
Bahn-Chaos: Verspätungsminuten im Januar auf das Zwölffache explodiert

Eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage bringt ans Licht, was Millionen Pendler längst am eigenen Leib spüren: Die Deutsche Bahn wird nicht pünktlicher, sondern unpünktlicher. Allein im Januar 2026 vervielfachten sich die witterungsbedingten Verspätungsminuten im Fernverkehr gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als das Zwölffache. Gegenüber Januar 2024 lag der Wert fast dreimal so hoch.
Ein Diagramm statt klarer Zahlen
Gefragt hatte der Bielefelder AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller, Mitglied im Verkehrsausschuss. Er wollte wissen, wie viele Fernzüge sich 2024, 2025 und 2026 wegen „Witterung“ verspätet haben oder ganz ausgefallen sind.
Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium, unterzeichnet vom Parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Lange (CSU), lieferte laut dem vorliegenden Bericht jedoch keine Stückzahlen – sondern eine Grafik mit Verspätungsminuten. Die Zahl der ausgefallenen Züge? Fehlanzeige.
„Das ist wieder eine typische Nicht-Antwort. Gefragt war nach der Anzahl der verspäteten oder ausgefallenen Fernverkehrszüge, geliefert werden nur Verspätungsminuten. Das ist statistisches Versteckspiel.“
So kritisiert Kneller die Auskunft. Der Vorwurf wiegt schwer, denn ausgefallene Züge tauchen in der Pünktlichkeitsstatistik gar nicht erst auf. Wer nicht fährt, kann auch nicht zu spät kommen. Ein Rechentrick, der die Bilanz kosmetisch aufhübscht – auf Kosten der Fahrgäste, die am Bahnsteig stehen.
Nicht einmal jeder zweite Zug pünktlich
Die offiziellen Zahlen des Konzerns bestätigen das Bild. Im Juli 2026 erreichten laut Angaben der Deutschen Bahn lediglich 52,6 Prozent der Fernverkehrszüge ihr Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung. Im ersten Halbjahr lag die Quote bei 58,7 Prozent – das selbst gesteckte Ziel wurde damit Medienberichten zufolge verfehlt.
Zum Vergleich: 2025 schloss die Bahn das Jahr mit rund 60 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr ab – und einem Nettoverlust von rund 2,3 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 meldete der Konzern zwar wieder einen Gewinn von etwa 147 Millionen Euro. Von einem verlässlichen Fahrplan ist das Netz mit seinen rund 33.480 Kilometern aber weit entfernt.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte im Mai gedämpfte Erwartungen formuliert: Man könne froh sein, wenn am Jahresende überhaupt „vorne eine 6“ stehe. Eine bemerkenswert bescheidene Zielmarke für ein Staatsunternehmen, das jahrzehntelang mit Steuermilliarden am Leben gehalten wird.
Milliarden fließen – die Züge stehen
Kneller zieht ein bitteres Fazit: 2024 seien allein im Juni über 26.000 witterungsbedingte Verspätungsminuten angefallen, im Januar 2026 bereits über 30.000. Die Bahn bleibe „wetteranfällig wie eh und je“, sagt er – und pünktliche Züge sollten bei der deutschen Steuerlast eine Selbstverständlichkeit sein.
Aus Sicht unserer Redaktion trifft das einen wunden Punkt. Berlin verankert Klimaziele im Grundgesetz und legt ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf, dessen Rückzahlung künftige Generationen schultern müssen. Doch der sichtbarste Gradmesser staatlicher Leistungsfähigkeit – die Bahn – funktioniert schlechter denn je. Wer Bürger vom Auto auf die Schiene locken will, sollte zuerst dafür sorgen, dass der Zug überhaupt kommt.
Es bleibt ein altes Muster: Der Staat verspricht, der Bürger zahlt, das Ergebnis kommt zu spät. Für die private Vermögenssicherung ziehen viele daraus längst ihre Konsequenz und setzen neben Sachwerten auch auf physische Edelmetalle als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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