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Kettner Edelmetalle
01.06.2026
06:07 Uhr

China hortet Gold wie nie zuvor: Netto-Importe explodieren um 81 Prozent

China hortet Gold wie nie zuvor: Netto-Importe explodieren um 81 Prozent

Während in den westlichen Hauptstädten noch immer der gefährliche Glaube herrscht, man könne Wohlstand per Gelddruckmaschine erzeugen, handelt das Reich der Mitte längst nach einem anderen, deutlich nüchterneren Plan. Die jüngsten Zahlen aus Hongkong sprechen eine unmissverständliche Sprache: Chinas Netto-Goldimporte über die Sonderverwaltungszone schossen im April im Vergleich zum Vormonat um sage und schreibe 81,2 Prozent in die Höhe. Ein Sprung von 47,866 Tonnen im März auf gewaltige 86,715 Tonnen – und damit der dreizehnte monatliche Zuwachs in Folge.

Ein Land, das Fakten schafft, statt Reden zu schwingen

Auch die gesamten Goldimporte über Hongkong legten kräftig zu, nämlich um knapp 25 Prozent auf 99,327 Tonnen. Diese Werte erfassen, wie es bei Mining.com heiße, nicht einmal sämtliche chinesischen Käufe, da ein erheblicher Teil zusätzlich über Shanghai und Peking abgewickelt werde. Mit anderen Worten: Die wahre Dimension des chinesischen Goldhungers dürfte noch beträchtlich größer sein, als es diese ohnehin schon beeindruckenden Statistiken vermuten lassen.

Wer hier nur einen kurzfristigen Konsumtrend vermutet, irrt gewaltig. Hinter dem Edelmetall-Appetit steht ein strategisches Kalkül, das man in Berlin schmerzlich vermissen lässt.

Die Notenbank kauft – Monat für Monat für Monat

Denn nicht nur die Bürger Chinas greifen beherzt zu. Die People's Bank of China stockte ihre Reserven im April bereits zum achtzehnten Mal in ununterbrochener Folge auf. Die Goldbestände des Landes kletterten von 74,38 Millionen Feinunzen im März auf nunmehr 74,64 Millionen Feinunzen.

Wer Gold kauft, misstraut dem Papiergeld. Und kaum jemand misstraut dem westlichen Schuldenkartenhaus derzeit so konsequent wie Peking.

Man stelle sich diesen Kontrast einmal bildlich vor: Während die einen Billionen an frisch gedrucktem Geld in immer neue Sondervermögen und Klimaprojekte pumpen, sichern sich die anderen klammheimlich das einzige Geld, das in fünftausend Jahren Menschheitsgeschichte nie wertlos geworden ist.

Geopolitik treibt das Spiel

Im Hintergrund brodelt es gewaltig. Seit dem Ausbruch des US-israelisch-iranischen Konflikts Ende Februar steht der Goldpreis kurzfristig unter Druck – ein scheinbares Paradox. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus habe die Ölpreise in schwindelerregende Höhen getrieben, was wiederum die Inflationssorgen befeuere und Erwartungen weiterer Zinserhöhungen schüre. Genau diese Gemengelage ist es, die kluge Akteure dazu bewegt, sich abzusichern – nicht mit Versprechen, nicht mit bedrucktem Papier, sondern mit physischem Metall.

Was Deutschland daraus lernen sollte

Es ist bezeichnend: Während die Volksrepublik in aller Stille ihre Reserven aufbaut und sich gegen die kommenden Stürme wappnet, verschuldet sich die Bundesrepublik unter der Großen Koalition für ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und verankert die Klimaneutralität gleich im Grundgesetz. Künftige Generationen werden diese Zeche bezahlen – mit Steuern, mit Abgaben, mit schleichender Geldentwertung. Die Chinesen lachen sich derweil ins Fäustchen und kaufen das, was zählt.

Die Botschaft dieser Zahlen ist klar wie ein frisch geprägter Krügerrand: In einer Welt, in der Vertrauen in Papierwährungen zur Mangelware wird, bleibt physisches Gold der ruhende Pol. Wer sein Vermögen breit streuen und gegen die Unwägbarkeiten der Märkte absichern möchte, tut gut daran, dem Beispiel der größten Volkswirtschaft Asiens zumindest in einem Punkt zu folgen und Edelmetalle als Fundament eines gesunden Portfolios zu betrachten.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Die genannten Markteinschätzungen begründen keinerlei Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte ein unabhängiger Fachmann hinzugezogen werden.

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