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Kettner Edelmetalle
25.02.2026
06:50 Uhr

Bosch kapituliert: 560 Arbeitsplätze in Waiblingen werden geopfert – ein Symptom des deutschen Niedergangs

Es ist eine Nachricht, die wie ein Faustschlag in die Magengrube des deutschen Industriestandorts wirkt: Der Technologiekonzern Bosch wird sein Werk in Waiblingen bis Ende 2028 vollständig schließen. 560 Mitarbeiter stehen vor dem Nichts – oder zumindest vor einer höchst ungewissen Zukunft. Was als nüchterne Unternehmensentscheidung kommuniziert wird, ist in Wahrheit ein weiteres Kapitel im schleichenden Ausverkauf der deutschen Industriesubstanz.

Der Sozialplan als Pflaster auf einer klaffenden Wunde

Konzernleitung und Betriebsrat haben sich auf einen sogenannten Interessenausgleich samt Sozialplan geeinigt. Klingt nach Fürsorge, klingt nach Verantwortung. Doch was bedeutet das konkret? Rund 220 der betroffenen Beschäftigten sollen an andere Bosch-Standorte versetzt werden können. Für den Rest – also mehr als 300 Menschen – bleiben Qualifizierungsmaßnahmen und ab 2029 eine Transfergesellschaft. Man kennt das Spiel: Umschulungen, Bewerbungstrainings, ein paar Monate Auffangnetz, und dann? Dann stehen Facharbeiter, die jahrzehntelang hochwertige Komponenten gefertigt haben, auf einem Arbeitsmarkt, der ihnen immer weniger zu bieten hat.

Die Entscheidung zur Werksschließung war bereits im September 2025 angekündigt worden. Seitdem wurde verhandelt, gefeilscht, gerungen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Ein Sozialplan ersetzt eben keine Arbeitsplätze – und schon gar keine industrielle Zukunft.

Zu teuer, zu langsam, zu deutsch?

Als Begründung führt Bosch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der am Standort Waiblingen hergestellten Verbindungstechnik an. Steckverbindungen, mechanische Fügeelemente, technische Bauteile für Fahrzeuge – all das sei im internationalen Vergleich schlicht zu teuer geworden. Der europäische Umsatz in diesem Segment sei innerhalb von nur acht Jahren um nahezu die Hälfte eingebrochen. Und eine Trendwende? Nicht in Sicht.

Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: 50 Prozent Umsatzrückgang in weniger als einem Jahrzehnt. Das ist keine konjunkturelle Delle, das ist ein struktureller Kollaps. Und er kommt nicht von ungefähr. Während asiatische Wettbewerber – allen voran aus China – mit aggressiven Preisen und staatlicher Rückendeckung auf den europäischen Markt drängen, erstickt die deutsche Industrie unter einer Last aus Energiekosten, Bürokratie und einer Steuerpolitik, die jeden unternehmerischen Impuls im Keim zu ersticken droht.

Die IG Metall sieht verpasste Chancen

Die Gewerkschaft IG Metall übt scharfe Kritik an der Konzernentscheidung. Der Standort hätte durchaus eine Perspektive gehabt, so die Arbeitnehmervertreter – vorausgesetzt, Bosch hätte stärker in Innovation und neue Produkte investiert. Die Verlagerung von Produktion und Know-how sei ein „schwerer Fehler zulasten der Region", hieß es von Seiten der Gewerkschaft. Und tatsächlich: Wenn selbst ein Weltkonzern wie Bosch einräumen muss, dass „trotz entsprechender Anstrengungen keine beschäftigungsrelevanten Neuprodukte gewonnen werden" konnten, dann stellt sich die Frage, ob die Anstrengungen wirklich so groß waren – oder ob man den Standort nicht längst aufgegeben hatte, bevor die offizielle Entscheidung fiel.

2,5 Milliarden Euro Finanzierungslücke – die Mobilitätssparte wankt

Waiblingen ist kein Einzelfall. Es ist ein Symptom. Die gesamte Mobilitätssparte von Bosch kämpft weltweit mit erheblichem Kostendruck. Intern kursiert die Zahl einer jährlichen Finanzierungslücke von rund 2,5 Milliarden Euro. Zweieinhalb Milliarden – jedes Jahr. Das ist keine Schieflage, das ist ein Abgrund, der sich auftut.

Der zunehmende Wettbewerb aus Fernost, strukturelle Marktveränderungen und die politisch erzwungene Transformation hin zur Elektromobilität setzen etablierten Zulieferern massiv zu. Während die Politik in Berlin und Brüssel jahrelang das Hohelied der grünen Mobilitätswende sang, vergaß man offenbar, dass Transformation ohne industriepolitische Flankierung nichts anderes bedeutet als Deindustrialisierung. Die Zeche zahlen wie immer die Arbeitnehmer – in Waiblingen und anderswo.

Deutschland verliert seine industrielle Basis

Was wir hier beobachten, ist kein isoliertes Ereignis. Es reiht sich ein in eine besorgniserregende Serie von Werksschließungen, Stellenstreichungen und Produktionsverlagerungen, die den deutschen Industriestandort in seinen Grundfesten erschüttern. Continental, ZF, Schaeffler, nun Bosch – die Liste der Zulieferer, die Kapazitäten abbauen oder ganze Standorte aufgeben, wird länger und länger. Und jedes Mal heißt es: internationale Wettbewerbsfähigkeit, Kostendruck, Marktveränderungen.

Doch wer ehrlich ist, muss auch die politischen Rahmenbedingungen benennen. Die höchsten Energiepreise Europas, eine erdrückende Regulierungsdichte, Fachkräftemangel bei gleichzeitig unkontrollierter Zuwanderung in die Sozialsysteme statt in den Arbeitsmarkt – all das macht den Standort Deutschland für produzierende Unternehmen zunehmend unattraktiv. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar Besserung versprochen, doch das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die strukturellen Probleme nicht lösen, sondern lediglich die Schuldenlast künftiger Generationen weiter aufblähen.

Für die 560 Beschäftigten in Waiblingen sind das freilich abstrakte Überlegungen. Sie stehen vor ganz konkreten Fragen: Wohin mit der Erfahrung? Wohin mit dem Können? Und vor allem: Wohin mit der Angst vor einer Zukunft, in der deutsche Facharbeit offenbar keinen Wert mehr hat? Es wäre an der Zeit, dass die Politik aufwacht – bevor das letzte Licht in den deutschen Werkshallen erlischt.

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