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15.04.2026
13:23 Uhr

Berliner Blackout-Affäre: Wegner koordinierte die Krise offenbar nur per Kurznachricht

Berliner Blackout-Affäre: Wegner koordinierte die Krise offenbar nur per Kurznachricht

Es ist eine Geschichte, die man sich kaum ausdenken könnte – und die doch symptomatisch für den Zustand deutscher Politik ist. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gerät wegen seines Krisenmanagements während des verheerenden Stromausfalls im Berliner Südwesten Anfang Januar 2026 immer tiefer in Erklärungsnot. Neue Senatsangaben offenbaren nun ein Bild, das so gar nicht zu den vollmundigen Beteuerungen des Regierungschefs passen will.

SMS statt Krisenstab: Die bröckelnde Fassade des Krisenmanagers

Aus einer aktuellen Antwort des Berliner Senats auf eine parlamentarische Anfrage geht hervor, dass sich der Austausch zwischen Wegner und Innensenatorin Iris Spranger am Vormittag des 3. Januar lediglich auf schriftliche Mitteilungen – also offenbar SMS – beschränkt habe. Kein Telefonat, keine Krisensitzung, keine direkte Abstimmung. Während rund 45.000 Haushalte und zahlreiche Gewerbebetriebe im Dunkeln saßen, tippte der Regierende Bürgermeister der deutschen Hauptstadt offenbar Kurznachrichten in sein Mobiltelefon.

Das steht in eklatantem Widerspruch zu dem, was Wegner selbst nach dem Vorfall behauptet hatte. Der CDU-Politiker erklärte damals öffentlich, er habe „den ganzen Tag" telefoniert und bereits am Vormittag Gespräche unter anderem mit der Bundesregierung geführt. Bei einem Auftritt präzisierte er sogar: Er habe „in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen." Eine bemerkenswert exakte Zeitangabe für etwas, das sich nun als bestenfalls geschönt, schlimmstenfalls als frei erfunden herausstellt.

Kontakt zur Bundesebene erst am Abend – nicht am Morgen

Besonders brisant: Der Senat räumt ein, dass Kontakte zum Bundeskanzleramt und zum Bundesinnenministerium erst am Abend stattfanden. Auch die Einbindung der Bundeswehr sei erst zu diesem späten Zeitpunkt veranlasst worden. Von morgendlichen Gesprächen mit der Bundesregierung, wie Wegner sie suggeriert hatte, fehlt in den offiziellen Dokumenten jede Spur.

Bereits zuvor hatten Recherchen des Tagesspiegel ergeben, dass es am Vormittag keinerlei dokumentierte Gespräche mit Bundesstellen gegeben habe. Selbst ein früher Kontakt mit dem Netzbetreiber ließ sich nicht belegen. Stromnetz Berlin bestätigte lediglich ein einziges Telefonat – und zwar um 22.37 Uhr abends. Ein Unternehmenssprecher stellte unmissverständlich klar: „Darüber hinaus sind keine Gespräche dokumentiert."

Ein Brandanschlag und seine politischen Nachwirkungen

Zur Erinnerung: Der massive Stromausfall war durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke ausgelöst worden – ein Akt, der die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur in der Hauptstadt auf erschreckende Weise offenlegte. Dass ausgerechnet in einer solchen Situation, die nach entschlossenem Handeln und klarer Führung verlangte, der höchste Repräsentant des Landes Berlin offenbar stundenlang nur per SMS kommunizierte, wirft fundamentale Fragen auf.

Man stelle sich das einmal vor: Zehntausende Berliner sitzen in der Januarkälte ohne Strom, ohne Heizung, ohne Licht – und der Mann, der für ihre Sicherheit verantwortlich ist, verschickt Textnachrichten. Das ist kein Krisenmanagement. Das ist eine Bankrotterklärung.

Die Entschuldigung, die keine ist

Wegner hatte im Verlauf der Affäre zwar Fehler eingeräumt und sich bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt – allerdings nur für „kommunikative Fehler". Zugleich betonte er trotzig: „Ich habe meinen Job gemacht." Angesichts der nun vorliegenden Fakten darf man diese Selbsteinschätzung getrost als kühn bezeichnen. Wer seinen Job macht, der greift in einer Krise zum Hörer, der koordiniert, der führt. Wer SMS tippt, während eine Großstadt im Chaos versinkt, der hat seinen Job gerade nicht gemacht.

Diese Episode reiht sich nahtlos ein in ein Muster, das viele Bürger in Deutschland längst leid sind: Politiker, die nach Krisen vor die Kameras treten, entschlossenes Handeln suggerieren und sich als Macher inszenieren – nur um dann von der Realität eingeholt zu werden. Die Glaubwürdigkeit der politischen Klasse in diesem Land erodiert mit jedem solchen Vorfall ein Stück weiter. Und das zu Recht.

Symptom einer tiefgreifenden Krise

Der Berliner Blackout und das desaströse Krisenmanagement sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Sie stehen stellvertretend für einen Staat, der an vielen Stellen seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt – sei es bei der inneren Sicherheit, der Infrastruktur oder dem Schutz kritischer Versorgungseinrichtungen. Dass ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke ausreicht, um 45.000 Haushalte tagelang lahmzulegen, sollte jeden Bürger alarmieren. Dass der zuständige Regierungschef darauf mit SMS reagiert, sollte ihn empören.

Deutschland braucht Politiker, die in der Krise führen – nicht solche, die hinterher ihre Untätigkeit mit wohlklingenden Phrasen kaschieren. Die Berliner und alle Deutschen haben Besseres verdient als politisches Theater auf dem Rücken derer, die im Dunkeln sitzen.

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