
„China-Schock": CDU-Mann warnt vor Verlust von 70 Prozent der Industriejobs

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann schlägt Alarm: Jeden Monat verliere Deutschland zwischen 10.000 und 15.000 Industriearbeitsplätze — ein erheblicher Teil davon wegen chinesischer Überkapazitäten und unfairem Wettbewerb. Das sagte der Außenpolitiker in einem am Mittwoch veröffentlichten Podcast. Sein Fazit ist bitter: Ohne schnelle Kurskorrektur drohe der Verlust der industriellen Substanz des Landes.
Doppelter Schlag: Absatz bricht weg, Importe fluten den Markt
Volkmann beschreibt eine Zangenbewegung. Auf der einen Seite bricht das China-Geschäft deutscher Konzerne ein — besonders hart trifft es die Autobauer. Die deutschen Exporte nach China lagen im ersten Quartal dieses Jahres rund ein Fünftel unter dem Niveau von 2022.
Auf der anderen Seite rollt eine Warenwelle nach Europa. Die Einfuhr von Plug-in-Hybriden aus China sei im ersten Quartal um 140 Prozent gestiegen, so der Abgeordnete. Mittlerweile gehe jeder dritte Euro des chinesischen Handelsüberschusses auf das Europageschäft zurück.
Betroffen seien längst nicht nur die großen Namen: Chemie, Maschinenbau und mittelständische Zulieferer stünden ebenso im Feuer. Der Verdrängungswettbewerb könne den Automobilstandort Deutschland, wie man ihn kenne, in seiner Existenz gefährden.
Eine Zahl, die einen frösteln lässt
Volkmann verweist auf die Untersuchung einer französischen Regierungskommission. Deren Szenario: Ohne Gegensteuern könnten binnen fünf bis zehn Jahren in Frankreich 50 Prozent und in Deutschland 70 Prozent der Industriearbeitsplätze gefährdet sein. Es gehe um nichts weniger als die Möglichkeit einer Deindustrialisierung weiter Teile des Kontinents.
Dass die Warnung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen amtliche Zahlen. Berichten zufolge sank die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland im Jahr 2025 um rund 124.000 oder 2,3 Prozent — der Bestand fiel damit auf etwa 6,6 Millionen und damit auf einen Tiefstand. Die Industrieumsätze schrumpfen seit Quartalen.
„Den Mittelstand verfüttern" — das Bild sitzt
Mit der bisherigen China-Strategie der Bundesregierung geht Volkmann hart ins Gericht. Zwar habe sich Deutschland dem „De-Risking" verschrieben, praktisch aber seien die Abhängigkeiten bei Seltenen Erden und kritischen Rohstoffen sogar gewachsen.
„Es kann keine Lösung sein, den Mittelstand an chinesische Überkapazitäten zu verfüttern, in der Hoffnung, dass einzelne große Unternehmen als Letzte gefressen werden."
Auf ein freiwilliges Einlenken Pekings setzt er nicht. Der neue Fünfjahresplan halte am Ausbau der Industriekapazitäten fest. Solange Chinas Exporte schneller wüchsen als europäische Gegenmaßnahmen, gebe es dort keinen Grund zum Umdenken.
Russland lässt grüßen — der Fehler wiederholt sich
Den Vergleich mit der einstigen Energieabhängigkeit von Russland zieht Volkmann selbst: Aus Angst vor den Kosten einer Entkopplung habe man sich immer tiefer hineinbegeben. Genau dieses Muster droht nun erneut — nur diesmal bei Rohstoffen, Batterien und Vorprodukten.
Sein Maßnahmenkatalog: Ausgleichszölle, eigene Rohstoffkapazitäten, Lieferketten in befreundeten Staaten, strengere Sicherheitsprüfungen chinesischer Technik in Bahn, Häfen und Energieanlagen. Innenpolitisch fordert er niedrigere Lohnnebenkosten, bessere steuerliche Bedingungen und weniger Bürokratie.
Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der wunde Punkt: Über Zölle lässt sich streiten — über die hausgemachten Standortkosten nicht. Wer Energie verteuert, Bürokratie stapelt und Investitionen ausbremst, macht die eigene Industrie erst zur leichten Beute. Wer sein Vermögen gegen solche Strukturbrüche absichern will, sollte breit streuen; physische Edelmetalle haben sich historisch als krisenfeste Beimischung bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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