. Die Einkaufsmanagerindizes zeigten schwache Auftragseingänge, während Insolvenzen und Konkurse zugenommen hätten.

Parallelen zu Deutschland – eine unbequeme Wahrheit

Wer nun glaubt, Chinas Schuldenproblematik sei ein rein asiatisches Phänomen, der irrt gewaltig. Die Parallelen zur deutschen und europäischen Fiskalpolitik sind frappierend. Auch hierzulande setzt die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz auf ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen – ein euphemistischer Begriff für Schulden, die kommende Generationen belasten werden. Auch in Deutschland wird versucht, mit immer größeren Dosen fiskalischer Stimuli ein Wachstum zu erzwingen, das sich organisch nicht mehr einstellen will. Der Unterschied? China hat wenigstens noch einen boomenden Technologiesektor und exportstarke Unternehmen als Sicherheitsnetz. Deutschland hingegen deindustrialisiert sich in atemberaubendem Tempo.

Die chinesische Erfahrung sollte als Mahnung dienen: Wer glaubt, man könne sich dauerhaft aus einer strukturellen Wachstumsschwäche herausschulden, der wird früher oder später mit der Realität konfrontiert. Jede zusätzliche Billion an Schulden erzeugt weniger Wachstum als die vorherige – bis am Ende nur noch Stagnation übrig bleibt.

Gold als Anker in stürmischen Zeiten

In einem globalen Umfeld, in dem sowohl die zweitgrößte als auch die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt auf schuldenfinanziertes Wachstum setzen, drängt sich die Frage auf, welche Vermögenswerte in einem solchen Szenario tatsächlich Bestand haben. Es ist kein Zufall, dass Zentralbanken weltweit – allen voran die chinesische Zentralbank selbst – ihre Goldreserven massiv aufstocken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen kein Gegenparteirisiko, können nicht durch Zentralbanken entwertet werden und haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt. In Zeiten, in denen Papiergeld und Staatsanleihen zunehmend fragwürdig erscheinen, bleibt das gelbe Metall der ultimative Vermögensschutz.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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