
Chinas Chip-Boykott: Peking zeigt Trump die kalte Schulter
Kaum hat Donald Trump die Verkaufsbeschränkungen für Nvidias H20-KI-Chips gelockert, da zeigt ihm Peking bereits, wer in China wirklich das Sagen hat. Die chinesische Regierung dränge heimische Technologieunternehmen dazu, auf die amerikanischen Chips zu verzichten – trotz Trumps großzügiger Geste, die ihm satte 15 Prozent der entsprechenden Umsätze in die Staatskasse spülen sollte.
Die Angst vor der digitalen Hintertür
Was steckt hinter diesem überraschenden Schachzug? Peking hege ernsthafte Bedenken über eine mögliche "Hintertür" in den H20-Chips – ein Vorwurf, den Nvidia-Chef Jensen Huang vehement zurückweise. Doch die chinesische Führung scheint wenig beeindruckt von solchen Beteuerungen. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie habe Tech-Giganten wie Alibaba und ByteDance bereits aufgefordert, detailliert zu begründen, warum sie überhaupt noch auf amerikanische Chips angewiesen seien, anstatt auf heimische Alternativen zu setzen.
"Es ist nicht verboten, aber es ist politisch inkorrekt geworden", zitierte die Financial Times einen chinesischen Rechenzentrumsbetreiber. Diese Formulierung erinnert fatal an die Sprachregelungen, die wir auch hierzulande nur zu gut kennen – wenn etwas nicht offiziell verboten ist, aber trotzdem gesellschaftlich geächtet wird.
Trumps transaktionale Außenpolitik stößt an ihre Grenzen
Der amerikanische Präsident, der die H20-Chips am Montag noch als "veraltet" bezeichnete, aber gleichzeitig einräumte, dass sie "immer noch einen Markt" in China hätten, dürfte von dieser Entwicklung wenig begeistert sein. Seine Hoffnung, durch die Lockerung der Exportkontrollen schnelles Geld für die amerikanische Staatskasse zu generieren, könnte sich als Luftschloss erweisen.
"China verfügt über ein reichhaltiges Angebot an heimischen Chips, um seinen Bedarf zu decken. Es wird sich nicht und hat sich nie auf amerikanische Chips für Regierungsoperationen verlassen, genauso wie die US-Regierung sich nicht auf Chips aus China verlassen würde"
Diese Aussage von Nvidia gegenüber Reuters offenbart die ganze Ironie der Situation. Während Washington jahrelang vor chinesischer Technologie warnte und Huawei mit Sanktionen überzog, dreht Peking nun den Spieß um.
Der digitale Eiserne Vorhang senkt sich
Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als die fortschreitende technologische Entkopplung der beiden Supermächte. China spiegele exakt die amerikanische Strategie wider: Ausländische Technologie wird aus sensiblen Bereichen verbannt, während gleichzeitig die heimische Industrie gefördert wird. Die Zeiten, in denen globale Lieferketten als unantastbar galten, sind endgültig vorbei.
Besonders pikant: Während unsere Bundesregierung noch immer von einer "regelbasierten internationalen Ordnung" träumt und sich in ideologischen Grabenkämpfen verliert, schaffen China und die USA längst Fakten. Beide Nationen setzen knallhart auf technologische Souveränität – ein Konzept, das in Berlin offenbar noch nicht angekommen ist.
Die Lehre für Deutschland? Statt sich in Gendersternchen und Klimaneutralität zu verlieren, sollten wir endlich begreifen, dass in der neuen Weltordnung nur überleben wird, wer technologisch unabhängig ist. Während andere Nationen ihre strategischen Industrien schützen und fördern, diskutieren wir über Wärmepumpen und Lastenfahrräder. Es wird höchste Zeit, dass auch wir uns auf unsere Stärken besinnen – bevor es zu spät ist.
In einer Welt, in der selbst "veraltete" Chips zum geopolitischen Spielball werden, sollten kluge Anleger über Alternativen nachdenken. Physische Edelmetalle bieten hier eine bewährte Möglichkeit zur Vermögenssicherung, unabhängig von digitalen Verwerfungen und technologischen Handelskriegen.
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