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BlackRock-Stratege warnt: Gold spiegelt den Schmerz der Schuldenstaaten!

BlackRock-Stratege warnt: Gold spiegelt den Schmerz der Schuldenstaaten!
Symbolbild: KI-generiert

Evy Hambro, beim weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock global für thematische und Sektor-Investments zuständig, erwartet langfristig weiter steigende Goldpreise. In einem Interview mit dem britischen Finanzmagazin MoneyWeek und zuvor auf dem FT Mining Summit in London beschreibt er die Staatsfinanzen der westlichen Welt als ernstes Problem. Mit den großen Goldkonzernen geht er dabei hart ins Gericht.

Die Anleihemärkte schlagen Alarm

Für Hambro ist die Lage eindeutig. Die Märkte für Staatsanleihen würden laut ihm eine klare Sprache sprechen: steigende Zinsen, gigantische Schuldenberge und jährliche Defizite, die immer weiter wachsen. Das setze das gesamte Finanzsystem unter Druck.

Seinen Vergleich versteht jeder Handwerksmeister. Würde man einem Unternehmen Geld leihen, das jedes Jahr Verluste schreibt? Wohl kaum. Und wenn doch, dann nur gegen deutlich höhere Zinsen. Genau so gehe es Anlegern heute mit vielen Staaten, die ihr Geld aus seiner Sicht obendrein schlecht ausgeben.

„Diese Regierungen haben große Defizite, sie haben riesige Schulden, und es gibt keinen Plan, die Situation zu beheben – und es sieht so aus, als würde sie nur noch schlimmer.“

Deutsche Leser kennen das Muster. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen der Regierung Merz wurde ausgerechnet von einem Kanzler auf den Weg gebracht, der im Wahlkampf noch solide Finanzen versprochen hatte. Bezahlen werden es die kommenden Generationen.

Weginflationieren: Der bequemste Ausweg

Und wie werden Staaten ihre Schulden am Ende los? Laut Hambro auf dem schmerzlosesten Weg, nämlich durch Inflation. Notenbanken würden ihr Inflationsziel deshalb womöglich weniger „religiös“ verfolgen, als sie sollten. Verfehlt würden diese Ziele ohnehin ständig.

Die Folge sei ein anhaltender Kaufkraftverlust der Papierwährungen. Davon würden Sachwerte profitieren. Gold sei wahrscheinlich einer der größten Gewinner.

Vom Herrenanzug bis zur Portfolio-Versicherung

Hambro verweist auf seine eigene Laufbahn. Als er vor gut 30 Jahren anfing, kostete eine Unze Gold rund 400 Dollar, heute sind es etwa 4.000 Dollar. Kupfer stieg im selben Zeitraum von 60 Cent auf sechs Dollar je Pfund. Er zitiert außerdem die alte Weisheit, dass man für eine Unze Gold seit 2.000 Jahren einen Herrenanzug bekommt.

In den 1990er-Jahren hätten Vermögensverwalter selbstverständlich Gold in die Depots ihrer Kunden gelegt. Anfang der 2000er sei das verschwunden. Heute kehre Gold zurück, allerdings in viel zu geringer Gewichtung. Hambro hält rund zehn Prozent für sinnvoll, weil Gold im Kern eine Versicherung sei. Wer sie nicht habe, spüre den Schaden umso härter.

Kurzfristig wackelt der Kurs, aber der Trend hält

Ganz frei von Turbulenzen ist der Markt nicht. Berichten zufolge rutschte der Goldpreis zuletzt auf rund 4.090 Dollar ab. Gründe seien ein steigender Ölpreis und die Sorge, die US-Notenbank könnte die Zinsen anheben. Medienberichten zufolge hat das Edelmetall in den vergangenen drei Jahren dennoch rund 112 Prozent zugelegt.

Hambro rechnet kurzfristig mit weiteren Schwankungen. Seine Kernbotschaft bleibt trotzdem: „Der Trend ist ganz klar dein Freund.“

Minenaktien als Turbo, aber mit Risiko

Hambro ist bekennender Fan von Goldminenaktien. Historisch hätten diese einen Hebel von etwa 3:1 auf den Goldpreis geboten. In Phasen stark steigender Förderkosten sei dieser Effekt verloren gegangen, inzwischen funktioniere er aber wieder, weil die Margen wachsen.

Ausgerechnet Hambro liefert jedoch das stärkste Argument gegen allzu viel Vertrauen in Konzernvorstände. Barrick Mining, Newmont, AngloGold Ashanti und Gold Fields haben Aktienrückkäufe von zusammen rund zwölf Milliarden Dollar angekündigt. Hambro nannte das auf dem Gipfel eine „rücksichtslose Kapitalallokation“, die ohne echten Prüfprozess beschlossen worden sei. Firmen würden auf dem Kursgipfel zurückkaufen und dann aufhören, wenn die Aktien 40 Prozent billiger seien. Seine Frage: „Wo war da die Mathematik?“

Dabei spricht Hambro nicht nur als neutraler Experte. Nach Angaben aus Branchenberichten hält BlackRock zwölf Prozent an Newmont, zehn Prozent an AngloGold Ashanti und sechs Prozent an Gold Fields.

Fazit: Die Versicherung, die kein Vorstand verspielen kann

Die Analyse des BlackRock-Managers bestätigt, was viele Sparer längst ahnen. Staaten leben auf Pump, und am Ende zahlt der Bürger über eine schwächere Währung. Die Debatte um die Aktienrückkäufe zeigt, dass Minenaktien vom Management abhängen. Physisches Gold dagegen hat keinen Vorstand, kein Rückkaufprogramm und kein Ausfallrisiko eines Emittenten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen kann es die Versicherung sein, von der Hambro selbst spricht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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