
Bundespräsidenten-Poker: Linnemann schwärmt von Gauck – und die Grünen bringen ausgerechnet Merkel ins Spiel
Die Suche nach einem Nachfolger für Frank-Walter Steinmeier nimmt zunehmend groteske Züge an. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat sich nun öffentlich für eine Persönlichkeit vom Schlage Joachim Gaucks als künftigen Bundespräsidenten ausgesprochen. Er sei ein „großer Fan" des ehemaligen Staatsoberhaupts, dieser sei „ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig" gewesen. Man brauche eine solch „integre Persönlichkeit", ließ Linnemann in einem Interview verlauten. Gleichzeitig könne er sich auch eine Frau in dem Amt vorstellen. Soweit, so erwartbar.
Das Personalkarussell dreht sich – doch wohin?
Im Gespräch befinden sich offenbar mehrere Unionspolitikerinnen. Familienministerin Karin Prien von der CDU und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner von der CSU werden als mögliche Kandidatinnen gehandelt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder hätten sich bereits offen für eine weibliche Besetzung der Staatsspitze gezeigt. Dass das Geschlecht eines Kandidaten mittlerweile offenbar wichtiger zu sein scheint als dessen inhaltliche Qualifikation und politische Standfestigkeit, spricht Bände über den Zustand der deutschen Politiklandschaft.
Doch der eigentliche Paukenschlag kommt von einer ganz anderen Seite. Ausgerechnet die Grünen bringen Angela Merkel als mögliche Nachfolgerin Steinmeiers ins Gespräch – trotz deren klarer Absage. Jürgen Trittin habe gegenüber dem Spiegel erklärt, eine ehemalige Kanzlerin mit dieser „weltpolitischen Erfahrung" sei natürlich für das Amt des Staatsoberhaupts geeignet. Der Respekt gebiete es allerdings, ihre Entscheidung zu akzeptieren. Auch Renate Künast lobte Merkel als „eindeutig qualifiziert" und führte aus, eine Bundespräsidentin müsse „Berufs- und Lebenserfahrung, Ausstrahlung und ein starkes Bewusstsein für die Aufgaben des Amtes" mitbringen.
Wenn die Grünen applaudieren, sollten die Alarmglocken schrillen
Dass ausgerechnet die Grünen Angela Merkel derart enthusiastisch für das höchste Staatsamt empfehlen, sollte jedem aufmerksamen Beobachter zu denken geben. Es ist ein Befund, der mehr über Merkels politisches Erbe aussagt als jede Biografie es könnte. Denn wer von den Grünen gelobt wird, hat offensichtlich Politik in deren Sinne betrieben – und nicht im Sinne einer konservativen Volkspartei, als deren Vorsitzende Merkel einst antrat.
Die Altkanzlerin hat Deutschland in ihrer 16-jährigen Amtszeit grundlegend verändert: die unkontrollierte Grenzöffnung 2015, der überstürzte Atomausstieg, die schleichende Erosion konservativer Werte innerhalb der CDU. All das sind Kapitel, die viele Bürger nicht vergessen haben und die das Land bis heute prägen – und nicht zum Besseren. Dass Künast Merkel darüber hinaus eine „beratende Rolle" bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin zuschreiben möchte, wirkt wie eine Pointe, die sich kein Satiriker hätte ausdenken können.
Gauck – wirklich ein Vorbild?
Auch Linnemanns Schwärmerei für Joachim Gauck verdient eine kritische Einordnung. Der ehemalige Bundespräsident polarisierte während seiner Amtszeit erheblich. Seine markigen Sprüche über das Verhältnis von Eliten und Volk, seine bisweilen belehrende Art gegenüber besorgten Bürgern – all das hat bei vielen Deutschen tiefe Spuren hinterlassen. Ob ein Politiker dieses Zuschnitts tatsächlich als Vorbild für das höchste Amt im Staate taugt, darf bezweifelt werden.
Was Deutschland in diesen turbulenten Zeiten bräuchte, wäre ein Bundespräsident, der die Sorgen und Nöte der einfachen Bürger ernst nimmt. Einer, der nicht in ideologischen Schablonen denkt, sondern die Interessen des deutschen Volkes in den Mittelpunkt stellt. Einer, der den Mut hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – über die galoppierende Staatsverschuldung, über die Folgen unkontrollierter Migration, über den schleichenden Verlust nationaler Souveränität. Stattdessen dreht sich das Personalkarussell der etablierten Parteien einmal mehr um die immer gleichen Gesichter. Man bleibt unter sich, verteilt Posten in der eigenen Blase und wundert sich dann, warum das Vertrauen der Bevölkerung in die politischen Institutionen auf historische Tiefstände sinkt.
Ein Amt, das seinen Sinn verloren hat?
Die Debatte um die Steinmeier-Nachfolge offenbart ein grundsätzliches Problem: Das Amt des Bundespräsidenten wird längst nicht mehr nach Eignung und Charakter besetzt, sondern nach parteipolitischem Proporz und Zeitgeist-Kompatibilität. Ob Mann oder Frau, ob Ost oder West – die entscheidende Frage, nämlich wer Deutschland in einer zunehmend unsicheren Welt glaubwürdig repräsentieren kann, gerät dabei zur Nebensache. Dass 80 Millionen Menschen in diesem Land leben und das politische Establishment offenbar keine überzeugende Persönlichkeit jenseits des eigenen Zirkels findet, ist ein Armutszeugnis sondergleichen.
Die Bürger dieses Landes haben ein Recht auf ein Staatsoberhaupt, das ihre Interessen vertritt – und nicht die Interessen einer abgehobenen politischen Klasse, die sich gegenseitig Posten zuschiebt und dabei den Kontakt zur Realität längst verloren hat.
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