
Berliner Grüne wollen 80 Prozent der Haushalte das Gas abdrehen – Ideologie statt Vernunft

Man könnte meinen, die Grünen hätten aus dem Heizungsgesetz-Debakel der Ampel-Ära gelernt. Doch weit gefehlt. Die Berliner Landespartei setzt noch einen drauf und fordert in ihrem frisch beschlossenen Wahlprogramm für die Abgeordnetenhauswahl 2026 nichts Geringeres als die vollständige Stilllegung des Berliner Erdgasnetzes. Ein Vorhaben, das in seiner Tragweite kaum zu überschätzen ist – und das vier von fünf Berliner Haushalten direkt oder indirekt treffen würde.
Eine Stadt am Tropf des Erdgases
Die nackten Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Rund 61 Prozent aller Berliner Haushalte heizen direkt mit Gas – über Thermen oder klassische Gasheizungen. Rechnet man jene Haushalte hinzu, die über gasbasierte Fernwärme versorgt werden, sind es sogar etwa 80 Prozent. Erdgas ist damit der mit Abstand wichtigste Energieträger für die Wärmeerzeugung in der deutschen Hauptstadt. Und genau diesen Energieträger wollen die Grünen nun „perspektivisch" abschalten.
Beschlossen wurde das Programm auf der Landesdelegiertenkonferenz des Berliner Landesverbands. Darin heißt es, man wolle mit dem Netzbetreiber GASAG konkret über die Stilllegung ins Gespräch kommen. Das Erdgasverteilnetz sei „nicht sinnvoll dekarbonisierbar" und werde daher „in großen Teilen mittel- bis langfristig nicht mehr gebraucht". Einen konkreten Zeitplan? Den sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es wolkige Formulierungen und das übliche grüne Mantra der „Dekarbonisierung".
Grüner Wasserstoff nur für die Industrie – der Bürger schaut in die Röhre
Besonders bemerkenswert ist die Haltung der Grünen zum Thema Wasserstoff. Grüner Wasserstoff – oft als Hoffnungsträger der Energiewende gepriesen – komme laut dem Wahlprogramm allenfalls für Industrie- und Gewerbestandorte in Betracht, „die nicht anders klimaneutral werden können". Für den normalen Berliner Haushalt bleibt diese Option also verschlossen. Eine Umnutzung des bestehenden Gasnetzes wird kategorisch ausgeschlossen.
Stattdessen soll die landeseigene Berlin Energie und Wärme GmbH in „wirklich klimaneutrale Wärmetechnologien" investieren – und nicht in „teure und fossile Sackgassen", wie es im Programm heißt. Die Ironie dabei: Gerade der von den Grünen propagierte Umstieg auf erneuerbare Wärmeerzeugung dürfte für die Berliner Bürger zur teuersten Sackgasse aller Zeiten werden.
Die Kostenlawine rollt auf die Bürger zu
Ein großflächiger Umbau der Wärmeversorgung wäre nicht nur organisatorisch eine Herkulesaufgabe, sondern vor allem extrem investitionsintensiv. Für Privathaushalte entstünden erhebliche Kosten – nicht nur für neue Heizungsanlagen, sondern auch für die Stilllegung der Gasanschlüsse selbst. Erfahrungswerte aus anderen Städten zeigen, dass allein die Abschaltkosten pro Haushalt zwischen 650 und 6.000 Euro liegen können. Der Mittelwert wird auf rund 1.746 Euro geschätzt. Hinzu kämen die Kosten für den Einbau alternativer Heizsysteme, die schnell fünfstellige Beträge erreichen.
Dass diese Kosten durch staatliche Subventionen abgefedert werden müssten, versteht sich von selbst. Doch woher soll das Geld kommen? In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz bereits ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt hat und die Staatsverschuldung neue Höhen erklimmt, mutet die Vorstellung weiterer Milliarden-Subventionen für grüne Heizungsträume geradezu grotesk an.
Das Märchen von der „bezahlbaren Wärme"
Die Begründung der Grünen für ihr Vorhaben entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik. Nur durch die geplante Stilllegung des Gasnetzes könne die „Bezahlbarkeit von Wärme" auch künftig gewährleistet werden, heißt es im Programm. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Partei, die Millionen Haushalten den günstigsten verfügbaren Energieträger wegnehmen will, verspricht gleichzeitig, dass Heizen dadurch billiger werde. Das ist ungefähr so überzeugend wie das Versprechen, dass der Strom aus der Steckdose kommt und die Sonne keine Rechnung schickt.
Tatsächlich ist bis heute nicht überzeugend geklärt, wie eine dauerhaft günstige Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen in ausreichender Menge gesichert werden soll – zumal Deutschland unter grüner Mitwirkung seine nuklearen Grundlastkapazitäten bereits vollständig abgeschaltet hat. Die Strompreise in Deutschland gehören schon jetzt zu den höchsten in Europa. Wer glaubt, dass eine vollständige Elektrifizierung der Wärmeversorgung die Kosten senken würde, der glaubt vermutlich auch, dass Windräder bei Flaute Strom produzieren.
Mannheim als warnendes Beispiel
Wie ein solcher Gasausstieg in der Praxis aussehen könnte, zeigt das Beispiel Mannheim. Der dortige kommunale Versorger MVV hat angekündigt, sein Gasnetz bereits bis 2035 stillzulegen. Zehntausende Haushalte sind betroffen, unzählige Eigentümer müssen ihre Heizsysteme in den kommenden Jahren auf eigene Kosten umstellen. MVV begründet den Schritt mit Klima- und Regulierungsvorgaben sowie dem Argument, dass Netzkosten und CO₂-Abgaben künftig auf immer weniger verbleibende Gasnutzer umgelegt würden – ein klassischer Teufelskreis, der letztlich politisch gewollt ist.
Was in Mannheim bereits für erheblichen Unmut sorgt, würde in Berlin – einer Stadt mit 3,7 Millionen Einwohnern und einem maroden Verwaltungsapparat, der nicht einmal Bürgerämter funktionsfähig betreiben kann – zu einem logistischen und sozialen Desaster führen. Man erinnere sich nur an den Stromausfall im Januar, als Teile Berlins aufgrund einer durchgebrannten Kabelbrücke über dem Teltowkanal tagelang ohne Strom waren. Eine Stadt, die nicht einmal ihre bestehende Infrastruktur instand halten kann, will nun die komplette Wärmeversorgung umkrempeln?
Vergessen: Berliner kochen auch mit Gas
Was die Grünen in ihrem ideologischen Eifer offenbar völlig übersehen haben: Das Gasnetz dient nicht nur der Wärmeerzeugung. Rund 20 Prozent der Berliner Haushalte kochen mit Gas, weil in vielen älteren Mietwohnungen schlicht kein Starkstromanschluss für einen Elektroherd vorhanden ist. Auch finanziell macht Gaskochen Sinn: Ein Kochvorgang kostet mit Gas etwa 11 Cent, mit Strom hingegen rund 30 Cent. Doch solche profanen Alltagsrealitäten scheinen in der grünen Gedankenwelt keinen Platz zu haben.
Ideologie frisst Realität
Das Berliner Gasnetz-Programm reiht sich nahtlos ein in eine Serie immer radikalerer grüner Forderungen. Auf demselben Parteitag beschlossen die Berliner Grünen auch die Aufnahme aller sogenannten „Klimaflüchtlinge" – nach Schätzungen internationaler Organisationen wären das rund 86 Millionen Menschen weltweit. Man fragt sich unwillkürlich, womit diese Menschen dann in Berlin heizen sollen, wenn das Gasnetz erst einmal stillgelegt ist.
Es ist ein Muster, das sich durch die gesamte grüne Politik zieht: Maximale moralische Ansprüche bei minimaler Berücksichtigung der Realität. Die Kosten tragen am Ende immer die Bürger – jene hart arbeitenden Menschen, die morgens aufstehen, ihre Steuern zahlen und abends in eine warme Wohnung zurückkehren wollen. Dass ausgerechnet diese Menschen von einer Partei, die sich als sozial und gerecht versteht, mit derart utopischen Forderungen konfrontiert werden, ist ein Treppenwitz der deutschen Politikgeschichte.
Die Berliner werden bei der kommenden Abgeordnetenhauswahl die Gelegenheit haben, über diese Pläne abzustimmen. Man darf gespannt sein, ob die Hauptstädter bereit sind, sich ihre Gasheizungen von einer Partei abschalten zu lassen, die bislang nicht einmal ansatzweise erklären konnte, wie eine bezahlbare und verlässliche Alternative aussehen soll. In Zeiten, in denen die Energiepreise ohnehin auf Rekordniveau liegen und die wirtschaftliche Unsicherheit wächst, wäre ein solches Experiment mit der Wärmeversorgung einer Millionenstadt nichts anderes als ein ideologisch motiviertes Vabanquespiel auf Kosten der Schwächsten.
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