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Kettner Edelmetalle
27.07.2026
06:02 Uhr

Blutbad in Berlin: Merz findet große Worte – nur das Wort „Islamismus“ nicht

Es ist der 25. Juli 2026, ein Sommerabend im Tiergarten, Hunderttausende feiern den Christopher Street Day. Dann rast ein weißer Transporter in die Menge. Danach, so die Polizei, geht der Fahrer mit „Stichwerkzeugen“ auf Menschen los – unter anderem mit einer Machete. Eine Frau ist tot. Mindestens sechzehn weitere Menschen sind verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich, acht schwer. Über dem Platz der Republik, zwischen Reichstag und Kanzleramt, steigt ein Rettungshubschrauber in den Nachthimmel. Ein Bild, das für den Zustand dieses Landes symbolträchtiger kaum sein könnte.

Ein Kanzler, der alles sagt – außer dem Entscheidenden

Am Sonntagmorgen meldete sich Bundeskanzler Friedrich Merz auf X. „Was für eine abscheuliche Tat“, schrieb er, Hunderttausende hätten friedlich gefeiert, sie hätten gewollt, dass man gut und tolerant miteinander umgehe, dies sei ein Angriff auf unsere Gesellschaft. Die Tat werde aufgeklärt und „mit voller Härte“ verfolgt.

Nur eines fehlte in dieser Verlautbarung: das Motiv. Kein Wort zum islamistischen Hintergrund, kein Wort dazu, wie ein 21-Jähriger, der den Sicherheitsbehörden längst bekannt war, mitten in der Hauptstadt einen Transporter mieten und damit in eine Menschenmenge steuern konnte. Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich beim mutmaßlichen Täter um Abdul Ballout, 21 Jahre alt, arabischer Herkunft, laut Polizei der islamistischen Szene Berlins zuzurechnen – und erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Bereits als Jugendlicher war er aktenkundig. Erst am Sonntagnachmittag stufte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die Tat offiziell als islamistisch ein. Zuvor hatte er von einer „feigen, abscheulichen Attacke“ gesprochen, die ihn erschüttere. Erschütterung, Betroffenheit, Bestürzung – das Vokabular ist inzwischen so eingeübt, dass man es beinahe mitsprechen kann.

„Bitte spekuliert nicht!“ – die reflexhafte Vernebelung

Während in Berlin noch die Rettungswagen fuhren, meldete sich Linkspartei-Chef Luigi Pantisano zu Wort: besorgt, traurig, in Gedanken bei den Betroffenen – und mit dem dringenden Appell, doch bitte nicht zu spekulieren. Man kennt dieses Muster. Es ist kein Aufruf zur Sorgfalt, sondern ein Maulkorb für unbequeme Fragen. Sein Bruder Alfonso Pantisano, Berlins Queerbeauftragter, lobte die professionelle Evakuierung. Die Queerbeauftragte des Bundes, Sophie Koch, versicherte, wer Hass und Gewalt säe, werde „mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit“ ernten. Der grüne Berliner Spitzenkandidat Werner Graf forderte „lückenlose Aufklärung“ und rief die „demokratischen Parteien“ zum Zusammenhalt auf.

Berlin sei die Stadt der Freiheit, daran werde kein Anschlag je etwas ändern – so lautete das Credo. Nur: Freiheit ohne Sicherheit ist ein Versprechen auf Widerruf. Und dieser Widerruf wird in diesem Land inzwischen im Quartalsrhythmus zugestellt.

Den Gipfel der Realitätsverweigerung lieferte die stellvertretende Juso-Chefin Mareike Engel, die einen Beitrag verbreitete, in dem Rechtsextremisten und Islamisten kurzerhand zu „zwei Seiten derselben Medaille“ erklärt wurden. Ein Mann fährt mit einem Mietwagen in eine Menschenmenge, greift Flüchtende mit einer Machete an – und die Antwort der Nachwuchssozialdemokratie besteht darin, im gleichen Atemzug wieder das eigene Lieblingsfeindbild zu bedienen. Es ist der Reflex einer politischen Klasse, die eine Gefahr nicht bekämpfen kann, weil sie sie nicht benennen darf, ohne ihr eigenes Weltbild einzureißen.

Magdeburg, Berlin, und die Kette, die niemand unterbrechen will

FDP-Chef Wolfgang Kubicki brachte das aus, was Millionen dachten: Unweigerlich würden Erinnerungen an Magdeburg wach. Man könnte die Liste fortsetzen – der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche 2016, Würzburg, Mannheim, Solingen, Aschaffenburg. Jedes Mal dieselbe Choreographie: Entsetzen, Lichterkette, Trauerbeflaggung, Gedenkveranstaltung. Am Pariser Platz ist die nächste bereits terminiert. Und jedes Mal dieselbe bittere Erkenntnis, dass der Täter „polizeibekannt“ war, als Gefährder galt, ausreisepflichtig war oder gerade aus der Haft kam.

Wer über zehn Jahre lang eine Politik betreibt, die Grenzen zur Dekoration erklärt, Abschiebungen zur Ausnahme macht und Gefährder unter Beobachtung frei herumlaufen lässt, der darf sich über die Ergebnisse nicht wundern. AfD-Chefin Alice Weidel schilderte den Ablauf nüchtern und nannte, was viele in den offiziellen Erklärungen vergeblich suchten: Namen, Tatablauf, Opferzahlen. Dass gerade die Benennung von Tatsachen mittlerweile als Provokation gilt, sagt mehr über die politische Kultur dieses Landes als jede Sonntagsrede.

Die bittere Ironie dieses Wochenendes

Es gehört zur tragischen Pointe dieses Anschlags, dass er genau jenes Milieu traf, das seit Jahren am lautesten behauptet, die Gefahr komme ausschließlich von rechts, während man gleichzeitig eine Ideologie relativiert, die Homosexuelle in ihren Herkunftsstaaten an Baukränen aufhängt. Diese Redaktion hält Massenveranstaltungen wie den CSD und die dahinterstehende Politisierung des Privaten für einen Irrweg – und verurteilt diesen Mordanschlag dennoch mit aller Schärfe. Gewalt gegen wehrlose Menschen ist niemals hinnehmbar, egal wen sie trifft. Wer aber jahrelang Islamkritik als „Rassismus“ diffamierte, muss sich nun die Frage gefallen lassen, ob die eigene Blindheit nicht Teil des Problems geworden ist.

Nach späteren Meldungen wurde der mutmaßliche Attentäter von der Polizei erschossen. Das mag dieses eine Verfahren beenden. Es beendet nicht die Ursache. Der Kanzler, der im Wahlkampf eine Wende in der Migrations- und Sicherheitspolitik versprach, verwaltet weiter den Status quo – und begnügt sich mit Formeln, die weder Täter abschrecken noch Bürger schützen.

Sicherheit ist keine Nebensache – sondern Kernaufgabe des Staates

Es ist nach Überzeugung unserer Redaktion – und, wie sämtliche Stimmungsbilder zeigen, nach Überzeugung eines Großteils der Bevölkerung – nicht länger akzeptabel, dass der deutsche Staat sein elementarstes Versprechen bricht: den Schutz von Leib und Leben. Wir brauchen eine Politik, die Grenzen kontrolliert, Gefährder konsequent außer Landes bringt und die Sicherheit der Bürger über ideologische Befindlichkeiten stellt. Eine Politik, die für Deutschland regiert – und nicht gegen es.

Und wenn ein Staat seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt, wächst zwangsläufig das Misstrauen der Bürger – gegenüber Institutionen, gegenüber Versprechen, gegenüber Papierwerten. Dass in solchen Zeiten viele Menschen wieder auf Beständiges setzen, auf physisches Gold und Silber als jahrtausendealte Vermögensversicherung, ist keine Panik, sondern kaufmännische Vernunft.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen dar. Er ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wir betreiben ausdrücklich keine Anlageberatung. Jeder Leser ist für seine Vermögensentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen. Angaben zum Tathergang beruhen auf dem derzeitigen Ermittlungsstand; für den mutmaßlichen Täter gilt bis zu einer gerichtlichen Feststellung die Unschuldsvermutung.

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