
Bierfest unter Tugendwächter-Aufsicht: Erlanger Gleichstellungsstelle erstellt Song-Verbotsliste

Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man sich verwundert die Augen reibt und fragt, in welchem Land man eigentlich aufgewacht ist. Auf der traditionsreichen Erlanger Bergkirchweih, dem ältesten Bierfest der Welt, sollen die Wirte in diesem Jahr eine ganz besondere "Empfehlung" beherzigen: eine Liste mit zwölf Liedern, die nach Auffassung der städtischen Gleichstellungsstelle als "sexistisch" gelten und deshalb gefälligst nicht mehr gespielt werden sollen. Willkommen in der schönen neuen Welt der behördlich verordneten Volksfeststimmung.
Wenn die Sittenpolizei die Setliste schreibt
Vom 21. Mai bis zum 1. Juni feiert Erlangen sein traditionsreiches Volksfest. Statt sich auf die Bewirtung der Gäste konzentrieren zu können, müssen die Wirte sich nun einer akribisch zusammengestellten Verbotsliste widmen. Darüber berichteten die Nürnberger Nachrichten. Auf der Indexliste finden sich Klassiker wie "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang – ein Lied, das seit unglaublichen 45 Jahren Generationen von Feiernden zum Mitsingen animiert hat. Auch Mickie Krauses Partyhits "Geh mal Bier holen" und "Zehn nackte Friseusen" stehen auf dem Index, ebenso wie der Sommerhit "Layla" aus dem Jahr 2022.
Jürgen Thürnau, Manager der Spider Murphy Gang, brachte das Absurde der Situation mit einem bemerkenswerten Vergleich auf den Punkt: Selbst in der DDR habe man als Band keine Setliste vorlegen müssen. Ein Satz, der mehr über den Zustand unserer Republik aussagt, als manchem politisch Verantwortlichen lieb sein dürfte.
Die offizielle Begründung: Wohlfühlatmosphäre per Verordnung
Man wolle, so heißt es aus der Gleichstellungsstelle, "gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern" gewährleisten. Alle Gäste und Mitarbeiter sollten sich "wohl und sicher fühlen" – ein Anspruch, den vermutlich niemand bestreitet. Die Frage ist nur, ob ausgerechnet das Verbot 45 Jahre alter Schlager das geeignete Mittel ist, um echte Sicherheit zu schaffen.
Angestoßen wurde die Liste durch die Beschwerde einer einzigen Besucherin im vergangenen Jahr, wie die Gleichstellungsbeauftragte Réka Lörincz erklärte. Die Frau habe sich über vermeintlich sexistische Songs beschwert und sei zudem von Männern "betatscht" worden. Lörincz sagt, es dürfe nicht sein, dass Frauen überlegen müssten, wo sie hingehen könnten und wo nicht. Ein Satz, der – ironischerweise – genau ins Schwarze trifft. Nur eben in eine Richtung, die im Erlanger Rathaus offenbar niemand zu Ende denken möchte.
Das eigentliche Problem wird konsequent umschifft
Denn werfen wir doch einen kurzen Blick auf die nackten Zahlen: Die polizeilich erfassten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben sich in Deutschland zwischen 2014 und 2024 nahezu verdreifacht – von rund 47.000 auf etwa 128.000 Fälle pro Jahr. Wer ernsthaft glaubt, diese dramatische Entwicklung lasse sich durch das Verbot von "Skandal im Sperrbezirk" oder "Layla" eindämmen, der hat entweder die Realität verlassen oder bewusst das Interesse daran, sie zu erkennen.
Während im benachbarten Nürnberg ein Grooming-Gang-Skandal das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert, beschäftigen sich städtische Gleichstellungsbeauftragte mit dem Index für deutsche Partyschlager. Es ist diese Diskrepanz zwischen tatsächlichem Handlungsbedarf und behördlicher Symbolpolitik, die einen großen Teil der Bevölkerung mittlerweile zur Weißglut treibt. Und diese Meinung, das sei klar gesagt, teilen nicht nur wir in der Redaktion, sondern Umfragen zeigen es immer wieder deutlich: Ein großer Teil des deutschen Volkes hat genug von einer Politik, die wahre Probleme verdrängt und sich stattdessen an Lappalien abarbeitet.
Vom Volksfest zur pädagogischen Anstalt
Besonders pikant: Auch der Schlager "Nein heißt ja" von G. G. Anderson sei laut Gleichstellungsbeauftragter problematisch, weil er Grenzüberschreitungen verharmlose. Man fragt sich unwillkürlich, ob die Behörde wirklich annimmt, dass Sexualstraftäter ihr Verhalten an Schlagertexten ausrichten – oder ob es vielleicht doch ganz andere Faktoren sind, die zu der explodierenden Kriminalitätsstatistik führen. Doch über letztere zu sprechen, gilt im heutigen Deutschland bekanntlich als heikel.
Die Erlanger Episode steht beispielhaft für ein Phänomen, das sich durch das ganze Land zieht: Der wohlmeinende, aber bevormundende Tugendstaat greift immer tiefer in Bereiche ein, die früher selbstverständlich zum Lebensgefühl der Menschen gehörten. Volkslieder werden umgeschrieben, Kinderbücher zensiert, Karnevalslieder hinterfragt – und nun also die Setlist beim Bierfest. Schritt für Schritt wird das, was Generationen als deutsche Festkultur kannten und liebten, einer ideologischen Inventur unterzogen.
Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
Niemand muss "Geh mal Bier holen" geschmackvoll finden. Niemand muss bei "Zehn nackte Friseusen" mitgrölen. Aber in einer freien Gesellschaft entscheiden Künstler, Wirte und Besucher gemeinsam darüber, was gespielt und gehört wird – und nicht eine städtische Behörde mit Verbotslisten. Das ist der Unterschied zwischen einem freien Volksfest und einer staatlich kuratierten Beschallung.
Wer den Frauen in Deutschland tatsächlich helfen will, sollte sich um konkrete Sicherheitskonzepte kümmern, um eine handlungsfähige Polizei, um konsequente Strafverfolgung und um eine ehrliche Debatte über die Ursachen der Gewalt gegen Frauen. Symbolische Indexlisten für Partyschlager hingegen sind nichts weiter als ein wohlfeiles Feigenblatt für eine Politik, die die wirklichen Herausforderungen seit Jahren vor sich herschiebt.
Die Bergkirchweih wird ihr Publikum auch in diesem Jahr finden. Und der eine oder andere wird sich vielleicht ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen können, wenn aus den Boxen trotz allem doch jenes Lied klingt, das man eigentlich verbieten wollte. Denn echte Lebensfreude lässt sich nicht per Verwaltungsakt regulieren – auch wenn das in Erlanger Amtsstuben offenbar einige glauben.
Edelmetalle als Anker in einer Welt aus Symbolpolitik
In Zeiten, in denen sich politische Energie in der Erstellung von Schlager-Verbotslisten erschöpft, während reale wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen ungelöst bleiben, gewinnt die persönliche Vermögensabsicherung zusätzliche Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von politischen Moden und ideologischen Stürmen. Eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portfolio kann gerade in unsicheren Zeiten ein solides Fundament bilden.
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