
Brasiliens Favelas versinken im Chaos: Wie kriminelle Banden Rio de Janeiro in eine Festung verwandeln
Was sich derzeit in den Favelas von Rio de Janeiro abspielt, gleicht einem mittelalterlichen Belagerungskrieg. Während in Deutschland die Politik über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert, kämpfen brasilianische Sicherheitskräfte gegen tonnenschwere Barrikaden, die von Drogenkartellen errichtet werden. Ein erschreckender Einblick in eine Stadt, die längst die Kontrolle über weite Teile ihres Territoriums verloren hat.
Wenn der Staat kapituliert: Die Festungen der Drogenbarone
In den verwinkelten Gassen der Favelas herrschen nicht mehr Recht und Gesetz, sondern schwerbewaffnete Kriminelle. Mit Sturmgewehren ausgerüstet und durch meterhohe Barrikaden geschützt, haben sie sich regelrechte Festungen geschaffen. Die Hindernisse bestehen aus Stahlträgern, Betonblöcken, Baumstämmen und tonnenschweren Rohren – Konstruktionen, die an mittelalterliche Verteidigungsanlagen erinnern.
Ein Waffenhändler, der unbehelligt seinen Geschäften nachgeht, bringt es auf den Punkt: "Sie sind dazu da, die Polizei auszubremsen." Während er Coca-Cola schlürft und Coldplay hört, zählen seine Komplizen seelenruhig Geldscheine auf einem Plastiktisch. Die Angst vor staatlichen Eingriffen? Nicht vorhanden.
28.155 Tonnen Schutt – Das Ausmaß des Problems
Die brasilianische Militärpolizei kämpft einen scheinbar aussichtslosen Kampf. Seit Januar dieses Jahres mussten Spezialeinheiten Barrikaden an über 2.500 verschiedenen Orten zerstören. Dabei fielen unglaubliche 28.155 Tonnen Schutt an – das entspricht dem Gewicht von 125 Freiheitsstatuen. Doch kaum sind die Hindernisse beseitigt, werden sie von den gut organisierten Verbrecherbanden wieder aufgebaut.
Lieutenant Claudia Moraes von der Militärpolizei bezeichnet die Strukturen als "Affront gegen den Staat und die Gesellschaft". Die Polizei habe eigens eine Anti-Barrikaden-Einheit namens NAOE gegründet, die mit schwerem Gerät wie Baggern und hydraulischen Hämmern gegen die Befestigungen vorgeht. In einem nachgebauten Übungsgelände namens "Zitadelle" trainieren 41 Spezialisten für Einsätze, die bis zu acht Stunden dauern können.
Die Kunst des Widerstands: Ein Künstler malt gegen die Gewalt
Inmitten dieses Chaos versucht der 34-jährige Künstler Tainan Cabral, den Barrikaden etwas Positives abzugewinnen. Seit sechs Jahren bemalt er die illegalen Strukturen mit leuchtenden, psychedelischen Farben. "Ich versuche, aus etwas Kriegerischem etwas Künstlerisches zu machen", erklärt er. Seine Werke seien eine "ephemere Freiluftgalerie, die stirbt und wiedergeboren wird".
Doch selbst Cabral glaubt nicht an ein baldiges Ende des Konflikts. Sein Traum, die Barrikaden eines Tages in Friedensdenkmäler zu verwandeln, scheint in weiter Ferne. Die Realität ist ernüchternd: Krankenwagen, Feuerwehr und Müllabfuhr können viele Gebiete nicht mehr erreichen. Grundlegende staatliche Dienstleistungen sind zusammengebrochen.
Ein Spiegelbild gescheiterter Politik
Was in Rio de Janeiro geschieht, sollte uns eine Warnung sein. Wenn der Staat seine Kernaufgaben vernachlässigt und die Sicherheit seiner Bürger nicht mehr gewährleisten kann, entstehen rechtsfreie Räume. Während sich deutsche Politiker in ideologischen Grabenkämpfen verlieren und Milliarden für fragwürdige Klimaprojekte verpulvern, zeigt Brasilien, wohin es führt, wenn man die Kontrolle über das eigene Territorium verliert.
Die Barrikaden von Rio sind mehr als nur physische Hindernisse – sie sind Symbole eines gescheiterten Staates. Lieutenant Luiz Felipe Medeiros spricht davon, das "verfassungsmäßige Recht auf Bewegungsfreiheit" wiederherstellen zu müssen. Doch solange die Kriminellen über bessere Ausrüstung und Organisation verfügen als der Staat, bleibt dies ein frommer Wunsch.
In einer Zeit, in der auch in Deutschland die Kriminalität zunimmt und No-Go-Areas entstehen, sollten wir genau hinschauen, was in Rio passiert. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlpolitik, die den Rechtsstaat aufgegeben und kriminellen Strukturen das Feld überlassen hat. Ein mahnendes Beispiel dafür, dass Sicherheit und Ordnung keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern täglich verteidigt werden müssen.