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06.02.2026
07:34 Uhr

Atomare Zeitenwende: Trump drängt auf neuen Nuklearvertrag mit Russland

Atomare Zeitenwende: Trump drängt auf neuen Nuklearvertrag mit Russland

Die Welt steht vor einem sicherheitspolitischen Wendepunkt von historischer Tragweite. Mit dem Auslaufen des New-Start-Vertrags am 5. Februar 2026 existieren erstmals seit Jahrzehnten keine verbindlichen Obergrenzen mehr für die Atomwaffenarsenale der beiden größten Nuklearmächte der Erde. US-Präsident Donald Trump reagierte prompt und forderte über seine Plattform Truth Social ein neues, moderneres Abkommen mit Moskau.

Trump kritisiert alten Vertrag als „schlecht ausgehandelt"

Der 79-jährige Präsident ließ keinen Zweifel daran, wie er die bisherige Vereinbarung bewertet. Den New-Start-Vertrag bezeichnete er unverblümt als „schlecht ausgehandeltes Abkommen". Die Vereinigten Staaten seien „das mächtigste Land der Welt", betonte Trump und verwies auf die umfassende Modernisierung des Militärs während seiner ersten Amtszeit, einschließlich zahlreicher neuer und verbesserter Atomwaffen.

Statt einer simplen Verlängerung des alten Vertragswerks fordert der US-Präsident nun, dass Nuklear-Experten an einem völlig neuen, zeitgemäßen Abkommen arbeiten sollen – eines, das langfristig Bestand haben könne. Eine durchaus nachvollziehbare Position, wenn man bedenkt, dass sich die geopolitische Lage seit 2010 fundamental verändert hat.

Moskau fühlt sich nicht mehr gebunden

Die russische Reaktion auf das Vertragsende ließ nicht lange auf sich warten. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte unmissverständlich, man gehe davon aus, dass die Vertragsparteien nicht länger an die bisherigen Verpflichtungen gebunden seien. Gleichzeitig bemühte sich der Kreml um beschwichtigende Töne und betonte, man werde „verantwortungsbewusst" handeln.

Doch die Warnung folgte auf dem Fuße: Sollte Russlands Sicherheit bedroht werden, seien „entschiedene Gegenmaßnahmen" zu erwarten. Eine Rhetorik, die an die dunkelsten Zeiten des Kalten Krieges erinnert und die Dringlichkeit neuer Verhandlungen unterstreicht.

China als entscheidender Faktor

US-Außenminister Marco Rubio brachte einen weiteren, bislang oft vernachlässigten Aspekt ins Spiel: Echte Rüstungskontrolle sei im 21. Jahrhundert „unmöglich ohne China". Peking rüstet massiv auf und verfügt mittlerweile über rund 550 Trägersysteme. Zwar liegt diese Zahl noch deutlich unter den 800 Systemen, auf die sich Washington und Moskau bisher geeinigt hatten, doch der Trend ist eindeutig.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die USA und Russland besitzen zusammen mehr als 80 Prozent aller Atomsprengköpfe weltweit. Ein neues Abkommen ohne Einbeziehung Chinas wäre daher bestenfalls eine Teillösung für ein globales Problem.

Was der New-Start-Vertrag bedeutete

Der 2010 von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen Kreml-Chef Dmitri Medwedew unterzeichnete Vertrag setzte klare Grenzen: maximal 1550 Atomsprengköpfe sowie 800 Raketen und Bomber pro Seite. Es war das letzte verbliebene Atomabrüstungsabkommen zwischen den beiden Supermächten – ein fragiles Band der Vernunft in einer zunehmend instabilen Welt.

Ohne eine neue Einigung droht der Welt erstmals seit dem Kalten Krieg ein ungebremstes atomares Wettrüsten.

Die Stunde der Wahrheit

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trump und Putin tatsächlich zu einem neuen Abkommen finden können. Die Ausgangslage ist denkbar schwierig: Der Ukraine-Krieg belastet die Beziehungen zwischen Washington und Moskau schwer, und das gegenseitige Misstrauen sitzt tief. Dennoch haben beide Seiten ein vitales Interesse daran, ein unkontrolliertes nukleares Wettrüsten zu verhindern – schon allein aus wirtschaftlichen Gründen.

Für Deutschland und Europa steht viel auf dem Spiel. Ein neues atomares Wettrüsten würde die ohnehin angespannte Sicherheitslage auf dem Kontinent weiter verschärfen. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegt und die Nuklearmächte einen Weg zurück zu verbindlichen Abrüstungsvereinbarungen finden.

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