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04.09.2026
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Brandmauer wackelt: CDU will die AfD plötzlich regieren lassen!

Brandmauer wackelt: CDU will die AfD plötzlich regieren lassen!
Symbolbild: KI-generiert

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bricht in der CDU ein Tabu auf. Erste Christdemokraten wollen der AfD und ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund den Regierungsauftrag zusprechen – falls die Partei am 6. September stärkste Kraft wird. Ausgerechnet jene Union, die jahrelang vor genau diesem Szenario gewarnt hat.

Vom Bollwerk zum Ballabgeber

Der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller erklärte im Gespräch mit einem Hauptstadtmedium, natürlich wolle die CDU den Ministerpräsidenten stellen. Doch dann folgte der bemerkenswerte Nachsatz: In einer Demokratie müsse man den Wählerwillen akzeptieren – würden die Umfragen zu Wahlergebnissen, habe Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag. Persönlich, so Müller, würde er das „sehr bedauern“.

Bedauern? Über eine Selbstverständlichkeit? In jeder westlichen Demokratie ist es Normalität, dass die stärkste Kraft zuerst sondieren darf. In Ostdeutschland gilt diese Regel seit Jahren nicht mehr – man denke an Thüringen, wo die AfD bereits seit 2024 stärkste Fraktion ist, ohne je einen Auftrag erhalten zu haben.

Die eigentliche Angst heißt: Linkspartei

Wer die Wortmeldungen sortiert, erkennt das Muster. Es sind vor allem jene Unionspolitiker, die mit aller Kraft gegen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei kämpfen, die jetzt der AfD den Ball zuspielen. Dazu zählt der Landtagsabgeordnete Alexander Räuscher, Verfasser eines Anti-Links-Papiers aus dem Kreisverband Harz.

Räuscher forderte Medienberichten zufolge, man müsse genau prüfen, wer nach dem 6. September den Regierungsauftrag bekomme. Werde die AfD stärkste Partei, müsse sie Verantwortung übernehmen. Man solle es ihr nicht erlauben, sich in der Opposition bequem einzurichten.

Seine Attacken gegen Siegmund fielen scharf aus: Der AfD-Fraktionschef habe nur deshalb „eine so große Klappe“, weil er keine Verantwortung trage. Dessen Bedingung, nur bei absoluter Mehrheit anzutreten, sei „lächerlich“.

Siegmund bleibt hart – und die Zahlen sprechen für ihn

Der Angesprochene lässt sich nicht locken. Im ZDF bekräftigte Siegmund, er wolle sich nur zum Ministerpräsidenten wählen lassen, wenn die AfD allein über eine Mehrheit verfüge. Zur Kooperation sei man grundsätzlich bereit – bei Migration, Energiepolitik und, wie er sagte, dem „ganzen Genderquatsch“. Nur: Einen solchen Partner gebe es in diesem Land nicht.

Die Umfragelage untermauert seine Position. Laut aktuellen Erhebungen liegt die AfD bei rund 41 Prozent, die CDU nur noch bei etwa 23 Prozent. Zum Vergleich: 2021 gewann die CDU die Wahl mit 37,1 Prozent, die AfD kam auf 20,8 Prozent. Ein kompletter Rollentausch binnen fünf Jahren.

Ein Offenbarungseid der Volkspartei

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart dieses Manöver vor allem eines: die strategische Ratlosigkeit einer Partei, die zwischen Linkspartei und AfD zerrieben zu werden droht. Kritiker in den eigenen Reihen sehen darin den Preis für Jahre, in denen die Union konservative Positionen geräumt hat – erst unter Angela Merkel, heute unter Friedrich Merz, dessen Berliner Schuldenpakete viele Stammwähler verprellt haben dürften.

Am Sonntag entscheiden die Bürger Sachsen-Anhalts. Und die Republik schaut zu – denn was in Magdeburg passiert, wird die Statik der deutschen Parteienlandschaft verändern.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.

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