
Bosch verlagert Produktion nach Asien: 560 Arbeitsplätze in Waiblingen vor dem Aus
Es ist ein weiteres Kapitel im schleichenden Niedergang des Industriestandorts Deutschland: Der Technologiekonzern Bosch hat sich mit den Arbeitnehmervertretern am Standort Waiblingen auf die Konditionen für die Schließung der dortigen Steckverbinder-Produktion geeinigt. Was auf dem Papier nach einem geordneten Rückzug klingt, ist in Wahrheit ein Offenbarungseid – nicht nur für Bosch, sondern für die gesamte deutsche Industriepolitik.
Produktion wandert nach China und Thailand
Die Fertigung soll schrittweise bis spätestens Ende 2028 auslaufen. Rund 560 Mitarbeiter sind betroffen. Ein Interessenausgleich und ein Sozialplan seien unterzeichnet worden, teilte der Konzern am Montag mit. Die bisherigen Waiblinger Produkte würden künftig aus China und Thailand geliefert. Man lese und staune: Ein deutsches Traditionsunternehmen, das einst Inbegriff schwäbischer Ingenieurskunst war, verlagert seine Wertschöpfung in Billiglohnländer. Die Botschaft könnte kaum deutlicher sein.
Bosch will immerhin bis zu 220 der betroffenen Beschäftigten Arbeitsplätze an anderen Standorten anbieten. Hinzu kämen Qualifizierungsmaßnahmen, Vermittlungshilfen, Altersteilzeit- und Vorruhestandsangebote sowie freiwillige Abfindungen. Klingt fürsorglich. Doch was ist mit den übrigen 340 Mitarbeitern? Für sie dürfte die Zukunft deutlich ungewisser aussehen.
Milliardenschwerer Kahlschlag in der Mobilitätssparte
Die Schließung in Waiblingen ist dabei nur ein kleiner Mosaikstein in einem gewaltigen Umbauprogramm. Bosch hatte im vergangenen Jahr angekündigt, in seiner Mobilitätssparte allein im Inland 13.000 zusätzliche Stellen abzubauen – und dafür satte 2,7 Milliarden Euro zurückgestellt. Bereits 2024 waren für den Abbau von 9.000 Stellen rund 1,6 Milliarden Euro eingeplant worden. Rechnet man nach, ergibt sich eine erschreckende Zahl: Im Durchschnitt kostet jeder abgebaute Arbeitsplatz den Konzern einen sechsstelligen Betrag. Insgesamt will Bosch bis 2030 rund 22.000 Stellen in der deutschen Mobilitätssparte streichen.
Fast drei Milliarden Euro allein für den Personalabbau – Geld, das nicht in Innovation, nicht in Forschung und nicht in die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland fließt, sondern schlicht dafür aufgewendet wird, Menschen loszuwerden. Das ist keine Transformation, das ist eine Kapitulation.
Symptom einer verfehlten Standortpolitik
Man muss sich die Frage stellen: Warum lohnt es sich für einen der größten Arbeitgeber Deutschlands nicht mehr, hierzulande zu produzieren? Die Antwort liegt auf der Hand. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, eine der höchsten Steuer- und Abgabenlasten weltweit und eine Regulierungswut, die jeden unternehmerischen Spielraum erstickt – all das sind die Früchte einer Politik, die jahrelang ideologische Projekte über wirtschaftliche Vernunft gestellt hat.
Während die Ampelregierung Deutschland mit ihrer desaströsen Energiepolitik und ihrem Regulierungswahn an den Rand der Wettbewerbsfähigkeit manövriert hat, reibt sich die Konkurrenz in Asien die Hände. Dass nun auch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg bringt – finanziert durch Schulden, die kommende Generationen abzahlen dürfen –, dürfte an den strukturellen Problemen wenig ändern. Denn es sind nicht fehlende Subventionen, die Unternehmen wie Bosch aus dem Land treiben. Es sind die Rahmenbedingungen.
Der stille Exodus der Industrie
Bosch ist bei Weitem kein Einzelfall. Reihenweise verlagern deutsche Industrieunternehmen ihre Produktion ins Ausland. Was bleibt, sind Verwaltungsjobs, Forschungsabteilungen – und die bange Frage, wie lange selbst diese noch gehalten werden können. Denn wenn die Fertigung erst einmal weg ist, folgt das Know-how erfahrungsgemäß auf dem Fuße.
Für die 560 Beschäftigten in Waiblingen mögen die ausgehandelten Sozialpläne ein schwacher Trost sein. Für den Industriestandort Deutschland sind sie ein weiteres Alarmsignal, das in Berlin offenbar niemand hören will. Oder schlimmer noch: das man dort längst als unvermeidlich akzeptiert hat. Wer so denkt, hat den Wohlstand dieses Landes bereits aufgegeben – er weiß es nur noch nicht.
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