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16.04.2026
04:58 Uhr

Bank of Japan vor historischer Zinswende: Krieg im Nahen Osten befeuert Inflationsängste

Bank of Japan vor historischer Zinswende: Krieg im Nahen Osten befeuert Inflationsängste

Während Europa und insbesondere Deutschland unter den Folgen einer verfehlten Wirtschaftspolitik ächzen, vollzieht sich in Japan ein geldpolitisches Drama, das die globalen Finanzmärkte in Atem hält. Die Bank of Japan (BOJ) steht offenbar kurz davor, ihren Leitzins bis Ende Juni auf 1,00 Prozent anzuheben – ein Schritt, den fast zwei Drittel der in einer Reuters-Umfrage befragten Ökonomen für wahrscheinlich halten. Der Auslöser? Ausgerechnet der eskalierende Konflikt zwischen dem Iran und Israel, der die ohnehin fragile Weltwirtschaft zusätzlich unter Druck setzt.

Krieg als Inflationstreiber – eine gefährliche Spirale

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Umfrage vom 7. bis 14. April prognostizierten 46 von 71 Ökonomen – also satte 65 Prozent – dass der japanische Leitzins bis Ende Juni die Marke von 1,00 Prozent erreichen werde. Im März lag dieser Anteil noch bei 60 Prozent, im Februar bei 58 Prozent. Der Trend ist unmissverständlich. Ob die Zinserhöhung bereits bei der Sitzung am 27. und 28. April oder erst im Juni erfolgt, darüber sind sich die Experten allerdings uneins. 38 Prozent tippen auf April, 35 Prozent auf Juni.

Was die Situation besonders brisant macht: Die BOJ dürfte bei ihrer kommenden Sitzung deutlich weniger Orientierung bieten als in der Vergangenheit. Die Märkte tappen im Dunkeln, und das Überraschungspotenzial ist enorm. Hiroshi Namioka, Chefstratege bei T&D Asset Management, hält eine Zinserhöhung bereits nächste Woche für möglich. Die Notenbanker seien besorgt, hinter die Kurve zu fallen, zumal der schwächelnde Yen den Handlungsdruck erhöhe. Seit Beginn des Konflikts hat die japanische Währung rund zwei Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren.

Zwischen Inflationsbekämpfung und Rezessionsangst

Nicht alle Beobachter teilen den Optimismus der Zinsfalken. Junki Iwahashi, Senior-Ökonom bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank, hält eine Zinserhöhung im April für unwahrscheinlich. Ein sprunghafter Anstieg der Rohölpreise durch die Verschärfung der Lage im Nahen Osten würde die Inflation zwar kurzfristig über Kostendruck nach oben treiben, gleichzeitig aber die Wirtschaft belasten. Die BOJ werde sich etwas mehr Zeit nehmen wollen, um die Situation zu bewerten, so Iwahashi, der einen Zinsschritt im Juni erwartet.

Die Prognosen jenseits des Juni-Horizonts zeichnen ein Bild schrittweiser Normalisierung: Der Leitzins soll demnach im vierten Quartal auf 1,25 Prozent steigen – etwas früher als zuvor erwartet. Eine weitere Anhebung auf 1,50 Prozent wird für das dritte Quartal 2027 prognostiziert. Einige wenige Ökonomen rechnen sogar mit einem Anstieg auf 1,75 Prozent.

Japans Sonderstellung in der globalen Geldpolitik

Was Japan von seinen westlichen Pendants fundamental unterscheidet: Mit einem Leitzins von derzeit 0,75 Prozent liegt das Land noch immer unterhalb des neutralen Zinssatzes – jener Schwelle also, die die Wirtschaft weder stimuliert noch bremst. Bei einer Inflation von rund zwei Prozent sind die realen Kreditkosten tief im negativen Bereich. Die BOJ riskiert damit eine Überhitzung der Wirtschaft, ein Luxusproblem, von dem man in Deutschland angesichts der wirtschaftlichen Stagnation nur träumen kann.

Die Inflation liegt in Japan seit fast vier Jahren über dem Zielwert – ein Phänomen, das die Notenbank nutzt, um den Boden für weitere Zinserhöhungen zu bereiten. Doch der Krieg im Nahen Osten wirft einen langen Schatten auf diese Pläne. 62 Prozent der Befragten – 18 von 29 – gehen davon aus, dass der Iran-Konflikt den japanischen Kernverbraucherpreisindex in den kommenden zwölf Monaten kumuliert um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte nach oben treiben wird.

Wachstumsprognosen im freien Fall

Besonders alarmierend sind die drastisch nach unten korrigierten Wachstumsprognosen. Für das zweite Quartal wird nun ein annualisiertes BIP-Wachstum von lediglich 0,4 Prozent erwartet – ein dramatischer Einbruch gegenüber den 1,1 Prozent aus der März-Umfrage. Für das dritte Quartal sank die Prognose von 1,2 auf 0,7 Prozent. Zwar erwartet keiner der Befragten, dass der Krieg Japan in eine Rezession stürzen werde, doch die Risiken sind offensichtlich.

Immerhin: 21 von 29 Befragten schätzen die Stagflationsrisiken als gering oder sehr gering ein. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, wird sich zeigen. Die Geschichte lehrt uns, dass geopolitische Konflikte eine Eigendynamik entwickeln können, die selbst die klügsten Prognosen über den Haufen wirft.

Was bedeutet das für Anleger?

Für den deutschen Sparer und Anleger sind die Entwicklungen in Japan keineswegs irrelevant. Eine straffere japanische Geldpolitik könnte die globalen Kapitalströme verändern, Anleiherenditen weltweit beeinflussen und den Druck auf die ohnehin angeschlagene europäische Wirtschaft erhöhen. In Zeiten, in denen geopolitische Krisen die Märkte erschüttern und Währungen unter Druck geraten, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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