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Kettner Edelmetalle
23.07.2026
06:15 Uhr

Baku-Affäre: Wenn ein geheimes Russland-Treffen Merz kalt erwischt – oder er einfach nicht wissen will, was hinter seinem Rücken läuft

Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht recht weiß, ob man über die Dreistigkeit des Vorgangs oder über die hektische Empörungsmaschinerie des politmedialen Betriebs mehr staunen soll. Ausgerechnet der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz ein pikantes Detail ausgeplaudert, das man in Berlin am liebsten unter dem Teppich behalten hätte: In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku sollen sich ehemalige deutsche und russische Spitzenpolitiker getroffen haben. Merz, so heißt es, habe von alledem nichts gewusst.

Ein Kanzler, der nichts weiß – oder nichts wissen will?

Aliyev berichtete freimütig, sein Land habe erst durch Medienberichte von dem Treffen erfahren und daraufhin die Flugdaten überprüfen lassen. Demnach seien am 12. Juli 2026 der frühere Kanzleramtschef unter Angela Merkel, Ronald Pofalla, sowie der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende und Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck aus Berlin angereist. Aus Moskau seien der einstige russische Ministerpräsident und heutige Gazprom-Aufsichtsratschef Viktor Subkow sowie Waleri Fadejew, Vorsitzender des russischen Präsidialrats für Zivilgesellschaft und Menschenrechte, hinzugestoßen. Bis zum 14. Juli habe man getagt.

„Unser Territorium wurde ohne unsere Information für ihr Treffen genutzt“, ließ Aliyev verlauten – wohlgemerkt mit dem Zusatz, dass man ein solches Gespräch durchaus begrüße, wenn es dem Ende des Ukraine-Krieges diene.

Und was tat der deutsche Regierungschef? Er ergriff, um es diplomatisch zu formulieren, die rhetorische Flucht nach vorne. Die Verantwortung für Friedensgespräche liege allein bei Russland und Präsident Wladimir Putin, betonte Merz. Zuvor hatte er das Treffen schlicht dementiert: „Mir ist von einem solchen Treffen nichts bekannt.“ Man fragt sich unwillkürlich: Ist das die Souveränität eines Staatsmannes – oder das Eingeständnis, dass die eigene Regierung offenbar nicht einmal weiß, was ehemalige Spitzenkräfte des eigenen Landes im Ausland treiben?

Der „Petersburger Dialog“ und die Empörungsindustrie

Recherchen zufolge dürften die Zusammenkünfte unter dem Label des sogenannten „Petersburger Dialogs“ stattgefunden haben – jenem Gesprächsformat, das im Jahr 2001 von Gerhard Schröder und Wladimir Putin ins Leben gerufen und nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 von deutscher Seite offiziell begraben wurde. Doch offiziell begraben heißt bekanntlich nicht tatsächlich tot. Ehemalige Politiker halten die Kontakte am Leben, es soll sich bereits um das fünfte derartige Treffen handeln.

Und nun? Nun wird daraus, wie es im Lande der ewigen Aufgeregtheit üblich ist, eine handfeste Staatsaffäre gezimmert. Deutsche Behörden raunen bereits von einer möglichen „russischen Einflussoperation“. Man reibt sich verwundert die Augen. Glaubt man in Berlin tatsächlich, dass gestandene ehemalige Ministerpräsidenten und Kanzleramtschefs derart leicht zu manipulieren seien, dass ein einziges Gespräch in Baku genüge, um sie zu willfährigen Marionetten des Kremls umzuformen?

Wenn Gesprächsbereitschaft zum Verdachtsfall wird

Genau hier liegt das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Geschichte. Die Teilnehmer finanzieren ihre Reisen offenbar aus eigener Tasche, es handelt sich nicht um offizielle Regierungsinitiativen. Über die konkreten Gesprächsinhalte ist wenig bekannt. Platzeck hatte bei einem früheren Aufenthalt scherzhaft geäußert, man habe „gerade den Ukraine-Konflikt gelöst“ – eine Bemerkung, die er später relativierte.

Man muss diese informellen Kanäle nicht überbewerten. Von einer diplomatischen Annäherung zwischen Berlin und Moskau kann keine Rede sein. Doch in einer Zeit, in der Europa mit sichtbarer Begeisterung an einem neuen Eisernen Vorhang mauert, sollte allein die Tatsache, dass überhaupt noch gesprochen wird, eher Erleichterung als Empörung auslösen. Dass ausgerechnet jene lautstark aufheulen, die ansonsten jedes Wort über Verhandlungslösungen als Verrat brandmarken, spricht Bände. Wer den Dialog dämonisiert, offenbart, wie wenig ihm am Frieden gelegen ist.

Die eigentliche Frage bleibt offen

Am Ende bleibt die unbequeme Frage, die kein empörter Leitartikel beantworten will: Wusste der Kanzler nun wirklich nichts – oder log er die Öffentlichkeit an? Beide Varianten sind für einen deutschen Regierungschef wenig schmeichelhaft. Entweder regiert er ein Land, in dessen außenpolitischen Hinterzimmern er den Überblick verloren hat, oder er zieht es vor, die Bürger im Unklaren zu lassen. In einem Deutschland, das sich zunehmend an eine Politik der Sprachregelungen und der medialen Skandalisierung gewöhnt hat, wäre beides leider keine Überraschung.

Vielleicht sollten wir uns in diesen unruhigen Zeiten weniger auf die Verlässlichkeit politischer Erklärungen verlassen – und mehr auf Werte, die keiner Dementierung bedürfen. Wer sein Vermögen unabhängig von diplomatischen Nebelkerzen, geopolitischen Verwerfungen und der Wankelmütigkeit der Politik sichern möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber einen bewährten Anker. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio behalten sie ihren Wert, während Politiker sich in Widersprüche verstricken.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Steuer- noch Rechtsberatung. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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