
Bahn-Chaos im Norden: Wenn ein bisschen Schnee Deutschland lahmlegt

Es ist ein Schauspiel, das sich in schöner Regelmäßigkeit wiederholt: Kaum fallen ein paar Schneeflocken vom Himmel, bricht der deutsche Bahnverkehr zusammen wie ein Kartenhaus im Sturm. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit – der gesamte Fernverkehr im Norden Deutschlands kam zum Erliegen. Ein Armutszeugnis für ein Land, das sich gerne als Industrienation und Vorreiter in Sachen Infrastruktur präsentiert.
Eingeschränkter Betrieb statt zuverlässiger Mobilität
Die Deutsche Bahn verkündete am Sonntagmorgen stolz, dass der Fernverkehr auf den Hauptstrecken wieder angelaufen sei. Doch was bedeutet das konkret? Lediglich ein „reduziertes Angebot" könne man bereitstellen, hieß es kleinlaut aus der Konzernzentrale. Ausfälle und Teilausfälle seien weiterhin möglich. Die Strecken Hamburg-Hannover-Kassel-Süddeutschland, Berlin-Hannover-NRW sowie Hamburg-Berlin werden zwar wieder bedient – allerdings nicht im fahrplanmäßigen Umfang.
Besonders bitter trifft es die Pendler im Nahverkehr. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen herrschen nach wie vor erhebliche Einschränkungen. Mehrere Strecken können schlichtweg nicht befahren werden. Die Bahn verspricht „schrittweise Erhöhungen des Fahrplanangebotes" – ein schwacher Trost für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Union fordert endlich Konsequenzen
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß bringt es auf den Punkt: Die Deutsche Bahn müsse dieses Desaster aufarbeiten und beim nächsten Wintereinbruch sicherstellen, dass nicht der gesamte Zugverkehr zum Erliegen komme. Eine berechtigte Forderung, die man allerdings schon seit Jahren hört – ohne dass sich substanziell etwas ändert.
„Es kann nicht sein, dass bei Winterwetter in Deutschland tagelang kaum Züge fahren. Andere europäische Länder bekommen das besser hin, wenn es schneit oder kalt ist."
Diese Worte des Hamburger Abgeordneten treffen ins Schwarze. Während in der Schweiz, in Österreich oder Skandinavien die Züge auch bei heftigem Schneefall zuverlässig verkehren, kapituliert die Deutsche Bahn bereits bei moderaten Winterbedingungen. Der alte Werbeslogan „Alle reden vom Wetter. Wir nicht" wirkt heute wie blanker Hohn.
Symptom eines größeren Problems
Das Bahn-Chaos ist kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck eines systematischen Versagens. Jahrzehntelang wurde die Infrastruktur vernachlässigt, wurden Investitionen verschleppt und Wartungsarbeiten aufgeschoben. Die Quittung dafür erhalten nun die Bürger – in Form von Verspätungen, Ausfällen und einem Verkehrssystem, das bei der kleinsten Belastungsprobe zusammenbricht.
Während die Politik Milliarden für fragwürdige Projekte ausgibt, fehlt es an den grundlegendsten Dingen: funktionierenden Weichen, ausreichend Räumfahrzeugen und Personal, das mit winterlichen Bedingungen umgehen kann. Es ist bezeichnend für den Zustand dieses Landes, dass selbst die S-Bahn Hamburg ihren „Normalbetrieb" als Erfolgsmeldung verkaufen muss.
Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt. Ob davon jemals etwas bei der maroden Bahn ankommt, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt: Zwischen politischen Ankündigungen und tatsächlichen Verbesserungen liegen in Deutschland oft Welten.
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