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Kettner Edelmetalle
21.07.2026
05:50 Uhr

Blockade von Hormus: Wenn ein einziger Meerengen-Konflikt die halbe Weltwirtschaft ins Wanken bringt

Blockade von Hormus: Wenn ein einziger Meerengen-Konflikt die halbe Weltwirtschaft ins Wanken bringt

Es gibt Nadelöhre auf dieser Welt, deren Bedeutung dem durchschnittlichen Verbraucher an der Zapfsäule oder beim Blick auf die Heizkostenabrechnung erst dann bewusst wird, wenn es zu spät ist. Die Straße von Hormus ist ein solches Nadelöhr – und seit vergangener Woche zieht sich die Schlinge zusammen. Die neuerliche Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat den Schiffsverkehr durch eine der wichtigsten Energieadern der Welt regelrecht kollabieren lassen.

Ein Rückgang, der alle Alarmglocken schrillen lässt

Die Zahlen, die von den einschlägigen Schifffahrtsdatenanbietern gemeldet würden, seien alles andere als beruhigend. In der Woche bis zum 20. Juli seien laut Lloyd's List Intelligence gerade einmal 53 Schiffspassagen registriert worden – ein Einbruch von satten 66 Prozent gegenüber den 157 Durchfahrten der Vorwoche. Besonders dramatisch: Der Verkehr der Tanker und Gasfrachter, jener Schiffe also, die das schwarze Gold und das Flüssiggas der Golfregion in alle Welt transportieren, sei von 90 auf lediglich 30 Überfahrten zusammengeschrumpft.

Andere Datensätze zeichnen dasselbe düstere Bild. Kpler zufolge sei der tägliche Durchfahrtsverkehr, der vor dem 15. Juli noch bei über 20 Schiffen gelegen habe, binnen weniger Tage in den einstelligen Bereich abgestürzt. Auch S&P Global registrierte zwischen dem 17. und 19. Juli nur noch rund 13 Durchfahrten pro Tag – ein Rückgang um fast die Hälfte innerhalb einer Woche.

Wenn ein Fünftel des Weltölverbrauchs auf dem Spiel steht

Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Durch diese schmale Wasserstraße fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Kaum eine andere geografische Engstelle vereint eine derart geballte wirtschaftliche Sprengkraft. Und genau hier zeigt sich, wie fragil das gesamte globale Energiegefüge in Wahrheit ist. Ein militärischer Schlagabtausch, eine iranische Sperrerklärung für den Seeverkehr, ein paar Angriffe auf Handelsschiffe – mehr braucht es nicht, um die Nervosität an den Weltmärkten in offene Panik umschlagen zu lassen.

Die jüngste Eskalation zeige, wie verfrüht die Erwartung einer raschen Wiederöffnung der Straße gewesen sei, wird der Energieanalyst Saul Kavonic zitiert. Die Feindseligkeiten und die wiederverhängte Blockade hätten den Konflikt zurück auf einen Eskalationskurs gebracht.

Die Durchflussmenge durch Hormus sei laut Kavonic auf rund 15 Prozent des Vorkriegsniveaus gefallen. Und die Warnung, die er anschließt, dürfte manchem Finanzminister die Schweißperlen auf die Stirn treiben: Sollte die derzeitige Intensität der Kämpfe über mehrere Wochen anhalten oder gar regionale Energieinfrastruktur unter Beschuss geraten, könne der Ölpreis erneut die Marke von 100 US-Dollar je Barrel testen.

Kein völliger Stillstand – aber ein Vertrauensbruch

Vollständig zum Erliegen gekommen sei der Verkehr freilich nicht. Jeder Reeder, so die Risikoanalystin Bridget Diakun, habe schließlich eine andere Risikobereitschaft. Nach wie vor würden vereinzelt Tanker die Meerenge passieren. Doch bemerkenswert ist ein anderes Detail: Über 70 Prozent des verbliebenen Verkehrs entfielen zwar auf Handelsschiffe, doch nur etwa ein Drittel davon habe als konform mit den maritimen Beschränkungen gegolten. Iran-nahe und sanktionierte Schiffe dominierten viele Bewegungen – ein klares Signal dafür, dass die seriösen internationalen Reedereien lieber Abstand halten.

Der Verkehr werde sich, so die Einschätzung, künftig nicht stetig erholen, sondern in „Ebbe und Flut" pendeln. Immer dann, wenn ein kurzes Fenster vermeintlicher Sicherheit aufscheine, wagten sich einzelne Akteure vor – nur um sich beim nächsten Aufflammen der Spannungen wieder zurückzuziehen.

Was bedeutet das für den deutschen Bürger?

Man mag im fernen Berlin die Vorgänge am Persischen Golf für ein exotisches Randthema halten. Ein fataler Irrtum. Deutschland, dessen Industrie ohnehin unter explodierenden Energiekosten und einer verfehlten Wirtschaftspolitik ächzt, ist auf stabile Energiemärkte angewiesen wie kaum eine andere Volkswirtschaft. Wer die deutsche Grundlast auf Wind und Sonne setzen will und gleichzeitig zuverlässige Energieträger verteufelt, der stellt das Land bei jeder geopolitischen Krise dieser Größenordnung ins Abseits. Die Verwundbarkeit, die sich in der Straße von Hormus offenbart, ist letztlich auch eine hausgemachte deutsche Verwundbarkeit.

Steigende Ölpreise treiben unweigerlich die Inflation an – jene Inflation, die durch das 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket der neuen Bundesregierung ohnehin weiter befeuert werden dürfte. Der Bürger zahlt am Ende doppelt: an der Tankstelle und über die schleichende Entwertung seines Ersparten.

Warum krisenfeste Werte in solchen Zeiten glänzen

Es ist kein Zufall, dass gerade in geopolitischen Krisenzeiten der Blick vieler kluger Anleger auf jene Werte fällt, die keiner Reederei, keiner Meerenge und keinem politischen Wohlverhalten bedürfen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – gerade dann, wenn Ölpreise durch die Decke schießen und Papiervermögen an Kaufkraft verlieren. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie das, was in einer von Konflikten erschütterten Welt selten geworden ist: verlässliche Substanz.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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