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Kettner Edelmetalle
18.03.2026
16:20 Uhr

Berlins Bürgermeister Wegner im Kreuzfeuer: Tennis statt Krisenmanagement beim Blackout

Was tut ein Regierender Bürgermeister, wenn 100.000 seiner Bürger mitten im Winter ohne Strom und Heizung frieren? Kai Wegner (CDU) spielte offenbar Tennis. Zwei Monate nach dem verheerenden Anschlag auf Berlins Stromversorgung holen den CDU-Politiker nun neue Vorwürfe ein, die seinen ohnehin ramponierten Ruf weiter beschädigen könnten – und das ausgerechnet wenige Monate vor der Abgeordnetenhauswahl im September.

Der Blackout und seine politischen Nachwirkungen

Die Fakten sind bekannt, doch sie verlieren nicht an Brisanz: Am 3. Januar 2026 fiel im Berliner Südwesten für fünf Tage der Strom aus. Rund 100.000 Menschen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf saßen bei winterlichen Temperaturen im Dunkeln und in der Kälte. Verantwortlich für den Blackout war ein mutmaßlich linksextremer Anschlag der sogenannten „Vulkangruppe" – ein Bekennerschreiben liegt den Behörden vor, die Täter konnten bis heute nicht gefasst werden.

Dass linksextremistische Gruppierungen in Deutschland offenbar ungehindert kritische Infrastruktur angreifen können, ohne dass die Sicherheitsbehörden dem etwas entgegenzusetzen hätten, wirft für sich genommen bereits gravierende Fragen auf. Doch statt über das eklatante Versagen bei der inneren Sicherheit zu diskutieren, dreht sich die Debatte nun vor allem um einen Mann: Kai Wegner.

Vom „eingeschlossenen" Krisenmanager zum Tennisspieler

Der Regierende Bürgermeister hatte sich am ersten Tag der Krise nicht vor Ort gezeigt und erst Stunden nach Bekanntwerden des Blackouts eine Pressemitteilung veröffentlicht. Als er am Folgetag das Krisengebiet besuchte und von Journalisten auf seine Abwesenheit angesprochen wurde, erklärte Wegner, er sei den ganzen Tag zu Hause gewesen, habe sich im heimischen Büro „eingeschlossen" und telefoniert. Eine Darstellung, die sich als bestenfalls unvollständig herausstellte.

Denn wenige Tage später wurde bekannt, dass Wegner am Mittag des 3. Januar für eine Stunde Tennis gespielt hatte. Dieses „kleine, aber feine Detail" – wie man es wohl nur mit äußerster Höflichkeit bezeichnen kann – hatte der CDU-Politiker wohlweislich ausgespart. Seine Rechtfertigung? Die Tennisstunde habe lediglich dazu gedient, „den Kopf freizukriegen". Man fragt sich unwillkürlich, ob die frierenden Bürger in Steglitz-Zehlendorf ebenfalls die Gelegenheit hatten, sich bei einer Partie Tennis zu entspannen.

Neue Ungereimtheiten bei der Kontaktaufnahme mit dem Bund

Doch damit nicht genug. Wie nun berichtet wird, soll Wegner auch bei seinen Angaben zur Kontaktaufnahme mit der Bundesregierung falsche Angaben gemacht haben. Der Bürgermeister hatte wiederholt betont, er habe bereits am Morgen des Anschlags umfassend auf allen Ebenen kommuniziert – einschließlich Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium. Nach Auswertung von Daten aus der Senatskanzlei soll es am Vormittag des 3. Januar zwar Kontakte zu Senatsmitgliedern und zum Krisenstab gegeben haben, Hinweise auf eine Kontaktaufnahme mit der Bundesebene ergäben sich daraus jedoch nicht.

Wegner selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Interpretation seiner damaligen Aussagen entbehre „jeder Grundlage", ließ er verlauten, und kündigte an, rechtliche Schritte prüfen zu lassen. Sein Medienrechtler bezeichnete die Darstellung, Wegner habe die Öffentlichkeit bewusst getäuscht, als „haltlos". Presserechtliche Schritte würden geprüft. Die klassische Flucht nach vorn – ob sie gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Opposition wittert Morgenluft

Für die Berliner Opposition sind die neuen Vorwürfe ein gefundenes Fressen im beginnenden Wahlkampf. Besonders deutlich wurde die Berliner AfD-Chefin Kristin Brinker, die gegenüber der Presse erklärte, es passe zur Berliner CDU, „dass sie mit einem Lügner in den Wahlkampf ziehen will". Das Verhalten Wegners bezeichnete sie als „maximal unprofessionell". Gerade in einer Krisensituation müsse ein Regierungschef „das Ruder fest in der Hand halten" – eine Einschätzung, der man schwerlich widersprechen kann.

Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht schoss scharf. Landeschef Alexander King stellte nicht nur Wegners Darstellung infrage, sondern dessen tatsächliche Rolle während der gesamten Krise. Der Regierende Bürgermeister habe „keine größere Rolle gespielt", während die Senatskanzlei versucht habe, diesen Umstand „durch wolkige Antworten und Halbwahrheiten zu vertuschen". Dass Wegner sich die vorzeitige Wiederherstellung der Strom- und Wärmeversorgung anschließend selbst zugeschrieben habe, sei „wahnsinnig peinlich".

FDP legt Rücktritt nahe – Grüne bleiben vage

Die Berliner FDP ging noch einen Schritt weiter. Generalsekretär Peter Langer legte Wegner in einer Pressemitteilung indirekt den Rücktritt nahe und verwies auf ein „Muster" aus sich häufenden Vorwürfen und weiteren Skandalen, etwa um die Mittelvergabe in der Kulturverwaltung. Die Grünen griffen Wegner zwar scharf an, blieben bei konkreten Konsequenzen jedoch gewohnt unverbindlich und verwiesen auf die Wahl im September.

Selbst der Koalitionspartner SPD hielt sich auffällig bedeckt. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach machte lediglich deutlich, er erwarte, dass Wegner „die Wahrheit sagt", und kritisierte, dies geschehe bislang nur „scheibchenweise". Eine explizite Rücktrittsforderung blieb aus – noch.

Das eigentliche Problem: Berlins marode Sicherheitsarchitektur

So berechtigt die Kritik an Wegners Krisenmanagement auch sein mag – sie lenkt von einem weit gravierenderen Problem ab. Wie ist es möglich, dass eine linksextremistische Gruppe in der deutschen Hauptstadt einen mehrtägigen Blackout auslösen kann, ohne dass die Sicherheitsbehörden dies verhindern oder die Täter im Nachhinein fassen können? Der zivile Katastrophenschutz sei strukturell schlecht aufgestellt, die Zuständigkeiten zwischen Land und Bezirken „dysfunktional", es fehle an Reservesystemen und klaren rechtlichen Grundlagen – so die Analyse des BSW, der man in diesem Punkt kaum widersprechen kann.

Deutschland hat über Jahrzehnte seine innere Sicherheit vernachlässigt, seine Infrastruktur verkommen lassen und sich in ideologischen Debatten verloren, während die realen Bedrohungen wuchsen. Der Berliner Blackout ist nur ein Symptom einer tiefgreifenden Krise, die weit über die Frage hinausgeht, ob ein Bürgermeister am Tag eines Anschlags Tennis gespielt hat. Es ist die Krise eines Staates, der seine Kernaufgaben – den Schutz seiner Bürger und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung – zunehmend nicht mehr erfüllt.

Ob Wegner die Berliner Wahl im September übersteht, werden die Wähler entscheiden. Dass Berlin – und Deutschland insgesamt – dringend Politiker braucht, die Verantwortung nicht nur beanspruchen, sondern auch tragen, steht außer Frage. Der Wahlkampf hat gerade erst begonnen. Es dürfte ungemütlich werden – nicht nur für Kai Wegner.

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