
Blackstones Taschenspielertrick: Wenn faule Kredite einfach umverpackt werden
Was tut man, wenn ein riesiger Fonds voller zweifelhafter Privatkredite ins Straucheln gerät und die Anleger in Scharen ihr Geld zurückfordern? Man nimmt dieselben Kredite, steckt sie in eine neue Verpackung und hofft, dass niemand den Unterschied bemerkt. Genau das scheint der weltgrößte Private-Credit-Fonds von Blackstone nun vorzuhaben – ein Manöver, das selbst hartgesottene Finanzmarktbeobachter die Augenbrauen hochziehen lässt.
BCRED: Ein Koloss auf tönernen Füßen
Der Blackstone-Flaggschifffonds BCRED, mit einem Vermögen von rund 82,5 Milliarden Dollar die weltweit größte sogenannte Business Development Company (BDC), plant offenbar, Anleihen zu emittieren, die durch einen breiten Querschnitt seiner Vermögenswerte besichert werden sollen. Das Vehikel der Wahl: ein Collateralized Loan Obligation, kurz CLO. Die Erlöse sollen dazu dienen, bestehende Schulden zurückzuzahlen – ein Schritt, der angesichts der jüngsten Turbulenzen dringend nötig erscheint.
Denn BCRED wurde zuletzt von einer regelrechten Welle an Rücknahmeanträgen überrollt. Satte 7,9 Prozent des Fondsvolumens wollten Investoren abziehen – mehr als die statutarisch zulässige Obergrenze von 7 Prozent. Ein alarmierendes Signal. Bereits vor wenigen Wochen hatte Blackstone den ungewöhnlichen Schritt unternommen, einige seiner Führungskräfte zu bitten, persönlich 150 Millionen Dollar einzuschießen, um die erhöhten Rücknahmeforderungen zu bedienen, anstatt – wie einige Wettbewerber – die Auszahlungen schlicht zu deckeln.
Alter Wein in neuen Schläuchen
Das Grundprinzip des geplanten Deals ist so simpel wie durchschaubar: Die zugrunde liegenden Vermögenswerte – überwiegend Privatkredite, viele davon an Softwareunternehmen vergeben – bleiben exakt dieselben. Ob man sie nun in einer BDC-Struktur oder in einem CLO bündelt, ändert an der Qualität der Kredite rein gar nichts. Der einzige Unterschied besteht in der Verpackung, in der Hülle, die um diese Vermögenswerte gelegt wird. Es ist, als würde man ein angeschlagenes Produkt aus dem Regal nehmen, ein neues Etikett darauf kleben und es als frische Ware anpreisen.
Die größte Tranche des geplanten CLO-Deals soll mit einem AAA-Rating versehen werden und einen Zinsaufschlag von 1,3 Prozentpunkten bieten – ein Niveau, das vergleichbar mit früheren BCRED-Emissionen sei. Doch wer erinnert sich nicht an die Finanzkrise von 2008, als ebenfalls AAA-bewertete strukturierte Produkte sich als toxischer Sondermüll entpuppten? Die Parallelen sind frappierend, auch wenn die Dimensionen andere sind.
Ein beunruhigender Trend am Markt
BCRED steht mit dieser Strategie keineswegs allein da. Im vergangenen Jahr hätten mindestens drei weitere BDCs erstmals Private-Credit-CLOs emittiert, darunter Vehikel von Apollo, Morgan Stanley und Kohlberg & Co. Es handelt sich also um einen wachsenden Trend, bei dem Wall-Street-Investoren als neue Abnehmer für Schulden gewonnen werden sollen, die in ihrer ursprünglichen Form offenbar nicht mehr genügend Vertrauen genießen.
Für den aufmerksamen Beobachter offenbart sich hier ein besorgniserregendes Muster: Wenn die Qualität der Vermögenswerte fragwürdig ist, hilft auch die cleverste Umstrukturierung nicht. Viele dieser Privatkredite seien möglicherweise falsch bewertet oder bereits notleidend – ein Umstand, der durch bloßes Umpacken nicht verschwindet.
Was bedeutet das für den deutschen Anleger?
Die Entwicklungen am amerikanischen Private-Credit-Markt mögen auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen. Doch in einer globalisierten Finanzwelt sind die Ansteckungseffekte real. Deutsche institutionelle Investoren – Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen – sind längst in solchen Strukturen investiert, getrieben von der jahrelangen Niedrigzinsphase und dem verzweifelten Streben nach Rendite.
Wenn selbst der weltgrößte Private-Credit-Fonds mit massiven Rücknahmeforderungen kämpft und zu kreativer Finanzakrobatik greifen muss, sollte das jeden Anleger nachdenklich stimmen. In Zeiten, in denen komplexe Finanzprodukte immer undurchsichtiger werden und das Vertrauen in papierbasierte Versprechen schwindet, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Anker der Vermögenssicherung einmal mehr an Bedeutung. Sie tragen kein Gegenparteirisiko, können nicht „umverpackt" werden und behalten ihren inneren Wert – ganz ohne AAA-Rating.
Ob man es BDC oder CLO nennt – die Vermögenswerte sind identisch. Nur die Verpackung ändert sich.
Es bleibt abzuwarten, ob die Wall Street auf diesen Taschenspielertrick hereinfällt. Die Geschichte der Finanzmärkte lehrt uns jedenfalls eines: Wenn die Musik aufhört zu spielen, hilft auch das schönste Kostüm nicht mehr.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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