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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
08:24 Uhr

Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021 – doch von Entwarnung kann keine Rede sein

Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021 – doch von Entwarnung kann keine Rede sein

238.500 genehmigte Wohnungen im Jahr 2025 – das klingt zunächst nach einer Trendwende. Und tatsächlich: Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, seien im vergangenen Jahr 10,8 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt worden als noch 2024. Erstmals seit vier Jahren zeigt die Kurve wieder nach oben. Doch wer nun glaubt, die deutsche Wohnungsbaukrise sei überwunden, der irrt gewaltig.

Ein Lichtblick auf niedrigstem Niveau

Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Im Jahr 2024 war die Zahl genehmigter Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 2010 abgesackt. Der jetzige Anstieg um 23.200 Wohnungen ist also nichts anderes als eine zaghafte Erholung von einem historischen Tiefpunkt. Von den einst politisch versprochenen 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr – ein Versprechen, das bereits die gescheiterte Ampelregierung wie eine Monstranz vor sich hertrug – sind wir meilenweit entfernt. Nicht einmal 60 Prozent dieser Zielmarke werden erreicht.

Besonders bemerkenswert ist die Zusammensetzung der Zahlen. Im Neubau stiegen die Genehmigungen um 12,6 Prozent auf 198.100 Wohnungen, während Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden mit einem Plus von lediglich 2,7 Prozent auf 40.400 Wohnungen kaum vom Fleck kamen. Das zeigt: Der Bestand wird weiterhin sträflich vernachlässigt, während der Neubau zumindest zaghaft anzieht.

Einfamilienhäuser erleben ein Comeback – Zweifamilienhäuser stagnieren

Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet das Einfamilienhaus, das von grünen Ideologen jahrelang als klimapolitische Todsünde gebrandmarkt wurde, verzeichnet den stärksten Zuwachs. Die Genehmigungen für neue Einfamilienhäuser stiegen um satte 17,2 Prozent auf 44.500. Offenbar lassen sich die Deutschen ihren Traum vom eigenen Haus nicht so leicht ausreden – trotz aller ideologischen Umerziehungsversuche. Dieser Anstieg erstreckte sich laut Destatis über das gesamte Jahr 2025, was auf eine nachhaltige Entwicklung hindeutet.

Bei den Zweifamilienhäusern hingegen herrscht Stillstand. Mit 12.600 Genehmigungen blieb die Zahl praktisch unverändert auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Zusammen machten Ein- und Zweifamilienhäuser, die im Regelfall von Privatpersonen errichtet werden, nur noch 28,8 Prozent der genehmigten Neubauwohnungen aus. Der individuelle Hausbau wird für immer mehr Familien zum unerreichbaren Luxus – eine bittere Bilanz für ein Land, das sich als wohlhabend betrachtet.

Mehrfamilienhäuser dominieren das Geschehen

Den Löwenanteil der Genehmigungen machen erwartungsgemäß die Mehrfamilienhäuser aus. 128.100 Wohnungen wurden in dieser Kategorie genehmigt – ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entfielen 64,6 Prozent aller genehmigten Neubauwohnungen auf diese vorrangig von Unternehmen errichtete Gebäudeart. Auffällig dabei: Der Anstieg zeigte sich erst ab der zweiten Jahreshälfte 2025, was auf eine gewisse Verzögerung bei Investitionsentscheidungen hindeutet. Auch Wohnheime legten kräftig zu – um 34,2 Prozent auf 9.100 genehmigte Einheiten.

Die öffentliche Hand zieht sich zurück

Besonders alarmierend ist ein Detail, das in der allgemeinen Erleichterung über steigende Zahlen unterzugehen droht: Die Baugenehmigungen, die auf Bauanträge der öffentlichen Hand zurückgehen, sanken um erschreckende 23,2 Prozent auf nur noch 6.900. Während Unternehmen und Privatpersonen mehr bauen – Unternehmen legten um 14,6 Prozent zu, Privatpersonen sogar um 14,9 Prozent –, zieht sich der Staat ausgerechnet in einer Zeit akuter Wohnungsnot aus dem sozialen Wohnungsbau zurück. Wie passt das zusammen mit den vollmundigen Versprechen der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

Stattdessen werden Hunderte Milliarden in Sondervermögen gepumpt, die kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten werden. Für den sozialen Wohnungsbau scheint in diesem schuldenfinanzierten Ausgabenrausch kein Platz zu sein. Eine Prioritätensetzung, die man getrost als skandalös bezeichnen darf.

Gewerbebau im freien Fall

Während der Wohnungsbau zumindest ein zartes Pflänzchen der Hoffnung treibt, sieht es im Bereich der Nichtwohngebäude düster aus. Der umbaute Raum bei genehmigten Nichtwohngebäuden sank um 5,2 Prozent auf 183,1 Millionen Kubikmeter – den niedrigsten Wert seit 2014. Warenlagergebäude brachen um 17,1 Prozent ein, Fabrik- und Werkstattgebäude um 13,0 Prozent, und bei Anstaltsgebäuden wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen betrug der Rückgang sogar katastrophale 37,8 Prozent.

Diese Zahlen sind ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaftsmisere. Wenn Unternehmen weniger Fabriken und Lagerhallen bauen, dann investieren sie weniger in den Standort Deutschland. Wenn weniger Krankenhäuser und Pflegeheime genehmigt werden, dann steuert dieses Land sehenden Auges auf eine Versorgungskrise zu – in einer alternden Gesellschaft ein Versagen mit Ansage.

Was die Zahlen wirklich bedeuten

Man sollte sich von den positiven Schlagzeilen nicht blenden lassen. Eine Baugenehmigung ist noch lange kein gebautes Haus. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen oft Jahre, und nicht jedes genehmigte Projekt wird tatsächlich realisiert. Die explodierenden Baukosten, die erdrückende Bürokratie und die nach wie vor hohen Zinsen sorgen dafür, dass zahlreiche Projekte in der Schublade verschwinden. Deutschland baut zu wenig, zu langsam und zu teuer. Daran ändert auch ein statistischer Anstieg von einem historischen Tiefpunkt nichts.

Wer sein Vermögen in diesen unsicheren Zeiten schützen möchte, sollte sich nicht allein auf den Immobilienmarkt verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten seit Jahrtausenden einen bewährten Schutz gegen Inflation und wirtschaftliche Verwerfungen und können als sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Anlageportfolio dienen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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